Wort Gottes Feier

zum 1. Mai: Tag der Arbeit

 

„Im Mittelpunkt der Mensch“

 

Vorbemerkungen

      Die augenblickliche Arbeitswelt ist geprägt von einer Tendenz, den Arbeitnehmern unter dem Hinweis auf Standortsicherheit Lasten aufzuerlegen, die immer schwerer zu tragen und vom Standpunkt der Katholischen Soziallehre sehr umstritten sind. Darunter fallen die Bestrebungen, die Mindestarbeitszeit auf 10-12 Stunden zu erhöhen, schlecht bezahlte atypische Beschäftigungsverhältnisse sowie die Ausdehnung der Sonntagsarbeit.

      Global gesehen kommt der Umstand dazu, dass Billigprodukte aus Entwicklungsländern, die wir kaufen, manchmal um rund 50 % mehr kosten müssten, um den Arbeitern, die sie herstellen, ein menschenwürdiges Einkommen zu ermöglichen.

     Die Feier und vor allem die Ansprache würden an Glaubwürdigkeit und Unmittelbarkeit gewinnen, wenn ein/e Vertreter/in aus der Arbeitswelt zu Wort käme. Günstig wäre es auf jedem Fall, wenn bei der Vorbereitung dieses Wortgottesdienstes auch Kontakt mit Menschen aus der Arbeitswelt aufgenommen würde, um auch auf deren Anliegen in angemessner Form einzugehen. Um die Arbeitswelt besser kennenzulernen kann es hilfreich sein, mit Unternehmern aber auch Bezirksvertretern von ÖGB und/oder Arbeiterkammer im Vorfeld bereits Gespräche zu führen. Wenn Menschen aus der Arbeitswelt bereit sind, könnten sie auch liturgische Dienste (Lektor, …) übernehmen.

      Wenn die Wort Gottes Feier als Abendgottesdienst gefeiert wird, liegt der Gedanke nahe, im Anschluss daran eine Abendveranstaltung zur Thematik „Kirche und Arbeitswelt“ anzubieten, damit die gefeierten Botschaften noch einmal vertieft werden können. Referenten können sowohl bei der Katholischen Arbeiterbewegung als auch je nach Standort von der Betriebspastoral oder den Organisationen Attac (01/54641/430)  bzw. Clean clothes angefragt werden.

 

Wort-Gottes-Feier

 

Eröffnung

 

Lied zur Eröffnung:

z. B.  Kommt herbei, singt dem Herrn (GL 270,1-3)

 

Eröffnung und Begrüßung

 

Kreuzzeichen

 

Einstimmung (Impulsgedanken)

v   Die Katholische Soziallehre stellt den arbeitenden Menschen bewusst in die Mitte des Arbeitsprozesses.

      Heute wissen wir uns diesen Menschen und ihrer Arbeitswelt in besonderer Weise verbunden. In der Wort-Gottes-Feier wollen wir Gott feiern und auf sein Wort hören: Er ist Gott für uns, ihm dürfen wir uns und unsere Arbeitswelt anvertrauen

 

Kyrie

Jesus Christus, du schenkst uns allen Leben in Fülle.

Herr, erbarme dich unser.

 

Mit dir bricht das Reich Gottes unwiderruflich an. 

Christus, erbarme dich unser.

 

Unaufhaltsam erhebst Du Deine Stimme für Frieden und Gerechtigkeit

Herr, erbarme dich unser.

 

Vergebungsbitte

Der Herr erbarme sich unser, er öffne unsre Augen für Unrecht und Not und führe uns ins ewige Leben. Amen.

 

Eröffnungsgebet

Lasset uns beten.

Gott. du Schöpfer der Welt,

du hast dieses Welt geschaffen und sie uns anvertraut.

Wir staunen über all Deine Werke

und blicken voll Bewunderung auf das,

was durch Menschen tagtäglich geleistet und erwirtschaftet wird.

Schenk uns wachsame Ohren und ein offenes Herz,

damit auch unser Mühen und Arbeiten von Deinem Wort getragen wird:

Alles sei dir zum Lob und zum Heil der Menschen und der Welt

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

 

Verehrung des Wortes Gottes

 

Lesung:   1 Petr 3,15-18.

Lesung aus dem ersten Petrusbrief:

Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig!

 

Brüder und Schwestern!

Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig!

Seid stets bereit,

      jedem Rede und Antwort zu stehen,

      der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt;

aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig,

      denn ihr habt ein reines Gewissen.

Dann werden die,

      die euch beschimpfen,

weil ihr in (der Gemeinschaft mit) Christus ein rechtschaffenes Leben führt,

sich wegen ihrer Verleumdungen schämen müssen.

Es ist besser,

      für gute Taten zu leiden,

      wenn es Gottes Wille ist, als für böse.

Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben,

er, der Gerechte, für die Ungerechten,

      um euch zu Gott hinzuführen;

dem Fleisch nach wurde er getötet,

dem Geist nach lebendig gemacht.

 

 

Antwortpsalm: Ps 90(89),1-2.3-4.12-13.14 u. 16 (Kehrvers: 17c)

 

Kehrvers: Herr, lass gedeihen das Werk unserer Hände

 

Herr, du warst unsere Zuflucht *

von Geschlecht zu Geschlecht.

 

Ehe die Berge geboren wurden, /

die Erde entstand und das Weltall, *

bist du, o Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Kv)

 

Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub *

und sprichst: «Kommt wieder, ihr Menschen!»

 

Denn tausend Jahre sind für dich /

wie der Tag, der gestern vergangen ist, *

wie eine Wache in der Nacht. (Kv)

 

Unsre Tage zu zählen, lehre uns! *

Dann gewinnen wir ein weises Herz.

 

Herr, wende dich uns doch endlich zu! *

Hab Mitleid mit deinen Knechten! (Kv)

 

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! *

Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.

 

Zeig deinen Knechten deine Taten *

und ihren Kindern deine erhabene Macht! (Kv)

 

 

Ruf vor dem Evangelium:

Halleluja.

(So spricht der Herr:)

Ihr seht mich,

weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet.

Halleluja

 

 

Evangelium:    Joh 14,15-21

Aus dem Evangelium nach Johannes                                                                                               

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Wenn ihr mich liebt,

      werdet ihr meine Gebote halten.

Und ich werde den Vater bitten

      und er wird euch einen anderen Beistand geben,

      der für immer bei euch bleiben soll.

Es ist der Geist der Wahrheit,

den die Welt nicht empfangen kann,

      weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.

Ihr aber kennt ihn,

      weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.

Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen,

sondern ich komme wieder zu euch.

Nur noch kurze Zeit,

      und die Welt sieht mich nicht mehr;

ihr aber seht mich,

      weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet.

An jenem Tag werdet ihr erkennen:

Ich bin in meinem Vater,

ihr seid in mir und ich bin in euch.

Wer meine Gebote hat und sie hält,

      der ist es, der mich liebt;

wer mich aber liebt,

wird von meinem Vater geliebt werden

und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

 

 

Ansprache - Impulsgedanke

„Ihr sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben.“

Beim Besuchen eines Betriebes begleitet viele Seelsorger der Gedanke

„Du brauchst Gott nicht in den Betrieb zu bringen, er ist schon dort.“

Es geht vielmehr darum, Jesu Wirken aufzuzeigen, wenn es mir in einem Betrieb begegnet: gelebte Solidarität unter den Arbeitnehmer/inne/n, Einhalten des Arbeitsrechtes, angemessener Umgang mit dem Arbeitszeitgesetz – Einhalten der Sonntagsruhe, gutes Verhältnis Management – Betriebsrat, gelungener Umgang mit Konflikten verhindert Mobbing …

 

 

Antwort der Gemeinde

 

Glaubensbekenntnis

Bekennen wir unseren Glauben an Gott, der alles gut geschaffen hat.

 

Friedenszeichen

Jesus Christus ist unser Friede.

Von ihm bekommen wir die Kraft, uns für Gerechtigkeit und Versöhnung einzusetzen. Geben wir einander ein Zeichen dieses Friedens.

 

 

Kollekte

 

 

Fürbitten

Gott, Du hast uns die Schöpfung anvertraut, damit wir sie weiterentwickeln. Im Bewusstsein unserer Verantwortung dafür bitten wir Dich voll Vertrauen:

 

Für unsere Kirche:

Kurze Stille

Schenk uns allen ein gutes Gespür für Recht und Unrecht innerhalb und außerhalb unserer Gemeinschaft.

Wir bitten dich, erhöre uns

 

Für unsere Verantwortungsträger:

Kurze Stille

Erfülle sie mit deinem Geist, damit sie sich voll Hingabe und Engagement für unser Gemeinwohl einsetzen.

Wir bitten dich, erhöre uns

 

Für unsere Pfarre:

Kurze Stille

Ermutige uns täglich neu im Einsatz für die Armen und zu kurz Gekommenen in unserer Gemeinde.

Wir bitten dich, erhöre uns

 

(Bitten in besonderen Anliegen)

 

Vaterunser

Beten wir miteinander, wie der Herr selbst uns zu beten gelehrt hat.

 

Vater unser

 

Segensgebet

Lasset uns beten

Gott allen Lebens!

Dein Wort ist unserem Fuß eine Leuchte.

Mit diesem Wort hast Du Lahme geheilt und Blinde sehend gemacht.

Segne unser Bemühen,

Dein Wort immer wieder neu zu suchen und danach zu leben, damit Freiheit und Gerechtigkeit unser aller Leben erfüllt.

Dazu segne uns der Vater + de Sohn und der Heilige Geist.

 

Abschluss

 

Lied: Nun singe Lob, du Christenheit (GL 644 1,2,4)

 

Entlassung: Gelobt sei Jesus Christus

in Ewigkeit Amen.

 

Mag. Erwin Löschberger, Graz, 2005

 

 

 
 
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Stand: 07. Oktober 2008