Aschermittwoch

Gedanken zur Feier des Aschermittwoch

 

"Am Mittwoch vor dem ersten Fastensonntag [am Aschermittwoch] beginnen die Christgläubigen mit der Aschenauflegung die Zeit der inneren Reinigung. In diesem Zeichen der Buße, das aus biblischer Überlieferung hervorgegangen und in der Kirche bis heute bewahrt geblieben ist, wird die Haltung des sündigen Menschen zum Ausdruck gebracht, der seine Schuld vor dem Herrn nach außen bekennt und so den Willen zur inneren Umkehr bekundet, getragen von der Hoffnung, dass der Herr gütig und barmherzig ist, langmütig und reich an Erbarmen. Mit diesem Zeichen beginnt der Weg der Umkehr, der sein Ziel in der Feier des Bußsakramentes in den Tagen vor Ostern erreicht." (Zeremoniale für die Bischöfe Nr. 253)

 

Vorüberlegungen

Messe oder Wortgottesdienst?

Das Meßbuch enthält einen bemerkenswerten Hinweis: "Die Segnung und Austeilung der Asche kann auch außerhalb der Messe stattfinden" (MB II S. 80 / MB II2 S. 78). Diese Möglichkeit soll aufgegriffen werden,

weil dieser Tag ein streng gebotener Fasttag ist, der auch ein "eucharistisches Fasten" nahelegt;

weil dem eigentlichen Anliegen - Umkehr und Buße - in einem Wortgottesdienst leichter mehr Raum gegeben werden kann;

weil der Verzicht auf die Eucharistie dem Tag ein besonderes Gepräge zu geben vermag, was für die Feier des liturgischen Jahres wichtig ist;

weil in vielen Pfarren z. B. am Morgen eine Messe, am Abend aber ein Wortgottesdienst gehalten werden kann;

weil dort, wo ein Pfarrer für zwei Pfarren zuständig ist, die Möglichkeit eines Wortgottesdienstes wenigstens in einer der Pfarren sinnvoll ist; den Wortgottesdienst kann auch ein/e Gottesdiensthelfer/in leiten.

Wird eine Eucharistiefeier gehalten, soll das "Hochgebet Versöhnung" genommen werden.

 

Zur Aschermittwochfeier einladen!

Der Aschermittwoch hat eine Bedeutung über das kirchliche Leben hinaus, z. B. durch den "Aschermittwoch der Künstler". Es soll daher überlegt werden, wie man ihm nicht nur bei denen, die am Sonntag regelmäßig in die Kirche gehen, sondern darüberhinaus auch in der Öffentlichkeit Bedeutung geben kann.

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Dem Aschermittwoch durch die Feier selbst Bedeutung geben!

Die Feier des Aschermittwochs muss zu den "großen" Gottesdiensten der Vierzig Tage gehören. Dies kann erreicht werden

durch eine entsprechende Vorbereitung der Feier,

durch das Zusammenwirken der verschiedenen Dienste,

durch die Mitgestaltung eines Chores (Kirchenchor, Jugendchor....),

durch den differenziert bzw. thematisch gespielten Einsatz von Orgel- und Instrumentalmusik oder überhaupt durch den Verzicht auf Orgelspiel,

durch den Verzicht auf Blumenschmuck,

durch das Aufhängen eines Fastenbildes oder Fastentuches.

 

Keine Austeilung der Asche am 1. Fastensonntag!

Würde die Asche bei den Gottesdiensten am Ersten Fastensonntag auch noch ausgeteilt werden, würde man damit die Feier am Aschermittwoch untergraben. Dies ist entschieden abzulehnen und - wo es üblich ist - damit aufzuhören.

 

Die Asche und ihre Bedeutung

Die Asche "wird aus den gesegneten Palmzweigen des Vorjahres bereitet" (Messbuch II S. 77 / Messbuch II2 S. 75). Diese Anweisung scheint nebensächlich zu sein, ist es aber nicht. Durch das Wegräumen der Palmzweige vom Vorjahr wird der Weg auf Ostern hin aufs Neue frei gemacht.

Man kann dazu einladen, die alten Palmbuschen (von der vorjährigen Palmweihe) am Sonntag vor dem Aschermittwoch (Faschingsonntag) in die Kirche mitzubringen und dort abzugeben und aus diesen Palmbuschen die Asche bereiten zu lassen. Dies könnte z.B. durch eine Jugendgruppe gemacht werden.

Die Asche hat gemäß der Symbolik der biblischen Sprache

reinigende und läuternde Kraft,

sie ist Zeichen der Buße ("in Sack und Asche Buße tun") und der Umkehr,

sie verweist auf die Gebrechlichkeit und Vergänglichkeit des Menschen.

 

(vgl. Hans Hollerweger: Vom Aschermittwoch bis Pfingsten,

Impulse für eine sinnvolle Feier,

in: LKÖ Heft 16, Ostern feiern, Seite 38 – 41.

Österreichisches Liturgisches Institut 1995)

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Stand: 23. März 2006