EINBEZIEHUNG VON ZEICHEN IM WORTGOTTESDIENST

 

Damit die Wort-Gottes-Feier auch auf der Zeichenebene den normalen liturgischen Standart behält, sollte man mit besonderer Sorgfalt bei der Gestaltung darauf achten. Die Zeichenhandlungen sprechen im Vergleich zum gesprochenen Wort mehr das Herz an und sind in der Wort-Gottes-Feier unverzichtbar.

Beispielhaft werden einige Möglichkeiten aufgelistet. Natürlich können und sollen nicht immer alle Zeichenhandlungen eingesetzt werden. Auch bei einer Wort-Gottes-Feier sollten wir zwischen Hochfest und normalen Sonntag, zwischen Sonntag und Wochentag unterscheiden. Ein sorgfältiger Umgang mit dem Lektionar bzw. Evangeliar sollte nie fehlen. Außerdem sollte eine Form des Dankgebetes mit Zeichenhandlung in einer Wort-Gottes-Feier immer vorkommen.

 

Raumgestaltung – Allgemeine Überlegungen:

Kreuz, Osterkerze oder ein Christusbild auf einem Tischchen vor den Altar hinstellen.

Falls keine Bibelprozession bzw. Evangelienprozession gemacht wird, können schon von Anfang an beim Ambo eine (oder zwei) Kerzen stehen.

Die Wort-Gottes-Feier ist Liturgie der Kirche. Die liturgischen Rollenträger (Leiter/-in, Lektoren/-innen, Kantor/-in, [Kommunionhelfer/-innen], Ministranten) können wie bei der Messfeier auch ein liturgisches Laienkleid (weiße Alba – als Taufkleid) tragen.

 

Eröffnung:

Einzugsprozession: Mittragen der Bibel (hochheben und den Gläubigen zeigen), begleitet von zwei Leuchtern.

Lichtergebete bei Abendgottesdiensten (Entzünden der Kerzen [besonders Adventkranzkerzen] in der ganzen Kirche während eines Liedes bzw. Gebetes, das Christus als unser Licht lobpreist.)

Tauferneuerung mit Prozession zu Taufbrunnen bzw. Weihwasserschalen, die Gläubigen bekreuzigen sich mit dem Wasser (Glaubensbekenntnis, Tauflied oder Meditationstext begleiten diese Prozession).

Bußakt mit Symbolen (z.B. Stein, Scherben, ...)

Knien bei Schuldbekenntnis

Friedensgruß in der Osterzeit als Eröffnungsritus (vgl. Behelf)

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Wortverkündigung:

Prozession mit Evangeliar zum Ambo – Begleitung durch 2 Ministranten mit Kerzen (auch Weihrauch ist möglich), die während der Evangeliumsverkündigung am Ambo stehen bleiben. (Wenn kein Evangelienbuch vorhanden ist, stellt man das beim Einzug mitgetragene Lektionar auf den Altar, und holt es zur 1. Lesung – ohne Ministrantenbegleitung. In diesem Falle kommen die Ministranten erst zur Evangeliumsverkündigung zum Ambo).

Wenn das Evangelienbuch an einem anderen Ort in der Kirche liegt, können Kinder mit dem Diakon oder Lektor mitgehen, und die Prozession mit Kerzen oder nur Halleluja singend begleiten.

Hochheben des Lektionars bzw. Evangeliars nach der Evangeliumsverkündigung: "Evangelium unseres Herrn Jesus Christus!"

Sichtbares Ablegen des Evangeliars bzw. Lektionars: In manchen Gemeinden gibt es einen Ambo, der auf der Vorderseite eine Auflage für das Lektionar hat. Andere Gemeinden wiederum legen nach der Evangeliumsverkündigung das Evangeliar auf einen eigenen Ort (z.B. auf einen Seitenaltar). Man kann das Evangeliar auch wieder auf den Altar oder auf das Tischchen vor den Altar stellen.

 

Dankgebete – Grosses Gebet mit Zeichenhandlung:

 
Weihrauchgebetsformen:
  1. Man stellt eine Weihrauchschale auf den Altar, legt Weihrauch ein und betet ein gemeinsames Gebet (z.B. Dankgebet, Magnificat oder Psalm 141, oder ... ).

  2. Alle Teilnehmer/-innen legen ein Weihrauchkorn ein, als Ausdruck ihres persönlichen Dank- oder Fürbittegebetes. Die Weihrauchschale bzw. das Weihrauchschiff steht auf einem Tisch vor dem Altar oder auf dem Altar. Bei einer großen Anzahl von Mitfeiernden muss man entweder zwei Weihrauchschalen verwenden oder man kann die liturgischen Rollenträger stellvertretend für die anderen Weihrauchkörner einlegen lassen.

Dankgebet mit Weihrauchschale vor oder auf dem Altar

Gebet in der Weihnachtszeit vor der Krippe (mit Weihrauch oder Kerzen)

Gebet in der Fastenzeit vor dem Kreuz mit Weihrauch

Gebet in der Osterzeit vor der Osterkerze mit Weihrauch

Gebet vor einem Christusbild mit Weihrauch (z.B. Ikone oder ein anderes Bild, das dem Evangelium entspricht).

Verehrung des Wortes Gottes mit oder ohne Weihrauch (Verneigung vor dem geöffneten Evangelienbuch und/oder Berührung des geöffneten Buches mit der Hand. Begleitgebete, die die Bedeutung des Wortes Gottes hervorheben: Psalm 19 bzw. Ps 119, oder zur Tageslesung)

Gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten mit Weihrauch (an Fronleichnam und bei entsprechendem Evangelien, z.B. von Brotvermehrung, Johannesreden: "Ich bin das Brot des Lebens," ... / Ablauf: Das Ziborium bzw. die Patene soll durch einen Kommunionhelfer auf den Altar gestellt werden. Es folgen Anbetungsgebete und Gesänge. Der Kommunionhelfer überträgt in einer schlichten Form [ohne Segen] die Patene bzw. das Ziborium wieder in den Tabernakel).

Fürbittgebet mit Entzünden von Kerzen (jeder einzelne oder stellvertretend, für jede Fürbitte eine Kerze (Siebenarmiger Leuchter?])

Friedensgruß

 

Entlassung:

Mitgeben eines Spruches als Gedanke für den Alltag (z.B. Ausschnitt aus den Schriftstellen, Gebeten oder Gedanken)

Während des Segensgebetes die rechte Hand auf die Schulter des Nachbarn legen (z.B. wie beim Schlussgebet der 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Graz)

Mitgeben von geweihtem Wasser in der Osterzeit

Agape nach dem Wortgottesdienst.

 

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Mag. Erwin Löschberger, Liturgiereferent der Diözese Graz-Seckau

(2002)

 

 
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Stand: 25. August 2008