Zum Fest der Taufe Jesu

Der Gehalt des Festes und Anregungen zur Gestaltung

 

Die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes dem Täufer war immer schon für die feiernde christliche Gemeinde ein Fest von besonderer heilsgeschichtlicher Bedeutung. Bei der Taufe Jesu wurde die Gottessohnschaft Jesu offenbart: Jesus wurde mit dem Heiligen Geist zum Messias für sein öffentliches Wirken gesalbt, und Jesus setzte ein Zeichen, in dem er sich, der Sündelose, mit den Sündern solidarisierte und so den Heilsinhalt seiner Sendung zu den Sündern verkündete. Das Wasser ist dabei Zeichen der Sündenvergebung.

Inhalt des Wortes Gottes an diesem Festtag ist die Sendung und Salbung Jesu zum Amt des Messias, den das Volk mit großer Sehnsucht erwartete.

Ursprünglich war die Taufe Jesu ein Element des Epiphaniefestes. Heute das Fest der Taufe am Sonntag nach dem Epiphaniefest gefeiert und mit diesem Fest endet der Weihnachtsfestkreis.

 

 

Gedanken zur möglichen Gestaltung des feierlichen Gottesdienstes

 

a) Feier des Taufgedächtnisses

An diesem Fest soll die Eröffnung der Heiligen Messe von der Taufthematik geprägt sein. Deshalb kann man schon am Epiphaniefest (6. Jänner) die Gläubigen einladen, am kommenden Sonntag, dem Fest der Taufe des Herrn, die Taufkerzen mitzunehmen. (Dadurch sollte das Bewusstsein der Gläubigen auf ihre Taufe und die Vergebung der Sünden hingelenkt werden. Ein Hinweis auf den Unterschied der Johannestaufe zum Taufsakrament ist dabei allerdings angebracht.)

Nach der Begrüßung wird Wasser in einem Gefäß gesegnet (Benediktionale S 196 – 198) und die Taufkerzen werden entzündet. Wo bereits zum Fest der Erscheinung des Herrn das Wasser ("Dreikönigswasser") feierlich gesegnet wurde, soll dieses verwendet werden. Anschließend erfolgt die Erneuerung des Taufversprechens. Mit der Besprengung der feiernden Gemeinde endet der Ritus.

Als begleitende Lieder eignen sich:

GL 635 Ich bin getauft

GL 637 Lasst uns loben

GL 852 Fest soll mein Taufbund

 

b) Lichtritus

Eine andere Form feierlicher Gestaltung ist die Feier eines "Lucernars" (eine Lichtfeier) am Beginn der Heiligen Messe:

Die brennende Osterkerze wird hereingetragen und Jesus, das wahre Licht, wird mit einem Ruf begrüßt.

Die Gläubigen tragen schmale Kerzen, die nun mit dem Licht der Osterkerze entzündet werden (begleitendes Lied: "Morgenstern der finstern Nacht", GL 555 oder "Du höchstes Licht", GL 557).

Wasser in einem Gefäß wird gesegnet

Darauf folgt die Erneuerung des Taufversprechens.

Anschließend gehen die Gläubigen zu einer vorbereiteten großen Schale, die mit Sand gefüllt ist, und stecken ihre Kerzen in den Sand. Sie gehen weiter zum gesegneten Wasser und bekreuzigen sich (gegebenenfalls auch gegenseitig).

Dabei können neben den oben genannten Taufliedern auch Psalmen gesungen werden. (Antiphon: "All ihr Dürstenden", GL 209/2 oder "Meine Seele dürstet allezeit nach Gott", GL 209/3 und Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirt", GL 718/2 oder Psalm 42: "Meine Seele dürstet allezeit nach Gott", GL 726/2 oder Psalm 92. "Wie schön ist es, dem Herrn zu danken" , GL 737/2)

Das Luzernar klingt im festlichen Gesang des Gloria aus.

 

Wenn am Festtag keine Messe gefeiert werden kann und eine Wort-Gottes-Feier gehalten wird, können das Taufgedächtnis und der Licht/Taufgedächtnis-Ritus auch nach der Verkündigung des Evangeliums eingefügt werden.

 

Das Fest der Taufe des Herrn soll noch einmal alle gefeierten Heilsgeheimnisse des Weihnachtsfestkreises in Erinnerung rufen.

 

Dr. Gustav Pirich, Hollabrunn - 2003

 

 
 
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Stand: 19. November 2010