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CHRISTLICHE ABSCHIEDS- STERBE- UND TRAUERRITUALE
Gestaltung von Totenwachen
Die meisten Zeitgenossen wissen noch, wie sie einen Geburtstag feiern. Wissen wir noch, was wir beim Versterben tun sollen? Es ist nicht gut, wenn wir in dieser existentiellen Situation des Trauerns erst ein Ritual erfinden müssen. Fixe Rituale des Trauerns, des Abschiednehmens und des Hoffens geben Sicherheit und Orientierung in diesen schwierigen Übergangssituationen. Als Christen können wir den Menschen unserer Tage mit dem Schatz der Gebete und Zeichenhandlungen wirklich helfen. Weil jeder Mensch anders trauert braucht es bei der Begleitung Trauernder ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit. Wenn wir Trauernde begleiten, müssen wir bedenken: Der Tod beendet ein Leben, aber nicht eine Beziehung.
I. INHALTLlCHE ASPEKTE BEI TOTENWACHEN
1.1 Rollenverteilung:Vorbeten heißt nicht alles allein beten. Die Rolle des Vorbeters ist eine WIR-Rolle: Ich bete für und mit anderen. Ich bete mehr mit als vor. Gibt es jemanden, der z.B. eine Lesung bei einer Totenwache übernehmen kann oder der beim Singen hilft? Auch wenn ich alles tun kann, ist es wie bei jedem Gottesdienst das Ziel, dass alle in das Gebet aktiv einbezogen sind. Das erreicht man in besonderer Weise dadurch, dass möglichst viele einen Dienst übernehmen (Lektor, Fürbittensprecher, Vorsänger, Vorbeter).
1.2 Persönlich bleiben:Ich stelle mir beim Aussuchen der Gebete die Menschen vor, für die ich vorbereite: was entspricht ihnen, welcher Text könnte für sie passen, welche Lieder können sie vielleicht singen, gab es ein Lieblingslied des Verstorbenen/der Verstorbenen, ein besonderes Bild, ...? Ideal ist es, wenn bei der Vorbereitung schon andere Mitfeiernde einbezogen werden können. Fromme Floskeln können sehr verletzen.
1.3 Die Art des Sprechens:Vorbeten ist nicht Vorleiern! Das Gebet muss gut hörbar aber auch natürlich sein. Das Gespräch mit Gott ist "echt". Verschiedenartigkeit der Texte unterscheiden:
1.4 Die pastorale Bedeutung von Totenwachen:Im Sinne Jesu ist es ein Auftrag an die Kirche - an uns – für Menschen in Not und Trauer die Botschaft der Auferstehung lebendig zu halten. Das gelingt beim gemeinschaftlichen Beten oft besser als durch eine Ansprache. Die Totenwache ist eine Form, mit der wir die Sorge Jesu für die Menschen durch die Zeit hindurch fortsetzen. Das gemeinsame Gebet bei den Angehörigen ist eine Erfahrung der Gemeinschaft mit Christus und es ist eine Erfahrung menschlicher Gemeinschaft die stärker ist als der Tod. 1.5 Was soll bei Totenwachen unbedingt vorkommen?
1.6 Was hilft, damit diese Inhalte von den Angehörigen und den Mitfeiernden erlebt werden?
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Raumgestaltung ist besonders wichtig: Kreuz, Kerzen, Weihwasser, Blumen (Weihrauch) |
Struktur:
Eröffnung: persönliches Wort zur Situation, zur Person des Verstorbenen / der Verstorbenen, sich erinnern …)
Eröffnungsgebet (und/oder Eröffnungslied)
Psalm (z.B. Psalm 23 oder Psalm 27)
Lesung aus der Heiligen Schrift
Andachtsteil:
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Rosenkranz mit Betrachtungen | |
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Falls der Rosenkranz nicht erwünscht ist kann man andere Andachts, bzw. Meditationsformen wählen | |
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z.B. Teile aus der Andacht zum Totengedenken GL 791, | |
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Die Sieben Worte Jesu am Kreuz (z.B. aus "Leiden, Krankheit, Tod") | |
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Totenwache als Kreuzweg, z.B. aus "Leiden, Krankheit, Tod", Seite 130, ein verkürzter Kreuzweg mit 7 Schriftworten) | |
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eine Bildmeditation (z.B. "Das Totengebet – zu den Themen Brücke, Weg, Bahnsteig, Weizenkorn, Baum, Kreuz) | |
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wenn der Sarg in der Kirche steht, einladen, in Prozessionsform den Sarg mit Weihwasser zu besprengen | |
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persönliche Gebete und Trostworte zur Besinnung zusammenstellen. |
Fürbitten (oder Litanei)
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bei jeder Fürbitte eine Kerze anzünden | |
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vor dem Fürbittgebet Weihrauch einlegen |
Vaterunser
Segensgebet
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http://www.graz-seckau.at/belk/index3atrauer.asp : Texte, Bausteine, Gottesdienstmodelle |
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Leiden, Krankheit, Tod. Hilfen für die christliche Familie. Pfarramt Hartberg, 166 Seiten (Gebete und viele Texte, Schriftlesungen / 7 Modelle einer Totenwacht / Hilfen für das Begräbnis) (zu bestellen in der Behelfstelle der Diözese Graz-Seckau, Bischofplatz 2, 0316/8041-301; € 6,18) |
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Herr, höre unser Klagen. Totenwachen (10 Totenwachen mit Rosenkranzmeditation) (zu bestellen in den diözesanen Behelfstellen) |
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Nahe sein in Krankheit und Tod. Hilfen für die Krankenpastoral und für die Trauerarbeit. kfb Bozen – Brixen, erhältlich in den Büros der katholischen Frauenbewegung. |
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Angelika Daiker (Hrsg.): Selig sind die Trauernden. Trauer- und Gedenkgottesdienste. Schwabenverlag 1998, 216 Seiten, € 15.84; ISBN 3-7966-0924-4 |
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Martina Beckmann, Richard Steilmann, Hildegard Vogel (Hrsg.): Das Totengebet in Nachbarschaft und Gemeinde. Verlag Butzon&Bercker, 133 Seiten, € 8,94; ISBN 3-7666-0165-2 |
Mag. Erwin Löschberger
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