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Bußgottesdienstim Zeichen der "Rose von Jericho"
Vorbemerkungen :Die "Rose von Jericho" (Anastatica hierochuntica) ist eine Wüstenpflanze eigener Art. Sie wächst über einen langen Zeitraum in der Erde und vermehrt sich dort. Ist der Boden ausgelaugt, zieht sie ihre Wurzeln aus dem Erdreich zurück, formt sich zu einer trockenen graubraunen Knolle und wirkt wie tot. So lässt sie sich vom Wind über den Wüstenboden treiben, bis sie eine Umgebung findet, in der sie wieder wachsen und sich vermehren kann. Die "Rose von Jericho" kann etliche Jahre ohne Wasser und Erde überleben, sobald sie aber ins Wasser gelegt wird, erwacht sie - wie auf wunderbare Weise - zu neuem blühenden Leben. Die "Rose von Jericho" galt schon immer als eine der merkwürdigsten "Wunderpflanzen" unserer Erde und wird auch als heilige Pflanze verehrt. Wegen ihrer scheinbaren "Unsterblichkeit" wird sie auch "Auferstehungspflanze" genannt.
Aufgrund dieser einzigartigen Eigenart unter der Pflanzenwelt kann für uns Christen die "Rose von Jericho" auch zum Zeichen für Vergebung und für das neue Leben werden. In diesem Sinne kann sie als anschauliches Bild in einem Bußgottesdienst verwendet werden. Damit dieses "Wunder des neuen Lebens" auch die Anwesenden miterleben können, soll die "Rose von Jericho" vorerst in ihrem trockenen Zustand gezeigt und erst nach den "Gedanken zur Besinnung" durch Wasser zum Aufblühen gebracht werden.
Dieser Bußgottesdienst eignet sich in besonderer Weise als Bußakt bei einer Messfeier kleiner Gemeinschaften und bei Kindermessen oder auch als Baustein eines eigenen Bußgottesdienstes. Die einzelnen Abschnitte können von verschiedenen Personen gesprochen werden. Bei einem öffentlichen Gottesdienst soll Vergebungsbitte vom Priester oder, wenn kein Priester anwesend ist, vom Diakon bzw. vom Beauftragten Laien gesprochen werden.
Die trockene "Rose von Jericho" wird gezeigt. (1) Kommentar:Die "Rose von Jericho" eine besondere Wüstenpflanze, kann über mehrere Jahre hindurch in größter Trockenheit überleben. Wir sehen diese Rose von Jericho als eine trockene graubraune Knolle, in der scheinbar alles tot ist.
Gedanken zur Besinnung
(2) Stimmeverdorrt, vertrocknet, versteinert wie diese Rose ohne Wasser ist manchmal mein Herz, wenn ich dich mit deinen Sorgen und Nöten neben mir nicht mehr wahrnehme. - Stille - (3) Stimmeverdorrt, vertrocknet, versteinert wie diese Rose ohne Wasser bin ich manchmal selbst, wenn ich deine Vorzüge und Fähigkeiten nicht anerkenne, und nur Neid und Enttäuschung empfinde.
- Stille - (4) Stimmeverdorrt, vertrocknet, verbrannt wie diese Rose ohne Wasser ist alles in mir, wenn ich nicht bereit bin, den Heiligen Geist zu empfangen, der mich mit neuem Leben erfüllt.
- Stille -
(5) Stimmeverdorrt, vertrocknet, versiegt wie in dieser Rose ohne Wasser, ist alles in mir, wenn ich nicht bereit bin, mich für dich, dem Gott meines Lebens, zu öffnen und dir in den Mitmenschen zu begegnen.
- Stille-
(6) Kommentar:Sobald aber unsere trockene "Rose von Jericho" Wasser bekommt, wird sie lebendig und entfaltet in kürzester Zeit auf neue Weise ihre Schönheit.
Die trockene "Rose von Jericho" wird in eine Wasserschale gelegt. Wenn sie neu aufgeblüht ist, wird (vom Priester, Diakon bzw. Beauftragten Laie) die Vergebungsbitte gesprochen.
(7) Vergebungsbitte:Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er schenke uns Anteil an seinem Wasser des Lebens. Er lasse uns die Sünden nach. und führe uns zum ewigen Leben. Amen
Mag. Erwin Löschberger, Graz 2003
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