Zeichenhandlung in einer Wort-Gottes-Feier oder einer Andacht

Klage und Vertrauen

 

Alle Mitfeiernden des Gottesdienstes bekommen einen Stein in die Hand.

 

Einladung:

Nehmen wir diesen Stein in die Hände und laden wir ihn auf mit unseren Gefühlen und Gedanken. Gott ist unserem Fühlen manchmal ganz Nahe, manchmal ist er aber ganz fern. Manchmal sind wir sogar auf Gott wütend. Wenn er schon der Gott der Liebe ist, warum lässt er dann soviel Leid, Naturkatastrophen und Gewalt zu? 

Nehmen wir diesen Stein in die Hände und laden wir ihn auf mit unserer Klage und mit unserem Vertrauen.

 

Gebet zum Bedenken:

Kehrvers: Gott, ich verstehe Dich oft nicht, aber ich vertraue darauf, dass Du mich tröstest.

Ich will Gott vertrauen, ich will es allezeit.

Doch vieles belastet mich schwer

                        verdunkelt mein Fühlen

                        vergiftet mein Träumen

                        verändert mein Denken

                        verhindert mein Lieben.

Gott, ich verstehe Dich oft nicht, aber ich vertraue darauf, dass Du mich tröstest.

 

Ich will Gott vertrauen

und besingen die Kraft seiner Liebe.

Er hört meine Fragen

versteht meine Zweifel

            er kennt meine Sehnsucht

sieht mein Bemühen.    

Gott, ich verstehe Dich oft nicht, aber ich vertarue darauf, dass Du mich tröstest.

 

Ich singe zu Gott und blicke auf ihn,

            trotz allem, was mich belastet,

   trotz Tod und Trennung,

            trotz Schmerz und Sinnlosigkeit,

            trotz unerhörter Bitten,

            will ich singen allezeit.

Gott, ich verstehe Dich oft  nicht, aber ich vertraue, dass Du mich tröstest.

 

Singt mit mir über die Wunder der Liebe,

   Vergebung und Neubeginn,

            Freude und Hoffnung,

            Heilung und Trost,

            Gemeinschaft und Frieden.

Gott, ich verstehe Dich oft nicht, aber ich vertraue darauf, dass Du mich tröstest.

 

Zeichenhandlung:

Alle legen ihren Stein vor das Kreuz oder vor den Altar.

 

Lied:

GL 621 – Ich steh vor Dir mit leeren Händen, Herr

 

Gebet:

Mit all unseren Gefühlen sind wir zu Dir gekommen.

Bleibe bei uns, an diesem Tag und an jedem Tag.

Bleibe bei uns Herr, wenn über uns die Nacht kommt,

die Nacht der Trübsal und Angst,

die Nacht des Zweifels und der Verzweiflung, die Nacht großer Schmerzen.

Bleibe bei uns, wenn wir zu Dir schreien und wenn wir Dich anklagen.

Bleibe bei uns, wenn es wieder Morgen wird.

Bleibe bei uns und allen die für uns wichtig sind.

Bleibe bei uns, denn bei Dir ist Heilung und Trost.

 

Erwin Löschberger, Graz 2005

 

 
 
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Stand: 07. August 2007