Rahmenbedingungen für Gottesdienste bei Festen mit Vereinen
Beschreibung der Leitlinien aus der
Erzdiözese Wien (1985) mit geringfügigen Ergänzungen
Vorbemerkungen:
"Dennoch ist die Liturgie der
Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der
all ihre Kraft strömt. Denn die apostolische Arbeit ist darauf hingeordnet,
dass alle, durch Glauben und Taufe Kinder Gottes geworden, sich versammeln,
inmitten der Kirche Gott loben, am Opfer teilnehmen und das Herrenmahl
genießen." (Liturgiekonstitution Nr. 10)
Die Richtlinien des Wiener Diözesanblattes
123 (1985) weisen auf die wichtige Bedeutung des Wortes Gottes in der Feier der
Liturgie hin und betonen, dass in der Regel bei Feiern mit Vereinen eine
Wort-Gottes-Feier (Wortgottesdienst) vorzuziehen ist. Ein Wortgottesdienst
bietet auch die Möglichkeit das Fest ökumenisch zu feiern.
"Jede Feier der Kirche ist
Verkündigung, daher ist es bei diesen Gottesdiensten zu besonderen Anlässen
besonders notwendig, "den Tisch des Wortes" mit größter Sorgfalt zu
bereiten."
Dazu ist es auch nötig, die Texte des
Gottesdienstes der Situation und der Feier entsprechend auszuwählen.
Ist eine Eucharistiefeier (Messe) geplant,
muss der zuständige Pfarrer, so er nicht selber Vorsteher des Gottesdienstes
ist, immer seine Zustimmung geben. Daher sind die näheren Umstände mit ihm zu
klären.

Einige wichtige Punkte, die man beachten sollte:
* Nicht jeder Anlass ist Grund Eucharistie
zu feiern. Behutsam soll man überlegen, welche Form von Gottesdienst man feiern
will.
* Wenn Eucharistie gefeiert werden soll, so
setzt das gläubige Christen voraus, die sich als Gemeinde um den Tisch des
Herrn versammeln.
* Die äußeren Umstände müssen
unterstützen, "dass die Gläubigen bewusst, tätig und mit geistlichem
Gewinn daran teilnehmen". (Liturgiekonstitution Nr. 11)
Konkrete Gestaltungshinweise:
* Auch im Freien muss der Altar und der Ambo
so stehen, dass sich ihnen die Aufmerksamkeit der versammelten Gläubigen von
selber zuwendet.
* Der "Tisch des Wortes" und der
"Tisch des Brotes" sollen geschmückt und sinnvoll angeordnet und von
allen gut sichtbar aufgestellt sein.
* Dem sichtbaren Kreuz kommt im Freien eine
größere Bedeutung zu als im Kirchenraum - es soll daher einen besonderen und
gut sichtbaren Platz einnehmen.
* Auch die Rollenverteilung auf LektorInnen,
KantorInnen, KommunionhelferInnen, MinistrantInnen, Chor soll gewahrt werden.
* Als Musikbegleitung eignen sich für das
Freie Bläser, die den Gesang der Gemeinde unterstützen sollen, nicht aber
ersetzen!
* Um eine bewusste Teilnahme zu
ermöglichen, ist es nötig das gesprochene Wort per Lautsprecher zu
übertragen.
* Für jede/n der/die den Gottesdeinst
mitfeiert, soll es einen Feiertext geben. Nur so kann jede/r mitbeten und
mitsingen und der Gottesdienst kann zu einer gemeinsamen Feier werden.
* So es möglich ist, soll zumindest für
die älteren TeilnehmerInnen eine Sitzgelegenheit vorhanden sein.

Der geplante Kirtag
Wenn nach dem Gottesdienst ein Kirtag oder
ein Fest vorgesehen ist, so soll man darauf achten, dass dem Gottesdienst
genügend Zeit und Raum gegeben wird und nicht bereits während des
Gottesdienstes der Lärm der Fest-Vorbereitungen die Andacht stört oder der
Bierausschank oder die Vorbereitung der Grillwaren die Aufmerksamkeit auf sich
zieht und vom Geschehen am Altar ablenkt. Daher soll der Ausschank erst nach dem
Gottesdienst begonnen werden. So ist auch den fleißigen Vorbereitenden die
Möglichkeit gegeben, den Gottesdienst aktiv, tätig und bewusst mitzufeiern.
Gänzlich vermieden soll werden, dass sich
während des Gottesdienstes die ersten Gäste am Essen und an den Getränken
laben! Das stört nicht nur den Gottesdienst sondern nimmt dem Fest auch den
gemeinsamen Anfang.
Auch sollen die Orte der Feier und des
anschließenden Festes ein wenig voneinander getrennt werden.
Segnung der Gaben für das Fest
Die beste Möglichkeit der auch sinnvollen
Einbeziehung des Festes nach dem Gottesdienst ist es, dass der Priester vor dem
Schlusssegen ein Segensgebet über die Speisen und Getränke und die, die diese
vorbereiten spricht.
Damit kommt auch deutlich zum Ausdruck, dass
Gottesdienst nicht mit dem Segen endet sondern im Leben weitergeht. Der Segen
kann somit auch als Start für die letzten Vorbereitungen gesehen werden, und
der Geruch des Gebratenen und Gegrillten "stört" den Gottesdienst
nicht.
Die Eröffnung durch den Bürgermeister,
Feuerwehrkommandanten oder einen anderen Gruppenvertreter ist dann die Einladung
zum geselligen Beisammenseins.
Literaturhinweis:
Hinweise für kirchenliturgische Amtshandlungen bei Jubiläen, Segnungen und
ähnlichen Anlässen, Reihe: Impulse für die pastorlae Arbeit Nr. 11, Hg.
Pastoralamt der Erzdiözese Wien
Zusammenstellung: Mag. Georg Radlmair, Wien,
Mai 2002