Eucharistische Anbetung

(bei Abwesenheit eines Priesters)

 

1. Eucharistische Anbetung muss nicht ausfallen

Durch den wachsenden Priestermangel werden wir als christliche Gemeinden immer wieder zu Fragen gestoßen, die so noch nicht gestellt wurden. Wenn nicht mehr an jedem Sonntag eine Messe gefeiert werden kann, sperren wir die Kirche trotzdem nicht zu, sondern wir feiern auch ohne Priester einen Sonntagsgottesdienst als Wort-Gottes-Feier. Dadurch wird vielen bewusst, dass Laien gute Gottesdienste vorbereiten und auch leiten können, und es kann uns deutlicher werden, dass die Feier des Wortes Gottes eine wirkliche Form der Gegenwart Christi ist, die für sich stehen kann.

Auch die eucharistische Anbetung muss nicht ausfallen, wenn wir weniger Priester unter uns haben. Denn das Geschenk der bleibenden Gegenwart Christi in der Eucharistie ist immer da. Wir können uns auch ohne Priester vor dem Allerheiligsten versammeln. Das kann z.B. eine interessante Form für eine regelmäßige Gebetsstunde unter der Woche sein.

 

2. Wie können wir das ohne Priester sinnvoll gestalten?

2.1 Aussetzung?

Die einfachste Form ist die, nur die Tabernakeltür zu öffnen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man in der Nähe des Tabernakels sitzen kann. Eine andere, auch noch einfache Form ist die, das Ziborium mit einem Tuch bedeckt auf den Altar zu stellen.

Wenn es bei der Anbetung wichtig sein kann, die geweihte Hostie gut zu sehen, sollte normalerweise die Monstranz verwendet werden. Wie kann das gehen? Die Monstranz sollte vor der Anbetungsstunde schon auf der Seite des Volksaltares stehen. Der/Die Kommunionhelfer/in bringt die geweihte Hostie aus dem Tabernakel und setzt diese in die Monstranz ein. Die Monstranz wird in die Mitte des Altares gestellt, links und rechts sollten Kerzen brennen.

Alle knien vor der Monstranz und singen ein Sakramentslied.

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2.2 Weihrauch

Ministranten können das Allerheiligste beweihräuchern. Es kann auch eine Weihrauchschale vor dem Altar stehen, und der Leiter/die Leiterin des Gebetes legt während des Gottesdienstes immer wieder Weihrauchkörner auf die Kohle (man kann das auch mit Gebetsintentionen verbinden).

 

2.3 Gebet mit Christus zum Vater

Der Inhalt des Gebetes vor dem Allerheiligsten ist eigentlich klar und doch wieder nicht ganz.

–        Wir beten zu Christus, der im Zeichen der Eucharistie unter uns gegenwärtig ist.

–        Und wir beten auch mit diesem in der Eucharistie gegenwärtigen Christus zum Vater. Das ist die große Anbetungshaltung des Hochgebetes der Messe. Wir beten während des Hochgebetes „durch ihn mit ihm und ihn ihm“ im Heiligen Geist zum Vater.

 

2.4 Danken vor Bitten

Bei der Auswahl der Gebete sollten wir darauf achten, dass das Staunen, das Bewundern, das Aussprechen der Größe Gottes, das Danken im Vordergrund steht. Natürlich können wir Gott auch bitten, aber bei der Anbetungsstunde sollten wir vor allem unser Inneres für die unbeschreibbare Größe Gottes öffnen. Ein schönes Gebet ist z.B. GL 3,4 oder GL 154. Auch ausgewählte Bibelstellen können uns beim Danken helfen. Es sollte aber keine ausgeprägte Wortverkündigung eingeplant werden.

 

2.5 Still werden

Miteinander Stille zu halten ist jene Gebetesform, die am meisten herausfordern kann, aber sie ist ein wesentlicher Teil der Anbetung unbedingt. Wenn die gsamte Zeit der Anbetung z.B. 45 Minuten beträgt, sollte mindestens 20 Minuten Zeit für Stille sein. Diese sollten auch nicht „verzweckt“ werden, z.B. so: „In der folgenden Stille denken wir besonders nach über …“  

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2.4 Segnen

Der sakramentale Segen ist der Klerikern (Diakon und Preister) vorbehalten. Wenn ein Laie vorsteht, wird vor dem Zurücktragen der Hostie ein gemeinsames Segensgebet gesprochen (z.B. 18,7) und mit einem Lied abgeschlossen (z.B. GL 942,5 Schönster Herr Jesus oder GL 634,4-6).

 

2.5 Zurückbringen der Hostie

Das Zurücktragen der großen Hostie bzw. des Ziboriums wird so schlicht wie das Bringen beim Aussetzen gemacht. Mit einer Kniebeuge und dem Schließen des Tabernakels schließt die Anbetung Gebet.

 

Erwin Löschberger, Graz, 2005

 

Literatur

Neu am Buchmarkt und sehr empfehlenswert:

Liturgische Institute Deutschlands, Österreichs und der deutschsprachigen Schweiz:  „… bis du kommst in Herrlichkeit.“ Anregungen und Impulse zur Feier und Verehrung der Eucharistie. 136 Seiten,  € 4,90, Trier 2005

Marcus Freitag, Ulrich Terlinden: Eucharistische Anbetung. Verständnishilfen – Gestaltungsmöglichkeiten. Butzon&Bercker Verlag 2003, 104 Seiten, € 16.40, ISBN 3-7666-0535-6

 

 

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Stand: 07. Oktober 2008