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Hier finden Sie weitere Bildungsimpulse (Gesamtübersicht):
siehe auch:
Familiengottesdienste /
Kindergottesdienste
Liebe User!
Da unsere Impulse weniger auf Familien- und
Kindergottesdienste ausgerichtet sind, möchten wir Ihnen einige grundsätzliche
Hinweise zur Gestaltung dieser Gottesdienste geben sowie auf hilfreiche
Unterlagen verweisen.
Gottesdienst mit Kindern
Überlegungen und Möglichkeiten
1. Kinder wollen und sollen in der Liturgiefeier aktiv
sein können.
Kinder haben einen großen Drang zum Leben. Sie wollen
grundsätzlich aktiv sein, sich am Leben beteiligen und daher ist es für sie
schlimm, wenn sie den Eindruck haben, dass es in der Liturgie darum geht, dass
sie ruhig gestellt sind und möglichst wenig auffallen. Kinder sollen bei jedem
Gottesdienst irgend etwas Aktives einbringen können.
Möglichkeiten: den Altartisch decken (Altartuch, Blumen,
Kerzen, Gaben); beim Gabengang könnten Kinder ganz dünne Kerzen zum Altar
bringen und diese dann in eine Schale mit Sand stecken (das ist auch bei der
Evangelienprozession möglich); Gaben in einer Gabenprozession bringen; beim
Vaterunser um den Altar aufstellen und mit dem Priester die Hände zu Gott
erheben; den Friedensgruß an die Mitfeiernden in der Kirche austeilen; bei der
Tauffeier: Kinder dürfen den Täufling mit Kreuz auf die Stirn segnen; Kinder dürfen
ihre eigene Taufkerze mitnehmen und entzünden.
Kinder sollen erfahren: Mein Beitrag in der Liturgie ist wichtig!

2. Kinder wollen und sollen in der Liturgiefeier ernst
genommen werden.
Nach dem Vorbild Jesu sollen die Kinder immer, also auch in
der Liturgie ernst genommen werden, und zwar mit ihren Gedanken, Erlebnissen und
überhaupt mit ihrem kindgemäßen Erleben der Wirklichkeit, die von Jesus im übrigen
als besonders geeignet für das Eintreten ins Himmelreich hingestellt wird (vgl.
Mk 10,15).
Möglichkeiten: Kinder oft bewusst ansehen (verschafft
An-sehen) und ansprechen (Kinder sind anspruchs-voll): in Predigtgesprächen
oder an anderen Stellen in der Liturgie; direkte und indirekte Kinderzitate
einbauen; Erfahrungen und Erlebnisse von Kindern einbauen und deuten; auch
"Störungen" ernst nehmen, sie vielleicht sogar aufgreifen.
3. Kinder wollen und sollen sich in der Liturgiefeier
bewegen können.
Leben ist Bewegung, was man bei Kindern besonders gut
beobachten kann. Kinder drücken ihr Befinden, ihre Stimmungen normalerweise
spontan auch leiblich aus. Kinder wollen feiern mit Leib und Seele und auch in
der Liturgiefeier eine reichhaltige Gebärdensprache erleben und leben können.
Möglichkeiten: viele Lieder, zu denen es Bewegungen gibt,
die den Inhalt des Liedes sichtbar machen und verstärken (I love Jesus, Vor mir
hinter mir, Gottes Liebe ist wie die Sonne, Von Mensch zu Mensch, Gottes Liebe
ist so wunderbar, ...); Bewegungen zum Vaterunser; einfache Kreistänze um den
Altar; Gebetshaltung mit Priester (Manchmal, wenn sich Kinder frei fühlen und
bei der Sache sind, machen sie spontan mit dem Priester die Orantenhaltung oder
andere Haltungen mit. Warum nicht bewusst dazu einladen?); oder Klatschen zum
Singen; Stationengottesdienste mit Prozession dazwischen (z. B.
Karfreitagsliturgie auf Kalvarienberg; Palmprozession); bei Evangelienprozession
und/oder Gabengang mitgehen.

4. Kinder wollen und sollen auch in der Liturgiefeier
spielen können.
Spielen ist - speziell für Kinder - eine Art, mit der
Wirklichkeit umzugehen und Wirklichkeit zu erleben. Außerdem ist Spielen eine
wichtige Lernform der Kinder. Kinder spielen grundsätzlich gerne, weil das
Spielen etwas Schönes ist. Kinder können gut in andere Rollen schlüpfen und
diese dann von innen erleben. Spielen hat auch Identifikationsfunktion und ist für
den Glauben sehr hilfreich.
Möglichkeiten: - vor allem in kleineren Gruppen und bei
Kinder-Wort-Gottes-Feiern: spielen von biblischen Geschichten (Lesungen,
Evangelien) oder anderen geeigneten Geschichten; Schattenspiele; z. B.
Nachspielen des Einzugs in Jerusalem mit Kindern in einigen Hauptrollen (Jesus,
Apostel, ev. echter Esel, auf dem Jesus reitet), das Letzte Abendmahl mit
Kindern als Apostel, denen von Jesus (ev. Priester) die Füße gewaschen werden,
... Gleichnisse eignen sich sehr gut: z. B. Gleichnis vom Guten Hirten. Oder
beim Martinifestzug kann ein Kind den heiligen Martin spielen und eine Predigt
halten (natürlich gut mit ihm vorbereitet).
5. Kinder wollen und sollen in der Liturgiefeier Nähe spüren
können.
Kinder brauchen Zuwendung und Nähe. Die Liebe,
Zuwendung und Nähe Gottes können und sollen sie konkret erleben in der Liebe,
Zuwendung und Nähe der Menschen. Das gilt auch für die Feier der Liturgie. Im
Gegensatz zu vielen Erwachsenen wollen Kinder in der Nähe des Altars und des
Priesters sein. "Lasst die Kinder zu mir kommen" (Mk 10,14) sagt Jesus
und diesen Auftrag müssen wir versuchen auch ganzheitlich umzusetzen, damit sie
die Erfahrung machen können, dass Jesus "ihnen die Hände auflegt und sie
segnet".
Möglichkeiten: in die Nähe des Altars holen (natürlich
muss es entsprechend einladend sein, z. B. mit Teppich vor Altar); Handhaltung;
Kreuzerl auf die Stirn bei Kommunionspendung und vielleicht manchmal auch als
Einzelsegen beim Schlusssegen; Nähe schaffen auch durch häufigen Augenkontakt;
Kindern sollen dabei die Erfahrung der spürbaren Gemeinschaft mit Gott und
untereinander machen.

6. Kinder wollen und sollen in der Liturgiefeier die
Freude erleben können.
Kinder wie alle Menschen suchen die Freude und sie
gehen gerne dort hin, wo sie Freude erleben und leben können. Wir verkünden
und feiern eine Frohbotschaft und Kinder sollen das auch spüren.
Möglichkeiten: das Wichtigste ist, dass man selber mit
Freude zum Gottesdienst geht und mit Freude mitfeiert. Die Stimmung z. B. des
Vorstehers und der aktiv Beteiligten überträgt sich stark auf die
Mitfeiernden. Ein fröhliches Gesicht kann Wunder wirken; durch entsprechende
Lieder und Musik kann man sehr viel beitragen zur Freude; Kinder einladen, ihr
Freude auch auszudrücken z. B. durch Klatschen, Schwingen oder Tanzen; es darf
auch ruhig einmal gelacht werden in der Liturgiefeier.
7. Kinder wollen und sollen in der Liturgiefeier sichtbare
Zeichen haben können.
Das Gesehene prägt sich viel tiefer ein als das
Nur-Gehörte. Sichtbare Zeichen sind hilfreich sowohl direkt in der Feier der
Liturgie zum Anschauen, Betrachten als auch zum Mitnehmen als Geschenk und
gleichzeitig als Erinnerung an die Feier. Anhand des Mitgenommenen
transportieren sie auch Inhalte in ihren Alltag, in ihre Familie, in die Schule
etc. mit. Vor allem sollte man die zentralen Zeichen der Liturgie entsprechend
vollziehen.
Möglichkeiten: Symbole und Anschauungsmaterial im
Gottesdienst einbauen; zum Mitnehmen z. B. einen Zettel mit Vordruck zum
Ausmalen; einen Wollfaden (an den Kartagen jeden Tag in einer anderen Farbe:
Palmsonntag weiß, Gründonnerstag gelb, Karfreitag schwarz, Ostern bunt);
Samenkorn zum Einsetzen; Krippe aus Papier, jeden Adventsonntag einen Teil zum
Zuhause basteln.

8. Kinder wollen und sollen in der Liturgiefeier alle
Sinne verwenden können.
Kinder wollen etwas be-greifen, ein-sehen, ver-stehen,
ver-kosten, manches schmeckt und anderes ist geschmack-los oder kotzt uns an,
manches lässt auf-horchen und anderes ist un-er-hört, manches riecht nach
Leben, anderes stinkt uns an, manches berührt und bewegt uns, anders haut uns
nicht vom Hocker, manches ist wie Balsam auf unsere Seele und anderes reibt uns
auf oder kratzt an uns, u.s.w. Wir leben sehr stark von unseren Sinnen und
erfahren auch Sinn von unseren Sinnen. Kinder wollen möglichst alle Sinne in
der Liturgie gebrauchen können, um den Sinn unseres Lebens zu erfahren und zu
feiern.
Möglichkeiten: Verwendung von Licht und Bildern, Blumen,
Weihrauch und Düften, ausgewählten Liedern und Musik, Gegenständen zum Berühren;
...
9. Kinder wollen und sollen in der Liturgiefeier Echtheit
erleben können.
Kinder spüren sehr deutlich, ob Inhalt und Ausdruck
unseres Redens und Handelns zusammen stimmen. Sie wollen Stimmigkeit,
Authentizität in unseren Feiern. Ich kann nicht sagen, wir sind alle Schwestern
und Brüder und gleichzeitig meinem Sitznachbarn ein "Hackl ins Kreuz
hauen". Ich kann nicht voll Freude Gott loben wollen im Gloria und das mit
GL 802,2 mit einer finsteren Miene und im Schneckentempo mit Kaugummieffekt.
Wenn der Inhalt dessen, was wir feiern, nicht im Ausdruck spürbar wird, glauben
die Kinder uns nicht und das zurecht. Zur Echtheit gehört auch, dass in der
Liturgie nichts gekünstelt sein soll, weder die Sprache noch die Haltungen,
Handlungen und Gebärden. Kinder brauchen etwa eine kindgerechte Sprache, aber
keine kindische Sprache. Kinder wollen keine Übertreibungen oder eine Show.
Möglichkeit: überprüfen unserer Feiern auf Echtheit und
Stimmigkeit; suchen z. B. von entsprechenden Liedern und Ausdrucksformen, die
dem Inhalt und den Kindern entsprechen. Bei allem, was ich in der Liturgie
spreche, fragen, wie ich das daheim meinen Kindern sagen würde.

10. Kinder wollen und sollen die Liturgiefeier als etwas
erleben können, das zum Leben insgesamt gehört und nicht etwas Isoliertes ist.
Die Liturgie ist Feier unseres Lebens und Glaubens. In
die Liturgie soll unser Leben einfließen, persönlich und in der Gemeinschaft
vor Gott gebracht werden und es soll wieder gestärkt für den Alltag werden.
Kinder sollen spüren, dass ihr Leben in der Liturgiefeiern gemeint und mit
drinnen ist und dass sie für ihr Leben gestärkt werden.
Möglichkeiten: das Leben der Kinder bewusst zur Sprache
bringen oder bringen lassen, ihre Lebenswelt, ihre Erfahrungen. Voraussetzung
dafür ist, dass man als in der Liturgie Verantwortliche/r das Leben der Kinder
kennt. Daher ist für die Liturgiefeier mit Kindern das Davor und Danach sehr
wichtig. Ich muss z. B. als Priester auch außerhalb der Liturgie die Beziehung
mit den Kindern pflegen. Je mehr ihr Leben in meinem Leben eine Rolle spielt,
und je mehr mein Leben in ihrem Leben eine Rolle spielt, desto besser wird auch
das Miteinander-Feiern unsers Lebens und Glaubens gelingen können.
Mag. Stefan Ulz,
Jungscharseelsorger, Graz
(leicht bearbeitet)
Verschiedene Formen sonntäglicher
Gottesdienste
Der "normale" Sonntagsgottesdienst: Kinder
feiern mit
Es ist selbstverständlich geworden, dass Eltern ihre
Kinder in den Gottesdienst mitnehmen. Ziel des pfarrlichen
Sonntagsgottesdienstes ist das gemeinsame Feiern aller Altersgruppen. Wenn es
nicht mehr möglich ist, dass jung und alt miteinander feiern, ist für eine
Pfarrgemeinde höchster Handlungsbedarf. Auch bei sogenannten
"normalen" Sonntagsgottesdiensten soll darauf geachtet werden, dass es
ein Element gibt, wo die Kinder besonders angesprochen werden.

Familienmessen / Kindermessen
Der Kinderliturgiekreis oder eine andere kinderverbundene
Gruppe gestaltet aus der Perspektive der Kinder einen Gottesdienst "für"
die Gemeinde, um gemeinsam mit der großen Feiergemeinde zu beten und zu singen.
Familien tragen einerseits die Vorbereitung und sind zugleich auch die besondere
Zielgruppe dieser Gottesdienste. (Z. B.: Jungscharmessen,
MinistrantInnenaufnahme, Adventsonntag, Fasching, ...)
Kinder-Wortgottesdienste
Eigenständige Gottesdienste, an denen vor allem (kleinere)
Kinder teilnehmen. Die vielfältigsten Formen ganzheitlichen Kommunizierens prägen
diese Feiern. Wenn die große sonntägliche Gottesdienstgemeinde und die
Wortgottesdienstgemeinde der Kinder im Rahmen der Sonntagsmesse wieder
zusammengeführt werden sollen, ist auf einen guten Einstieg und Übergang zu
achten. Wenn vom Kindergottesdienst ein Element in die Messe eingebracht wird,
darf das nicht den Charakter einer Aufführung oder eines Berichts erhalten.

Behelfe – Unterlagen:
• Heike Helmchen-Menke,
GOTT ENTDECKEN - SCHRITT FÜR SCHRITT. Kindgerechte Gottesdienste gestalten.
Herder Verlag, Freiburg i. B. 1998. 160 Seiten. Das Buch bietet neben Anregungen
zur Gestaltung vor allem eine sehr lesenswerte Auseinandersetzung mit dem Thema
"Das Kind - seine relig. Entwicklung: - Was heißt dies für die
Kinderliturgie?
•
"KINDER-GOTTESDIENST-GEMEINDE". Hilfen für den Kinder- und
Familiengottesdienst. Herausgeber: Referat für Kinderpastoral im Pastoralamt
der Diözese Linz. Jährlich erscheinen meist fünf Gottesdienstvorschläge zu
verschiedenen Anlässen bzw. Zeiten des Kirchenjahres. (Einzelpreis ca. €
2,18,--). Auch im Jahresabonnement möglich. (Erhältlich im Behelfsdienst des
Pastoralamtes Linz: Tel.: 0732/7610-3813)
• "EFFATA".
Zeitschrift für Kinderliturgie. Abgeschlossene Zeitschrift der Katholischen
Jungschar der Erzdiözese Wien - jetzt als Sammelbände erhältlich. Je zwei Bände
pro Lesejahr (Gottesdienstmodelle zu den Evangelien oder zu den Lesungen). Es
werden Gottesdienstvorschläge zu jedem Sonn- und Feiertag angeboten. Preis pro
Band € 18.90 (Behelfsdienst Linz)
• Hermann-Josef Frisch, IN
GEMEINSCHAFT FEIERN. Wortgottesdienste für Familien mit Kindern. Lesejahr A.
Patmos-Verlag, Düsseldorf 1998; 190 Seiten; Lesejahr B: ZUM GEHEIMNIS FINDEN ,
1999; Lesejahr C: Vom Leben erzählen, 1997
Vorbildliche Erschließung der Vorbereitung aus dem Gotteswort; die
Gestaltungsimpulse sind nicht fertig ausgeführt, sondern als Anregungen zur
eigenen Umsetzung gedacht. Das Buch bietet Vorschläge für alle Sonn- und
Feiertage.
• Aus der Reihe "Laien
leiten Liturgie":
- Ilse Brachtendorf u. a.,
Wortgottesfeiern mit Kindern. Kinderliturgie parallel zur Messe. Butzon &
Bercker, Kevelaer 2000; 127 Seiten. Gute inhaltliche Orientierung über das
Feiern von Kindern und Erwachsenen am Sonntag; mit einigen konkreten
Textbausteinen
- Ilse Brachtendorf u. a.,
Wortgottesfeiern mit Kindern – 2. Kinderliturgie im Jahreslauf. Butzon &
Bercker, Kevelaer 2001; 136 Seiten. Hilfreiche Ausführungen über: Was macht
einen Gottesdienst zum Gottesdienst? Und: Von der Kunst, mit Kindern
Gottesdienst zu feiern. Konkrete Feierimpulse
• RICHTLINIEN FÜR
KINDERMESSEN. Texte der Liturgischen Kommission Österreichs, Nr. 1, oder
online:
Link:
Direktorium
für Kindermessen
Das Redaktionsteam, 2002

Festgottesdienst mit Weihe des Altares,
des Ambo und des Taufbrunnens
Die angefügte Datei enthält eine kleine
Handreichung, die der Pfarrgemeinde den Sinn und die Gestalt der Weiheliturgie
erschließt. Sie wurde 14 Tage vor der Weihe den TeilnehmerInnen des
Sonntagsgottesdienstes zur Einstimmung überreicht.
Die Pfarrkirche Linz- St. Konrad wurde
kurz vor dem II. Vatikanum erbaut. Für die neue Innengestaltung 2006 wurden vor
allem Altar, Ambo, Vorsitz und Taufbrunnen erneuert (siehe auch: www.dioezese-linz.at/pfarren/linz-stkonrad).
Natürlich „atmet“ der Text die
besondere Pfarr- und Kirchenraumsituation von St. Konrad. Er möchte aber für
ähnliche Situationen textliche Anregungen geben und einladen, die Pfarrgemeinde
auf die Feier vorzubereiten.
Hans
Stockhammer, Mitarbeiter der Pfarre St. Konrad, Linz

Andacht zu den 14 Nothelfern
Zusammengestellt
von Mag. Erwin Löschberger aus verschiedenen Internetseiten (2006) http://www.vierzehnheiligen.de/fr_rundum.htm
http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Vierzehn_heilige_Nothelfer.htm
http://www.museumonline.at/2003/die_14_nothelfer_von_anger/index.htm
Die Entstehung der Andacht
Die vierzehn heiligen Nothelfer
wurden schon im 9. Jahrhundert angerufen und verehrt. Die Verehrung gewann dann
vor allem im pestbedrohten 13./14. Jahrhundert stark an Bedeutung. Die
Menschliche Ohnmacht gegen die Schicksalsschläge und Katastrophen der Zeit
wurde mit Hilfe der Nothelfer bekämpft. In der Not einen Heiligen anrufen half
im Verständnis des Volkes viel, in der Not viele Heilige anrufen half mehr.
In frühen
Darstellungen der 14 Nothelfer findet man häufig zwei Gruppierungen zu je
sieben Heiligen, deren Mittelpunkt die hl. Maria oder der hl. Christopherus
bildet. Die hl. Maria wird jedoch nicht mitgezählt.
Es sind einfach Heilige besonderer Art, die aufgrund ihrer Attribute und ihres
oft schrecklichen Martyriums, wie uns die Legenden berichten, einen hohen
Bekanntheitsgrad erreichten.
Manchmal tritt statt des hl.
Cyriacus der heilige Nikolaus, der auch manchmal als 15. Nothelfer zur Gruppe
stieß. Dies sieht man in vielen Darstellungen, dass bei den 14 Nothelfern der
eine oder andere Heilige fehlt. Das hat seinen Grund darin, dass man Heilige,
die man an einem betreffenden Ort oder in einer Kirche schon vor den 14
Nothelfern verehrte, auch zur Gruppe dazugab oder man ersetzte einen eher
Unbekannten, Fremden, durch den bekannten Lokalheiligen. Das konnte bei den
Heiligen Sebastian, Nikolaus, Leonhard, Wolfgang, Dorothea, Rochus und Oswald
geschehen. Dorothea bildete dann mit den sog. "drei Madln" die
Sondergruppe der Virgines Capitales. Manchmal versuchte man auch einzelne
Heilige herauszulösen, glaubte aber sehr bald wieder, dass einem durch die
Anrufung der ganzen Gruppe eher Hilfe zuteil werden würde.
Im Allgemeinen wird das Fest der 14 Nothelfer am Samstag
nach dem 4. Sonntag nach Ostern gefeiert, obwohl es einen offiziellen
gemeinsamen Festtag für die 14 Nothelfer nicht gibt.

Die 14 Nothelfer: Attribute, Patronate
und Legenden
1. Heiliger
Achatius
griechisch AKAKIOS, der nicht Böse, der
Unschuldige
Gedenktag: 8. Mai
Heimat:
Kappadozien (südliche Türkei)
Todesjahr: um 305 unter Kaiser Diokletian
durch Enthauptung
Attribut: Soldat mit Kreuz und
Dornenkrone
Patronat: Nothelfer in Lebensnoten;
Nothelfer bei Streit um Gerechtigkeit; Patron gegen Verfolgung und Feuer.
Er zählt zu den drei Soldaten- und
Ritterheiligen. Seine Heimat war Kappadozien. Als Hauptmann und Oberst "primicerius"
des kaiserlichen Heeres aus Kappadozien erlitt er das Martyrium in der
diokletianischen Verfolgung um 305. An seiner Hinrichtungsstätte baute man ihm
eine Gedenkkirche.
Achatius von Konstantinopel birgt eine
interessante Legende: demnach soll sein Leichnam in einem Sarg ins Meer geworfen
worden sein, er ging aber nicht unter. Die Wellen trugen den Sarg bis zur Küste
Unteritaliens. In Chale in Kalabrien wurde dem wundertätigen Heiligen eine
Kirche erbaut. Reliquien des Heiligen werden verehrt in Hiersau, Lorch und
Weingarten.
2. Heiliger Ägidius
Name: griechisch AIGIGIOS, der
Schildhalter oder AIGEIDES, die Hirschkuh
Gedenktag: 1. September
Heimat: Gallien
Todesjahr: 720 als Abt
(unter den Nothelfern der einzige Nicht-Martyrer)
Attribut: Mönch, Abt mit Stab, Hirschkuh
mit Pfeil
Patronat: Vieh- und Hirtenpatron; hilft
seelisch Bedrängten; Zuflucht der Sünder; Patron der stillenden Mütter
In Saint-Gilles nahe Nimes in der Rhonemündung
wird sein Grab seit dem 8. Jh. hoch verehrt, zugleich auch Sammelpunkt für die
Jakobuspilger. Die Abteikirche des ehemaligen Klosters Saint-Gilles, einst eine
prächtige Kirche, ist heute auch noch eine Reise wert. Ägidius, der einzige
Nichtmärtyrer unter den Nothelfern, soll sich dort in die Einsamkeit zurückgezogen
haben.
Eine Hirschkuh, die ihm Milch spendete,
wurde auf der Jagd verwundet, suchte bei Ägidius Schutz und konnte dann von ihm
gesund gepflegt werden. So wurde der Heilige auch der Patron für stillende Mütter!
Als Mönch und späterer Abt des von ihm
gegründeten Klosters wurde er vielen Kranken, Notleidenden und Ratsuchenden
Helfer und Bruder.

3. Heilige Barbara
Name: griechisch BARBARA, die Fremde, die
Ausländerin
Gedenktag: 4. Dezember
Heimat: Nikomedien (westl. Türkei)
Todesjahr: 306 durch Enthauptung
Attribut: Turm, Kelch, Hostie, Schwert
Patronat: Bergleute, Bauleute,
Architekten, Dachdecker, Maurer, Soldaten, Artilleristen; Hoffnung in
Finsternis, Trösterin der Gefangenen; Beschützerin vor Gewitter und Feuersnot;
Beschützerin vor einem jähen Tod.
Sie stammt aus Nikomedien und wurde von
ihrem Vater wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit in einen Turm gesperrt.
Als sie ihm gestand, Christin zu sein,
schleppte sie ihr Vater vor den gefürchteten Statthalter, der sie wegen ihrer
Glaubenstreue durch das Schwert hinrichten ließ. Vorher ernährte sie sich von
der Hostie. Deshalb wird sie mit dem Schwert, Hostie und Kelch dargestellt.
- In der Ostkirche zählt die hl. Barbara
zu den "Großen Märtyrern" und zu den Virgines capitales".
Zahlreiche Kirchen mit ihrem Patronat und reiches Brauchtum bekunden ihre
Verehrung.
4. Heiliger Blasius
Name: griechisch BASILEUS, König
Gedenktag: 3. Februar
Heimat: Bischof von Sebaste in Armenien
Todesjahr: 316 durch Enthauptung
Attribut: Bischof mit Stab, Mitra und
zwei gekreuzten, brennenden Kerzen,
Patronat: Helfer in Halsleiden; Patron
der Ärzte, Weber, Wollhändler, Wachszieher, Schneider, Gerber, Blasmusiker;
Vieh- und Wetterpatron;
Zuerst Arzt, dann Bischof von Sebaste,
floh er vor den Christenverfolgern in eine Höhle. Diese entdeckten ihn; er kam
ins Gefängnis und wurde dort vielen zum Helfer und Tröster. So befreite er
einen Knaben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, vor dem drohenden
Erstickungstod. Der Blasiussegen an seinem Gedenktag geht auf diese Legende zurück.
(Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs
und Martyrers Blasius bewahre dich der allmächtige Gott vor aller Krankheit des
Halses und allen übrigen Krankheiten. Im Namen des Vaters …)
Blasius wurde von seinen Schergen arg
geschunden: ein eiserner Kamm zerfleischte ihn (so wurde Blasius zum Patron der
Weber und Wollhändler). Schließlich ist er dann enthauptet worden.
Sein Kult verbreitete sich vor allem
durch die Kreuzfahrer im Abendland. Seine Reliquien gelangten in das württembergische
Kloster Rheinau, nach Paderborn ins Busdorfstift, nach St. Blasien im
Schwarzwald, nach Braunschweig und in die dalmatische Stadt Dubrovnik, wo er als
"Sveti Blasi" Schirmherr wurde. Schon vor der Jahrtausendwende findet
sich in der Unterkirche von St. Clemente in Rom die berühmte Blasiuslegende.
Die älteste Darstellung auf dt. Boden finden wir an einem Tragaltar im
Paderborner Kloster Abdinghof um 1100.

5. Heiliger
Christophorus
Name: griechisch CHRISTO-PHORUS,
Christus-Träger
Gedenktag: 24. Juli
Heimat: Lykien (südliche Türkei)
Todesjahr: um 250 unter Kaiser Decius
durch Enthauptung
Attribut: Jesuskind auf der Schulter,
Stab oder Baumstamm in der Hand
Patronat: Patronat für ein christliches
Tagwerk, Nothelfer in vielen Gefahren,
Retter aus Wassernot; Schutzpatron der
Schiffer, Flößer, aller Reisenden und Kraftfahrer; Helfer gegen einen
unvorhergesehenen Tod.
Schon um 452 wird in Chalkedon ihm zu
Ehren eine Kirche geweiht. Heute sind es im europäischen Raum ca. 3000 Kultorte,
wo er verehrt wird. Der mittelalterliche Mensch - durch einen plötzlichen Tod
in seiner Umgebung erschreckt - ließ den Heiligen an die Wände von Kirchen,
Spitälern und Häusern groß darstellen, damit man schon von weitem sein Bild
erkennen konnte: wer am Morgen ein Christophorus-Bild betrachtet, ist beschützt
bis zum Abend. Heute ist St. Christophorus der Patron aller, die unterwegs sind.
Seine Plakette am Fahrzeug soll den Fahrer an seine Verantwortung erinnern und
ihm Segen bringen.
Reprobus wollte als Riese nur dem Mächtigsten
auf Erden dienen. Bald diente er als Träger Christus an einem reißenden Fluss,
wo er einmal ein Kind an das andere Ufer tragen sollte. Mitten im Fluss wurde es
so drückend, dass er fast zusammen brach. Das Kind sagte: "Du hast nicht
nur die ganze Welt getragen, sondern auch denjenigen, der die Welt erschaffen
hat". Das Christus-Kind soll ihn dann selbst auf den Namen
"Christus-Träger" getauft haben. - Ihm, dem Starken und Mutigen,
trauen wir uns in allen möglichen Gefahren an. Möge der hl. Christophorus
einmal alle gut hinüberbringen - ans andere Ufer. (Kurzgebet: „Hl.
Christophorus hilf, dass ich gut an das andere Ufer komme.)
6. Heiliger
Cyriakus
Name: griechisch KYRIAKOS, dem Herrn
Geweihte, gehörig; latein.: dominicus
Gedenktag: 8. August
Heimat: Rom
Todesjahr: um 305 durch Enthauptung
Attribut: Diakon mit gefesseltem Dämon
(Drachen, Lindwurm)
Patronat: Helfer in heftigen
Versuchungen, gegen böse Geister, Patron der Unterdrückten und Geknechteten, für
die Sterbestunde; Tröster bei schweren Zwangsarbeiten, Winzerpatron.
Er gehört zu den Christen, die in den
Lehmgruben und Thermen des Kaisers Diokletian Zwangsarbeit verrichten mussten.
Als Erzdiakon von Rom leistete er karitativ Gutes für die Armen und half auch
unter den Mitgefangenen. Nach der Legende befreite er die Tochter des Kaisers
Diokletian von dämonischen Krankheiten, symbolisch dargestellt durch einen
Drachen.
Cyriakus wurde am Ende der Qualen mit dem
Schwert hingerichtet. Seine Grabstätte befand sich ursprünglich an der Via
Ostia in Rom. Reliquien kamen seit dem 10. Jh. an die verschiedenen Kirchen
Europas. Die Schatzkammer des Bamberger Doms birgt eine Armreliquie. Große
Verehrung genießt er im mittel- und oberrheinischen Raum.

7. Heiliger Dionys
Name: griechisch DIONYS, der dem Gott
Dionys Geweihte
Gedenktag: 9. Oktober
Heimat: Gallien?
Todesjahr: um 250 durch Enthauptung als
Bischof von Paris
Attribut: Bischof mit Kopf in Händen
(wie St-Nicais in der Kathedrale von Reims)
Patronat: Helfer in Kopfleiden, in
Gewissensängsten, Glaubensnöten und leidvollen Kämpfen, bei denen man
"den Kopf hinhalten muß"; Patron von ganz Frankreich und der Stadt
Paris, ehemals Schutzheiliger der Karolinger.
Als erster Bischof von Paris wurde der
hl. Dionys (französisch: St-Denis)
um 250 auf einem Hügel mit seinen beiden Gefährten Rusticus und Eleutherius
enthauptet ("Eher gebe ich meinen Kopf her, bevor ich meinem Glauben untreu
werde".) Seitdem heißt der Hügel "Berg der Märtyrer" (frz.
Montmartre). Nach der Legende soll er mit seinem Haupt in Händen bis zu seinem
heutigen Grab St-Denis gegangen sein; so ist er auch meist dargestellt (nicht zu
verwechseln mit dem hl. Nicasius von Reims!). Sofort setzte eine große
Wallfahrt zu seinem Grab ein; die heutige Kirche ist die erste gotische Kirche
der Welt und war für einen Zeitraum von über 1.000 Jahren die Grabstätte der
königlichen Familien, die in oft kunstvollen Grabmälern beigesetzt sind.
St-Denis wurde seit den letzten Jahren auch Bischofskirche. Mit ihr war das berühmte
Kloster Corvey verbunden.
8. Heiliger Erasmus
Name: griechisch ERASIMOS, liebenswert,
begehrenswert
Gedenktag: 2. Juni
Heimat: Asien
Todesjahr: um 300 gemartert unter Kaiser
Diokletian
Attribut: Bischofsstab mit Ankerwinde
Patronat: Helfer bei Bauchweh und
Unterleibskrankheiten; Patron der Seeleute,
der Schiffsreisenden, der Drechsler und
Schuhmacher.
Die Legende berichtet vom grausamen
Martyrium des Bischofs von Antiochien in Kleinasien. Bei der Überfahrt mit
einem Schiff nach Süditalien besänftigte er durch sein Gebet das Meer; so
wurde er der Patron der Schiffer in Italien, Spanien und Portugal.
Segensreich wirkte der Bischof als
Missionar in der Hafenstadt Formio, das zwischen Rom und Neapel liegt. Dort
starb er unter dem grausamen Kaiser Diokletian den Martertod. In Italien wird er
auch liebevoll San Elmo genannt.
Seine Gebeine wurden später nach Gaeta
im Golf von Neapel gebracht; darüber bauten die Bewohner den Dom San Eramo.

9. Heiliger
Eustachius
Name: griechisch EUSTACHIOS, der
Fruchtbare
Gedenktag: 20. September
Heimat: Orient
Todesjahr: um 118 unter Kaiser Hadrian
Attribut: Hirsch mit Kreuz im Geweih
Patronat: Patron der Jäger und
Forstleute, der Schützenvereine; Nothelfer gegen Zerstörung der Natur; Helfer
in Glaubenszweifeln und in schweren familiären Schicksalsschlägen.
Zeitlich ist der hl. Eustachius als
erster der 14 Nothelfer um das Jahr 100 einzuordnen. Placidus diente als Oberst
und Befehlshaber einer römischen Legion in Kleinasien. Nach seinem Sieg über
die Perser soll ihm auf der Jagd ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen
dem Geweih erschienen sein. Christus sprach zu ihm, er bekehrte sich mit der
ganzen Familie und erhielt bei der Taufe den Namen Eustachius. Als Christ verlor
er Hab und Gut, seine Familie wurde zerstreut. Nach Rom zurückgebracht erhielt
Eustachius wieder den Oberbefehl, die Familie fand auf wundersame Weise wieder
zusammen. Bei der Siegesfeier zu Ehren der Götter verweigerte der überzeugte
Christ die Götzenopfer. Unter Kaiser Trajan wurde er mit seiner Frau Theopista
und seinen beiden Söhnen Agapitus und Theopistus durch heidnische Fanatiker
verbrannt. - Später ging die Legende mit dem Hirsch auf den hl.Hubert von Lüttich
über (Gedenktag am 3. November).
Kostbare Reliquien bergen die beiden
Kirchen Eustachio in Rom und St-Eustache in Paris.
10. Heiliger Georg
Name: griechisch GEORGOS, der Bauer
Gedenktag: 23. April
Heimat: Kappadozien (südliche Türkei)
Todesjahr: um 305 unter Kaiser Diokletian
Attribut: Ritter mit Schwert und Schild,
auf weißer Fahne ein rotes Kreuz, den Drachen zu Füßen.
Patronat: Patron der Ritter, der Bauern,
der Sattler und Schmiede, der Pfadfinder und Pferde; Vorbild christlicher
Tapferkeit.
Georg wurde auch Großmartyrer genannt,
weil er drei Tode starb und dreimal auferstand. Die Nöte, in denen St. Georg
hilft, sind neben Kriegsgefahr und Pest auch Fieber und Schlangenbiss. Vor allem
aber ist er ein Viehpatron. (Pferdesegnungen, Georgi-Ritte)
Dem Offizier wurden glänzende
Versprechungen für seine militärische Laufbahn gemacht, wenn er Abstand nähme
vom Christentum. Doch auch grausame Folterungen ließen ihn treu zu Christus
stehen.
Legende:
In einem See vor der Stadt Silena in Libyen hauste ein Drache und verpestete die
Luft mit seinem Gifthauch. Täglich mussten ihm zwei Schafe geopfert werden und
nachdem die Schafe zu Ende gegangen waren, jeden Tag ein Mensch. Eines Tages fällt
das Los auf die Tochter des Königs. Nach einem herzzerreißenden Abschied von
den Eltern geht sie an den See hinaus. Da erscheint Georg und bohrt dem Untier
die Lanze in die Seite. Die Königstochter lässt er die halbtote Bestie mit
ihrem Gürtel in die Stadt führen. Die Einwohner lassen sich mitsamt ihrem König
taufen, und Georg tötet den Drachen endgültig. Der Kadaver wird mit fünf
Ochsen aus der Stadt geschleift und im See versenkt. (aus L. Gschwind: Bitte für
uns! S. 54)
Von Ägypten, Äthiopien und Syrien
verbreitete sich sehr bald seine Verehrung über den ganzen Vorderen Orient.
Viele Fresken in Höhlen und Kapellen zeigen Szenen seines Martyriums.
Georgskirchen sind im Abendland bereits im 6. Jh. nachweisbar. Das Bild des
Heiligen als Krieger und Ritter zu Pferd wird vor allem von den Kreuzfahrern
verbreitet. Nach dem Erzengel Michael nimmt Georg als Drachenkämpfer den ersten
Platz ein.

11. Heilige
Katharina
Name: griechisch AIKATHARINE, die allzeit
Reine
Gedenktag: 25. November
Heimat: Alexandrien in Ägypten
Todesjahr: 10 durch Enthauptung
Attribut: Krone, Buch, Schwert,
(zerbrochenes) Rad
Patronat: Patronin des Lehrstandes, der
Philosophen, Theologen, Rechtsgelehrten, Notare, Wissenschaftler, Politiker, der
Buchdrucker, Friseure, Fuhrleute, Müller, Seiler, Töpfer, Wagner, Schuhmacher,
Spinnerinnen, der Spitäler und Hospitäler; Nothelferin in vielen Ängsten. Fürsprecherin
um Beharrlichkeit im Guten.
Die Legende berichtet davon, dass
Katharina an der Universität von Alexandrien studiert hat, dass sie aus königlichem
Geschlechte stammte und von großer Schönheit war. Obwohl sie für das Glück
geboren schien, war sie unglücklich, weil ihr Suchen nach Wahrheit, der
Beantwortung der letzten Fragen, ohne Antwort blieb. Nicht die Professoren,
nicht die Bücher, nicht Vorträge und Diskussionen brachten den Durchbruch,
sondern ein Einsiedler, der sie auf Jesus Christus verwies. In der Begegnung mit
ihm fand sie alles, was sie suchte.
Ihre klugen Antworten verwirrten den
Kaiser, der sie selbst verhörte. Professoren wurden geholt. Sie sollten
Katharina nicht nur mundtot machen, sondern sie auch überzeugen, dass Jesus
weder gelebt habe, noch am Kreuz gestorben sei, gar nicht zu reden von seiner
Auferstehung. Katharina argumentierte jedoch so geschickt, dass selbst die
Gemahlin des Kaisers zum Glauben fand. Daraufhin war dieser so wütend, dass er
sie zum Tod durch Rädern verurteilte. Das Rad, freilich, auf das Katharina
gebunden wurde, zerbrauch. Nach der Enthauptung wurde ihr Leichnam von Engeln
auf den Gottesberg Sinai getragen. Am Sinai steht das berühmte
Katharinenkloster mit einer großen Bibliothek.
Das Katharinen-Heiligtum ist das
bedeutendste steinerne Denkmal ihrer Verehrung. Schon früh setzte im Orient und
dann auch im Abendland ihr Kult ein. Zentrum waren die Benediktinerklöster
Monte Cassino und St. Gallen. Um 1000 gelangten wertvolle Reliquien nach Rouen
in Frankreich. Ihre Verehrung verbreiteten vor allem die Kreuzritter. Im 13. und
14. Jh. erwählten viele Zünfte die hl. Katharina zu ihrer Patronin. Im 15. Jh.
zählte man sie mit den beiden heiligen Barbara und Margareta zu den
Nothelferinnen, den "drei heiligen Madln". Diese und die hl. Dorothea
werden die "Virgines capitales" genannt. Universitäten wie Paris,
Heidelberg, Wittenberg und Tübingen führen ihr Bildnis im amtlichen Siegel.
12.
Name: griechisch MARGARITE , die Perle
Gedenktag: 20. Juli
Heimat: Pisidien (südliche Türkei)
Todesjahr: um 307 durch Enthauptung
Attribut: Krone, Kreuz, Drachen am Band
Patronat: Patronin des Nährstandes und
der Landleute; Helferin in Geburtsnöten, Fürsprecherin der Armen, für
ungewollt kinderlose Frauen
Nach einer alten Legende wurde sie von
ihrem Vater, einem heidnischen Priester, verstoßen und musste Schweine hüten.
Deshalb wurde sie später die Patronin der Landleute. Wegen ihrer Schönheit
begehrte sie der Stadtpräfekt von Antiochien und wollte sie zum Abfall ihres
Glaubens zwingen. Im Gefängnis erschien ihr ein Drache, das Zeichen für das Böse.
Das Kreuz in ihrer Hand und der Drache zur Seite besagen, dass Margareta in der
Kraft des Kreuzes das Böse besiegt hat.
Die Margaretentradition ist in unserem
Volk tief verwurzelt: Gretchen in Goethes Faust, die Gretel im Märchen. Die
Margueritenblume erinnert an die Heilige aus dem Osten. Der Margaretentag hatte
im bäuerlichen Jahr eine besondere Bedeutung: Beginn der Ernte, Erledigung der
Pacht- und Getreidezinsen. Zahllose Gotteshäuser in aller Welt tragen ihren
Namen.

13. Heiliger
Pantaleon
Name: griechisch PANTELEIMON, ganz
mitleidig, der Allerbarmer
Gedenktag: 27. Juli
Heimat: Nikomedien (Türkei)
Todesjahr: 305 als Leibarzt Kaiser
Maximians gemartert
Attribut: Hände auf den Kopf genagelt
Patronat: Patron der Ärzte, Hebammen und
der Kranken, Helfer gegen Kopfweh.
Als geschätzter Leibarzt des Kaisers
Maximian half der hl. Nothelfer neben den körperlichen und seelischen Nöten
vielen Armen mit seinem Vermögen. Im Orient zählt er zu den "Hagioi
anargyrioi", den unentgeltlich Helfenden. Diese Gruppe war im Orient quasi
das Gegenstück zu unseren Nothelfern. Neidische Arztkollegen verrieten beim
Kaiser, dass er Christ sei.
"Lieber sollen meine Hände
verdorren, als dass ich sie zum Schwur der heidnischen Götter erhebe",
soll der überzeugte Christ Pantaleon gesagt haben. An einem Olivenbaum
angebunden nagelten ihm seine Peiniger beide Hände auf den Kopf. Sterbend
betete er noch für sie. Darauf geht sein Name "Panteleimon" zurück.
In mehreren Kirchen werden Glasampullen mit dem Blut des heiligen Martyrers
aufbewahrt. Der Erzbischof Gero von Köln brachte 871 von Konstantinopel eine
Reliquie des Heiligen mit. Die dortige romanische Kirche St. Pantaleon, die seit
1208 auch den Schädel des Heiligen als Reliquie bei sich birgt, ist eine
kunstgeschichtliche Sehenswürdigkeit. In Österreich heißen zwei Orte St.
Pantaleon. In Oberrotweil am Kaiserstuhl ist die Pferdeprozession ihm zu Ehren
alte Tradition.
14. Heiliger Vitus
Name: lateinisch VITUS, lebensvoll oder
"mein lieber Kleiner"
Gedenktag: 15 Juni
Heimat: Sizilien
Todesjahr: um 304 gemartert unter Kaiser
Diokletian
Attribut: Ölkessel, Hahn, Adler, Buch
Patronat: Helfer in Anfällen und Notfällen
wie Epilepsie (Veitstanz), Tollwut,
Schlangenbiss, bei Blitz und Ungewitter, zur Zeit von Aussaat und Ernte; Patron
der Lahmen und Blinden, der Schmiede, Küfer, Gastwirte, Bierbrauer,
Schauspieler, Apotheker, der Jugend und der Haustiere (Geflügel); Schutzpatron
gegen Krankheiten bei Mensch und Vieh; Schutzherr zahlreicher Zünfte und
Bruderschaften.
In der Kurzform Vitus steckt der Name
Vitalis, der Lebenskräftige. Eine andere Form sind Veit oder Vit. Das älteste
Zeugnis des jugendlichen Märtyrers aus Sizilien findet sich im Martyrologium
Hieronymianum um 450. Seine Eltern waren Heiden. Er selbst wurde im Hause
christlicher Eheleute getauft und erzogen. Sein Vater war erbost, als er von der
Taufe seines Sohnes hörte. Die Legende lässt wissen, dass der Kaiser
Diokletian den Jungen in den Kerker sperren ließ, obwohl jener dessen Sohn von
der Besessenheit geheilt hatte. In einem Kessel mit siedendem Pech beendete der
12jährige sein mutiges Christ sein. So wurde der Kessel zum Kennzeichen des
Heiligen. Später kommen Hahn und Adler, Symbole für Wachsamkeit, sowie das
Buch als Zeichen der Glaubensstärke, hinzu.
Seine Gebeine gelangen nach St-Denis in
Paris, 836 von dort in die Weserabtei Corvey, die zum Mittelpunkt der
Vitus-Verehrung wurde. Sachsen und Pommern verehren ihn als Patron. 1335 brachte
Kaiser
Karl IV. brachte sein Haupt als kostbare
Reliquie nach Prag. Der gewaltige Veitsdom trägt seinen Namen. So ist Vitus
auch Nationalheiliger von Böhmen.

Christliche
Begräbniskultur
Tote
zu bestatten und Trauernde zu trösten sind Werke der Barmherzigkeit und stellen
ein wichtiges Element kirchlicher Diakonie dar. Die pietätvolle Bestattung der
Toten ist Liebesdienst sowohl der Angehörigen wie auch der christlichen
Gemeinde, letztlich eine Menschenpflicht.
Zur
Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit menschlicher Existenz und der
Wirklichkeit des Todes gehört auch die Verabschiedung vom toten Körper: das
Ankleiden des Toten, das liebevolle Berühren und der Anblick des Leichnams, das
bis zu drei Tage gehende Abschiednehmen am Sarg, das offene Grab, das Einsenken
des Sarges in die Erde.
Für
den Trauerprozess ist die Zulassung solcher Erfahrungen heilsam und notwendig,
soll der Schmerz des Verlustes und des Abschied nicht verschleppt werden. Trauer
braucht Raum, Schutz und Zeit. Angehörige und mit dem/der Verstorbenen
Verbundene haben ein Recht darauf, würdig und angemessen Abschied nehmen zu können.
In
der kirchlichen Begräbnisfeier begegnen wir dem Tod als dem, was er ist: eine
schmerzlichen Wirklichkeit. Dabei wird der Schmerz nicht verdrängt und die
Trauer nicht überspielt, sondern diese schreckliche Wirklichkeit „Tod“ wird
in Relation gesetzt zu der aus dem Glauben kommenden Hoffnung. Das kirchliche
Begräbnis ist getragen von der christlichen Hoffnung auf Auferstehung und
ewiges Leben. Christen erinnern sich der Toten, nicht
damit sie leben, sondern weil sie leben. Sie hoffen auf Leben und Gemeinschaft mit den Verstorbenen über den
leiblichen Tod hinaus.
Zur
christlichen Begräbnisfeier mit Erdbestattung gehört das Einsenken des Sarges
in die Erde. Dieser Ritus gibt der Feier der „Beerdigung“ den Namen. Es kann
sein, dass das Einsenken starke Emotionen bei den Angehörigen auslöst. Dennoch
muss dieses bleiben, denn die Trennung vom Verstorbenen, die das Vesenken
deutlich macht, und der daraus entstehende Schmerz gehören wesentlich zur
Trauerbewältigung. Wird dieser Schmerz nicht zugelassen, dann wird er bloß
verschleppt und hemmt den Trauerprozess. Das bloße Hinstellen und
Nicht-Versenken des Sarges ist unehrlich gegenüber den Angehörigen, denn damit
bleibt die Beerdigung unvollendet.
Zu
unserer christlichen Begräbniskultur zählen:
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–
Kirchliche
Begräbnisfeier: Beerdigung (bzw. Beisetzung) und Begräbnismesse.
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–
Persönliches
und gemeinsames Beten für den/die Verstorbene/n
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–
Erstellung
und Gestaltung der Todesanzeige zur Benachrichtigung der Verwandten, Freunde
und Bekannten des/der Verstorbenen
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–
Auswahl
und Gestaltung des Sterbebildchens zum Gedenken an den/die Verstorbene/n
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–
Kranzspenden
und Blumen
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Geldspenden
für einen bestimmten Zweck auf Wunsch des/der Verstorbenen
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–
Messfeiern
für die Verstorbenen.
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siehe
auch die gesamte Handreichung
Erstellt
nach einer Vorlage aus dem Referat für Liturgie
der
Diözese Eisenstadt, St. Rochus-Straße 21, 7000 Eisenstadt
Neubearbeitet
vom Österr. Liturgischen Institut
Erzabtei
St. Peter, Postfach 113, 5010 Salzburg

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