Elemente zu einer Wort-Gottes-Feier

am Nationalfeiertag (26.10.2006)

 

 

Einstimmung

 

Am 26. 10. 1955 beschloss die noch junge Republik Österreich im österreichischen Parlament die immerwährende Neutralität. Besonders die Sowjetunion drängte auf diesen Beschluss, hatte sie doch Angst, dass Österreich sich dem westlichen Bündnis (NATO, …) allzu sehr annähern würde.

 

Die Jahre bis zum EU-Beitritt bescherten dem neutralen Österreich einen Wirtschaftsaufschwung und hohe soziale Sicherheit. International wurde unser Land mehr und mehr zu einem Vorbild für sozialen Frieden und gelungene Diplomatie im Sinne des Ausgleichs zwischen Ost und West. Sozialpartnerschaft und niedrige Arbeitslosenrate waren für viele Länder der Welt vorbildhaft.

 

Die Neutralität heute steht im Spannungsgefüge zwischen ihren Verteidigern, die sich nicht gern in die politischen Gewichte EU und NATO eingliedern wollen, und denen, für die sie mehr und mehr zu einem Anachronismus wird. Für sie ist unsere Mitgliedschaft bei der EU ein Faktum, das „Extrawünsche“ nicht zulässt.

 

Greif- und spürbar werden diese Gedanken, wenn österreichische Soldaten in Krisenregionen eingesetzt werden sollen und dort ihr Leben riskieren.

 

Biblische bzw. theologische Dimensionen, die hier angesprochen wären, sind

Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit in der Politik (Propheten des ATs)

Das Bemühen um Frieden und Ausgleich

Der Einsatz für die Schwachen im Land

Vorsicht vor Bündnissystemen und Treue Jahwe gegenüber

Gemeinschaft leben

Freiheit verantwortungsvoll leben

 

 

Liedvorschläge

 

Zum Einzug

GL 263 Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus

GL 622 Hilf, Herr meines Lebens

GL 644 Sonne der Gerechtigkeit

Segen 269 Manchmal feiern wir mitten im Tag

 

 

Kyrie

Segen 132 Meine engen Grenzen

 

Gabenbereitung

GL 802/4 Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben

Lob 347 Nimm, o Herr, die Gaben

Segen 356 Wenn wir das Leben teilen

SJ 292 Schau auf unsre Gaben

 

Heilig

GL 802/5 Heilig

Segen 212 Heilig, heilig, heilig, Herr

Segen 214 Heilig

Heilig ist der Herr Zebaoth

 

Kommunionlied

GL 802/7 Mein Heiland, Herr und Meister

SJ 266 Nimm mein Leben

SJ 352 Wandle du mein Herz

Segen 6 Meine Zeit

 

Dankgesang

GL 266 Nun danket alle Gott

GL 268 Singt dem Herrn ein neues Lied

Segen 109 Du, Herr, gabst uns dein festes Wort

SJ 348 Von Ewigkeit zu Ewigkeit

Von guten Mächten wunderbar geborgen

 

Verwendete Liederbücher:

GL – Gotteslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch, Diözese St. Pölten, hrg. von den Bischöfen Deutschlands und Österreichs und der Bistümer Bozen-Brixen, Lüttich und Luxemburg, Stuttgart, St. Pölten 1975.

Segen – Du wirst ein Segen sein. Neue Lieder für Gottesdienst und Gemeinde, hrg. von Karl Maderner bearb. Von Roswitha Pendl und Anton Schrettle, Heiligenkreuz an der Wasen 1993.

SJ – Singe Jerusalem hrg. vom Verein zur Förderung der Katholisch-Charismatischen Erneuerung / Steiermark, Graz 2001.

 

 

Elemente für eine Wort Gottes Feier

zum Nationalfeiertag

 

Einzug:

GL 644 Sonne der Gerechtigkeit

 

Kreuzzeichen und Liturgischer Gruß

 

V: Der Herr ist in unserer Mitte.

A: Er ist wirklich unter uns.

 

Einstimmende Worte

 

Siehe oben „Einstimmung“

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Christusrufe / Kyrie

 

V Herr, Jesus Christus, du Garant unserer Freiheit

(K) / A Herr, erbarme dich unser.

 

V Herr Jesus Christus, Weg, Wahrheit und Leben

(K) / A Christus, erbarme dich unser.

 

V Herr Jesus Christus, du Mahner zur Gerechtigkeit

(K) / A Herr, erbarme dich unser.

 

 

Eröffnungsgebet

 

Lasset uns beten.

 

(Stille)

 

Gerechter Gott!

Du hast Israel aus Ägypten befreit und rufst uns Menschen unentwegt dazu auf, gerecht und liebevoll miteinander umzugehen. Mach uns hellhörig für dein Wort, damit wir erkennen, welche Weisung du in unsere Herzen legst.

Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Herrn. A Amen.

 

Lesung: Eph 3,14-21

 

Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird, und bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit schenken, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können, er werde verherrlicht durch die Kirche und durch Christus Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen.

 (Stille)

 

 

Psalm 18   (2;5;7;17;26;28;29)

 

Ant. Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, /

mein Gott macht meine Finsternis hell.

 

Oder Kehrvers (KV): GL 712 Du führst mich hinaus ins Weite

 

Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke, /

Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter.

 

Mich umfingen die Fesseln des Todes, /

mich erschreckten die Fluten des Verderbens. (KV)

 

In meiner Not rief ich zum Herrn /

und schrie zu meinem Gott.

 

Er griff aus der Höhe herab und fasste mich, /

zog mich heraus aus gewaltigen Wassern. (KV)

 

Gegen den Treuen zeigst du dich treu, /

an dem Aufrichtigen handelst du recht.

 

Dem bedrückten Volk bringst du Heil, /

doch die Blicke der Stolzen zwingst du nieder. (KV)

 

(Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, /

mein Gott macht meine Finsternis hell.)

 

Ant. Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, /

mein Gott macht meine Finsternis hell.

 

 

Ruf vor dem Evangelium   (Mk 12,17)

 

Halleluia. Halleluia

 

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

 

Halleluia, Halleluia

 

 

Evangelium: Mk 12,13-17

 

V: Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

A: Ehre sei Dir, o Herr.

 

Einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes wurden zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken.

Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?

Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen.

Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers.

Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

 

 

Gedanken zu Auslegung und Deutung (Stichworte)

 

Wer fest in der Liebe Christi verwurzelt ist

 

… geht eine Bezeihung mit ihm ein, die Halt gibt

bleibt mit ihm im Gespräch (wird und bleibt ein betender Mensch)

kümmert sich um den Armen und Ärmsten in seiner Umgebung, weil er in ihnen den leidenden Christus erkennt.

widerspricht, wenn Menschen oder Gesetze Unrecht erzeugen oder zulassen.

bekennt sich zu ihm in der Öffentlichkeit

 

… lebt nicht für sich allein , sondern engagiert sich innerhalb und außerhalb der Kirche für Gerechtigkeit und Freiheit im Sinne Jesu.

 

… wird auf diesem Weg ein überzeugter Christ und ein mündiger Staatsbürger (Erziehungsziel des Hl. Don Bosco)

 

… einige Gedanken zu passenden aktuellen Anliegen in Kirche und Staat.

 

Schuldbekenntnis und Vergebungsbitte

 

 

(Kollekte)

 

 

Lobpreis

 

Lobpreis und Hymnus

 

K (Kantor)

L (Lektor)

A (Alle)

 

K:        Preiset den Herrn, denn er ist gerecht und gut.

A:         Preiset den Herrn, denn er ist gerecht und gut.

 

L:         Gepriesen bis du, Herr, unser Gott.

            Alles, was du tust, ist gerecht und gut.

 

A:         Preiset den Herrn, denn er ist gerecht und gut.

 

L:         All deine Taten sind gerecht und vollkommen.

            Voll Weisheit lenkst du Erde und Menschen.

 

A:         Preiset den Herrn, denn er ist gerecht und gut.

 

L:         Du hast Israel, dein Volk befreit und begleitet.

            Hast ganz Ägypten deine Größe gezeigt.

 

A:         Preiset den Herrn, denn er ist gerecht und gut.

 

L:         Du hast Mose deine Gebote gegeben.

            Er hat sie kundgetan deinem ganzen Volk.

 

A:         Preiset den Herrn, denn er ist gerecht und gut.

 

L:         Die Proheten haben dich mutig bekannt.

            Damit Israel wieder umkehrt zu dir.

 

A:         Preiset den Herrn, denn er ist gerecht und gut.

 

L:         In Jesus hast du uns erlöst und ermutigt.

            Seine Liebe und Barmherzigkeit hört nie auf.

 

A:         Preiset den Herrn, denn er ist gerecht und gut.

 

L:         Gepriesen bist du, Herr, unser Gott,

            durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn.

            Im Heiligen Geist versammelt, stimmen wir ein

            in den Lobgesang der himmlichen Chöre.

 

 

Hymnus

 

 

Fürbitten

 

L: Gerechtigkeit geht vor Gott her und Heil folgt der Spur seiner Schritte (Ps 85,14). Darum bitten wir Christus, unseren Bruder und Herrn:

 

Für die Kirche, dass wir alle ein Vorbild für gerechtes Handeln werden und bleiben.

V: Christus, höre uns

A: Christus, erhöre uns.

 

Für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. Gib ihnen Kraft, ihre Talente für das Wohl ihrer Mitbürger und Mitbürgerinnen einzusetzen.

V: Christus, höre uns

A: Christus, erhöre uns.

 

Für uns als Pfarrgemeinde. Schenk uns, besonders den Pfarrgemeinderäten, den Mut, Missstände in unserer Gemeinde angemessen anzusprechen und an ihrer Beseitigung mitzuarbeiten.

V: Christus, höre uns

A: Christus, erhöre uns.

 

Für die Armen und Entrechteten. Schenk ihnen Ausdauer und Beharrlichkeit, für ihre Sache zu kämpfen und Menschen, die sie dabei unterstützen.

V: Christus, höre uns

A: Christus, erhöre uns.

 

V: Du allein schenkst uns den Frieden und die Gerechtigkeit, die von dir kommen. Öffne unsere Herzen für deinen Geist, darum bitten wir dich Christus, unseren Herrn.  A. Amen

 

 

Vaterunser

 

 

Danklied - 

Segen 109 Du, Herr, gabst uns dein festes Wort

 

 

(Mitteilungen)

 

Segensbitte

 

Gott,

segne unsre Füße,

damit sie für Recht und Gerechtigkeit eintreten.

Segne unsre Hände,

damit sie austeilen an die, die beraubt wurden.

Segne unseren Mund,

damit er tröstet die Verzweifelten

und aufbaut die Hoffnunglosen.

Segne unser Herz,

damit wir nicht zu zweifeln beginnen.

Erfüll unsere Seele mit deiner Liebe,

die überquillt und freudig gibt.

 

So segne uns der allmächtige und barmherzige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

A AMEN

 

Entlassung

 

Zum Auszug 

Von guten Mächten wunderbar geborgen

 

Dr. Markus Bostl, Diözese St. Pölten, 2006 09

 

 
 
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Stand: 25. August 2008