Feier der Grablegung

Andachten am Heiligen Grab

Die Feier der Grablegung am Karfreitag

Nach der Kommunionfeier werden durch einen Kommunionspender die konsekrierten Hostien für die Krankenkommunion an den dafür bestimmten Ort (außerhalb der Kirche) gebracht.

Prozession mit Bild, Kreuz, Leuchtern und Blumen, Evangelienbuch;

Gesang zur Prozession:: "O Traurigkeit, o Herzeleid" (GL 188)

Aufstellung des Bildes

Verkündigung des Evangeliums vom Begräbnis Jesu Christi: Joh 19,38-42.

(Es ist darauf zu achten, dass dieser Abschnitt beim Verkünden der Passionsgeschichte ausgelassen wird.)

Schmücken des Bildes

Gesang: Hymnus am Grab Christi (vgl. unten)

Gebet am Heiligen Grab (siehe unten)

Lied "Wer leben will wie Gott" (GL 183)

Schlussgebet (Messbuch -Heilige Woche, S. 61, Nr. 28)

Grabandachten am Karsamstag

Im röm. Rundschreibens der Gottesdienstkongregation vom 16.1.1988 heißt es: "... Es wird sehr angeraten, die Lesehore und die Laudes mit der Gemeinde zu feiern. Wo dies unmöglich ist, soll ein Wortgottesdienst gehalten werden oder eine Andacht, die dem Geheimnis dieses Tages angepasst ist. "

In manchen Pfarren gibt es die Tradition, dass am Karsamstag die verschiedenen Dorfgemeinschaften stundenweise Andachten am Heiligen Grab halten. Als Alternative oder Ergänzung zum weithin üblichen Rosenkranzgebet werden hier dazu noch einige zusätzliche Elemente vorgeschlagen.

 

(A) Laudes am Karsamstag

(mit dem Gotteslob: vgl. auch Stundenbuch II, S. 228ff)

Eröffnung: O Gott, komm mir zu Hilfe . . .

Hymnus: O Haupt voll Blut und Wunden (GL 179):

Psalmodie:

Erste Antiphon: "Ich lege mich nieder und ruhe in Frieden" und Psalm 4 (GL 697,2)

Zweite Antiphon: "Vor den Pforten der Unterwelt rette o Herr mein Leben"

und Jes 38,10-24 oder: Psalm 22A (GL 715,2)

Dritte Antiphon: Hebt euch ihr uralten Pforten, denn es kommt der König der Herrlichkeit,

und Ps 24 (GL 122,2)

Lesung: Hos 6,1-2 oder - dem Lesejahr entsprechend - das Evangelium vom Begräbnis des Herrn: Mt 27,57-66; oder Mk 15,42-47; oder Lk 23,50-56.

Responsorium: Jerusalem, Jerusalem, bekehre dich zu deinem Gott, mit Klagelied des Jeremia, Klgl 3,22-23 oder GL 193

Benedictus Antiphon: "Retter der Welt, errette uns!", mit Versen aus Lk 1,68-79 (GL 681)

Bitten der Laudes vom Karsamstag

Vater unser

Oration der Laudes vom Karsamstag

(B) Elemente für eine Andacht am Grab Christi

 

(1) Lieder:

Wir danken dir, Herr Jesus Christ (GL 178)

Haupt voll Blut und Wunden (GL 179)

Wer leben will wie Gott auf dieser Erde (GL 183)

Herr, aus tiefer Klage (GL 169)

Durch seine Wunden sind wir geheilt (GL 192)

 

(2) Gebete:

Gebet von den heiligen fünf Wunden (siehe unten)

Gebete am Heiligen Grab (siehe unten)

Geheimnisse für das Rosenkranzgebet:

"der für uns am Kreuz gestorben ist."

"der für uns in das Grab gelegt wurde."

"der für uns in das Reich des Todes hinabgestiegen ist."

Psalmen und Cantica der Laudes am Karsamstag.

Bitten und Oration der Laudes am Karsamstag.

(3) Hymnus am Grabe Christi:

(mit Versen aus einem orthodoxen Hymnus am Grabe Christi)

2. Du Leben, wie stirbst du /, wie bewohnst du gár das Grab?*

Des Todes Reich vernichtest du, des Hades Tode richtest du auf. - KV

 

3. Der du der Erde ihre Weite gegeben, / du wohnest heute in der Enge des Grábes,*

Jesus, Allherrscher, und erweckst aus den Gräbern die Toten.

 

4. Wir preisen dich, Jesus, o König,*

Wir verehren dein Grab und deine Leiden, durch die du uns vom Verderben errettet hast. - KV

 

5. Der mit der Hand die Erde festhält, / dessen Leichnam wird jetzt von der Erde festgehálten,*

derselbe, der aus der Gewalt des Todes die Toten befreit.

 

6. Unter die Erde wardst du versenkt. / Gleichwie jetzt die Sonne, so bist auch du von der Nacht des Todes verhüllt.* Doch um so strahlender, Heiland, steige empor. - KV

 

7. Du, Christus, das Leben, wurdest dem Grab übergében.*

Durch deinen Tod hast du den Tod vernichtet und der Welt geöffnet die Quelle des Lebens.

 

8. Jesus, Licht meines Lebens, / wie konntest du im dunklen Grab dich verbérgen? *

Gepriesen seist du ob deiner unsagbaren, unaussprechlichen Geduld. - KV

 

9. Wer könnte das Furchtbare wohl in Worte fassen? / Unerhört ist alles fürwahr.*

Der über die Schöpfung gebietet, nimmt heute auf das Leid und stirbt aus Liebe zu uns. - KV

 

10. Wie ist es möglich, dass man den Meister des Lebens tót erblickt?*

Es erschraken die Engel und riefen: Wie kann man Gott einschließen in die Enge des Grábes? - KV

 

11. Auch wenn du als Toter geschaut wardst, / so hast du doch, lebend als Gott,*

die Sterblichen, die dem Tode verfallen waren, aufs neue lebendig gemacht. - KV

 

12. Ich verehre dein Leid, / ich preise in Hymnen dein Gráb,*

ich erhebe, Menschenfreund, deine Macht. Durch sie ward ich frei von den Leidenschaften, die den Tod mir bringen. - KV

 

13. Willig, o Heiland, stiegst du unter die Erde /

und hast die Sterblichen, die schon gestorben waren, zum Leben erweckt,*

sie emporgeführt in des Vaters Hérrlichkeit. - KV

 

14. Wir besingen im Hymnus, o Wort, dich den Gott áller, *

mit dem Vater und dem Heiligen Geist und preisen dein heiliges Grab. - KV

 

(C) Gebetselemete am Heiligen Grab

 

(Gebet 1) Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod

 

Kehrvers: V/A: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn für uns hingab" (vgl. GL 194)

oder: Jesus, dir leb ich (GL 832)

 

Jesus, unser Heiland, du unser Freund und Meister,

wir knien nieder vor deinem Heiligen Grab,

um das Geheimnis deines Todes zu würdigen. . – KV

 

An dieser Stätte des Friedens

legen wir nieder unseren Kummer und unsere Sorge,

unsere Angst und unsere Not.

Du bist uns nahe in unserem Leid,

näher, als je ein Mensch es vermag. – KV

 

Stehe uns bei in allem, was uns bedrückt,

denn du bist der Arzt unserer Seelen. – KV

 

Führe uns aus dem Grab unserer Einsamkeit,

denn du hast uns die Gemeinschaft mit dem Vater gebracht. – KV

 

Begleite uns in der Stunde unseres Todes,

denn du hast den Tod im Tod vernichtet. – KV

 

Wir vertrauen uns dir an,

denn du hast uns gesagt:

Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

und jeder, der lebt und an mich glaubt,

wird in Ewigkeit nicht sterben. – KV

 

(Gebet 2) Herr Jesus Christ, erbarme dich unser

 

Kehrvers: V/A: Erbarme dich unser, Herr Jesus Christ,

der du für uns gestorben bist.

(Melodie nach GL 186: Es sungen drei Engel)

 

Jesus, du bist für uns Mensch geworden.

Du hast auf der Erde gelebt.

Allen Menschen hast du das Heil angeboten. – KV

 

In Jerusalem wurdest du als König empfangen.

Du wuschest deinen Jüngern die Füße

und feiertest mit ihnen das Letzte Abendmahl. – KV

 

Am Ölberg haben dich deine Jünger allein gelassen.

Du hast dich vor dem Sterben gefürchtet,

aber du hast dich deinem Vater ganz anvertraut. – KV

 

Du hast dich gefangen nehmen lassen.

Sie haben dich geschlagen und angespuckt.

Mit einer Dornenkrone wurdest du verspottet. – KV

 

Du wurdest ungerecht verurteilt.

Das Kreuz hast du selbst getragen.

Sogar deinen Feinden hast du verziehen. – KV

 

Du wurdest ans Kreuz geschlagen.

Du wurdest ins Grab gelegt.

Du hast im Tod die Fesseln des Todes gebrochen. – KV

 

Du hast unsere Schuld getragen.

Durch dein Leiden und Sterben hast du uns erlöst

und uns befreit aus der Macht des Bösen. – KV

 

Nun sind wir mit Gott für immer verbunden.

Wir sind sein auserwähltes, heiliges Volk.

Des Himmels Tore sind uns geöffnet. - KV

 

(Gebet 3) Rosenkranz-Andacht:

 

Lied: O Haupt voll Blut und Wunden (GL 179,1. u. 4. Str.)

 

V: Beim folgenden Gebet verbinden wir uns mit den Menschen,

die wir gut kennen und von denen wir wissen,

dass sie ein schweres Kreuz zu tragen haben.

Wir denken zunächst im Stillen an sie.

 

- Stille -

 

V: Wir legen die Leiden und Sorgen unserer Mitmenschen in die Hand Gottes.

Als Rosenkranzgeheimnis beten wir: "Jesus, der für uns am Kreuz gestorben ist".:

(Vater unser ... Gegrüßest seist du, Maria .... Ehre sei dem Vater)

 

Lied: ich danke dir von Herzen ... (GL 179,5)

 

V: Wir denken an die Menschen,

die hier und anderswo vom gesellschaftlichen Leben ferngehalten werden:

wegen ihrer dunklen Vergangenheit, wegen ihrer Herkunft,

wegen ihrer Religion, wegen ihrer Behinderung,

wegen ihres Alters, wegen – wegen – wegen.

Gehen wir in Stille dem nach, was uns dazu in den Sinn kommt.

Versuchen wir uns in die Lage einiger dieser Menschen zu versetzen.

 

- Stille –

 

V: Wie lebendig begraben müssen sich viele Mitmenschen in unserer Welt vorkommen.

Begraben wir unsere alten Einstellungen, die Menschen ausgrenzen,

damit wieder Leben wachsen kann.

Im Gebet legen wir unsere Schuld und unseren guten Willen in die Hand Gottes.

Als Rosenkranzgeheimnis beten wir: "Jesus, der für uns in das Grab gelegt wurde".

(Vater unser ... Gegrüßest seist du, Maria .... Ehre sei dem Vater)

 

Lied: Wenn ich einmal soll scheiden ... (GL 179,6)

 

V: Jeder von uns hat schon viele Menschen verloren.

Mancher Tod ist eingeprägt in unsere Erinnerungen,

mancher hat uns betroffen und verwundet.

Versuchen wir in Gedanken zurückzublicken

und an die Menschen zu denken,

die wir gut gekannt haben

und die vor uns in das Reich des Todes hinabgestiegen sind.

 

- Stille –

 

V: Unsere Toten sind nicht tot, noch immer gehören sie zu uns,

noch immer stehen wir mit ihnen vor Gott.

Noch immer dürfen wir für sie vor Gott hintreten.

So beten wir für sie mit dem Rosenkranzgeheimnis: "Jesus, der für uns in das Reich des Todes hinabgestiegen ist".

(Vater unser ... Gegrüßest seist du, Maria .... Ehre sei dem Vater)

 

Lied: Erscheine mir zum Schilde (GL 179,7)

 

V: Gott, unsere Zweifel und Ängste,

unsere Halbherzigkeiten und unsere Schuld legen wir in dein Grab.

Wir hoffen und wissen,

du verwandelst Leid in Freude, Traurigkeit in Glück,

Tod verwandelst du in Leben.

Wir bitten dich:

Wenn uns die Angst tötet, nimm uns die Angst;

wenn Dunkelheit uns umschließt, brich die Dunkelheit auf,

wenn der Tod uns umfängt, verwandle du ihn in Leben.

Bleibe bei uns,

damit sich das Leben unter uns wieder ausdehnen kann ohne Eingrenzung.

Bleibe bei uns und segne uns: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.

(Bearbeitete Vorlage von Max Huber )

 

(Gebet 4) Jesus starb den Tod, den alle Menschen sterben (Kyrielitanei):

 

Kyrieruf: V/A: Jesus starb den Tod, den alle Menschen sterben (GL 652)

 

Lasset uns beten.

Allmächtiger, ewiger Gott,

dein eingeborener Sohn ist in das Reich des Todes hinabgestiegen

und von den Toten glorreich auferstanden.

Gib, dass deine Gläubigen,

die durch die Taufe mit ihm begraben wurden,

durch seine Auferstehung zum ewigen Leben gelangen.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Amen.

 

Kyrieruf

 

 

(Gebet 5) Gebet von den heiligen fünf Wunden

V: Vor deinem Grab, göttlicher Erlöser,

knien wir nieder und verehren die schmerzlichen Wunden,

mit denen dein heiliger Leib um unserer Sünden willen bedeckt ist.

 

Wir sehen deine durchbohrten Hände,

die du so oft im Gebet für uns Sünder zum Himmel erhoben hast,

die du den Kindern und den Kranken aufgelegt hast

und mit denen du beim Letzten Abendmahle

das Brot und den Kelch genommen, gesegnet

und deinen Jüngern zur Speise gereicht hast.

 

Wir sehen deine durchbohrten Füße,

die auf Erden unermüdlich umhergegangen sind,

um die Verirrten aufzusuchen.

 

Wir sehen deine durchbohrte Seite,

dein heiligstes, von Liebe zu uns erfülltes Herz, dass uns allen offen steht.

 

Lass uns, o menschenfreundlicher Heiland,

deine heiligen Wunden in Andacht verehren

und das Geheimnis deines Hinabsteigens in das Reich des Todes in Ehrfurcht betrachten,

der du lebst und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit.

A: Amen.

 

V: Herr Jesus Christus, am Kreuze für uns gestorben und ins Grab gelegt,

durch die heilige Wunden an deinen Händen

A: Erbarme dich unser. (KV: 192: Durch deine Wunden sind wir geheilt)

 

V: Herr Jesus Christus, am Kreuze für uns gestorben und ins Grab gelegt,

durch die Wunden an deinen Füßen

A: Erbarme dich unser. (KV: 192 Durch deine Wunden sind wir geheilt)

 

V: Herr Jesus Christus, am Kreuze für uns gestorben und ins Grab gelegt,

durch die Wunde deiner durchbohrten Seite, aus der Blut und Wasser geflossen ist.

A: Erbarme dich unser. (KV: 192 Durch deine Wunden sind wir geheilt)

 

Mag. Erwin Löschberger, Graz

(2002)

 

 

 
 
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Stand: 25. August 2008