Brauchtum im Advent

 

Praktische Hinweise

 

 

Das Adventkranzbinden:

 

Es ist ein schöner Brauch, wenn der Adventkranz in der Familiengemeinschaft gebunden und dabei über den Sinn des Advents gesprochen wird. Auch die vier Kerzen am Adventkranz könnten aus dem Wachs, das während des Jahres gesammelt wurde, selbst gegossen werden.

Um den Adventkranz sollte sich nach Möglichkeit jeden Tag am Abend die Familiengemeinschaft versammeln, um miteinander zu beten und Adventlieder zu singen: Mit dem zunehmenden Lichtwerden wird die Vorfreude auf das Weihnachtsfest wachsen.

Am Heiligen Abend brennen dann die vier Kerzen des Adventkranzes zusammen mit denen am Christbaum als Zeichen, dass wir immer noch im "bleibenden Advent" stehen.

 

"Die Rorate-Ämter"

 

Die Feier des "Rorate-Amtes " oder der Roratemesse wird in vielen Pfarren wieder immer beliebter: Am frühen Morgen versammeln sich die Gläubigen und feiern diese adventliche hl. Messe, die – bis einschließlich 16. Dezember vom Gesang "Tauet Himmel ..." (im Lateinischen: "Rorate coeli ...") – eingeleitet wird . Nach Möglichkeit trifft sich dann die Gottesdienstgemeinde (etwa im Pfarrsaal) zu einem gemeinsamen Frühstück.

Das Herbergssuchen:

 

Bilder von der Herbergssuche Marias und Josef ("die heiligen Leut´ von der Umfuhr") werden mit Beginn des Advents, nach einer vorher abgesprochenen bzw. zufällig durch das Los bestimmten Folge von Haus zu Haus getragen.

Am Abend wird das Herbergsbild an der Haustüre mit einer kleinen Feier in Empfang genommen und in der Wohnung an einem gebührenden Platz aufgestellt. Das Herbergsbild ist während dieser Zeit Gast im Hause und soll zu geeigneter Stunden auch mit einer Hausandacht verehrt werden: Singen von Adventliedern. Beten des Rosenkranzes.

Am darauffolgenden Abend wird es beim Ave- oder Gebetsläuten wieder verabschiedet und zum nächsten Haus, von Laternen begleitet, gebracht.

Zur Christmette wird das Herbergsbild in die Kirche gebracht und auf einem Seitenaltar oder an einem anderen geeigneten Platz in der Kirche aufgestellt aufgestellt.

Mögliche Gestaltung einer solchen Herbergssuche nach Textvorschlägen "Hauskirche" Advent/Weihnachten – Titel "Vom Licht berührt" – Hrsg: Pastoralamt der Diözese Linz)

 

 

Barbarazweige:

 

Am 4. Dezember (Fest der hl. Barbara) werden Zweige (meist Zweige vom Kirschenbaum oder nach ortsbezogenem Brauchtum Forsythien-, Holunder- oder Birkenzweige) geschnitten und ins Wasser gestellt, damit sie zu Weihnachten blühen. Hinweis auf die "Wurzel Jesse", die in der Heiligen Nacht aufgeblüht ist.

 

Der Besuch des hl. Nikolaus:

 

Ab Vorabend des 6. Dezember ist es Brauch, dass der hl. Nikolaus zu den Kindern kommt. Dabei ist es wichtig, dass dieser Besuch von den Kindern nicht angstbesetzt wahrgenommen wird, sondern dass die Kinder den hl. Nikolaus freudig erwarten sollen. Daher ist es notwendig, den Krampus draußen im öffentlichen Treiben zu lassen. Außerdem sollen die Kinder hinter der Verkleidung (des hl. Nikolaus) durchaus einen Menschen ihrer Umgebung erkennen, der ihnen vor allem von der großen Wohltätigkeit des hl. Nikolaus, vom Mann mit dem guten Herzen (in der Nachfolge des Herrn) zu seiner Lebenszeit erzählt.

Beim Besuch des hl. Nikolaus werden die Kinder mit kleinen Gaben beschenkt. Auch sollte der Besuch des hl. Nikolaus immer mit Gebeten und Singen begleitet werden, um die Liebe Gottes zu uns Menschen, die sich im hl. Nikolaus gezeigt hat, erfahrbar zu machen.

 

Der Luciakranz:

 

Am 13. Dezember – Gedenktag der hl. Lucia – wird der "Luciakranz" gebunden und mit 13 Kerzen geschmückt. Die Kerzen werden am Abend entzündet und die Fürbitte der hl. Lucia angerufen. Die Kerzen können auch in eine größere Schale, gefüllt mit Weizenkörnern, gesteckt werden (Luciaweizen). Diese Weizenkörner werden dann (voraussichtlich) zu Weihnachten keimen.

Das Adventsingen:

 

Zur Einstimmung in den Advent werden in der Kirche (oder auch in der häuslichen Stube, in der sich mehrere Personen versammeln können), adventliche Lieder gesungen und besinnliche Texte gelesen.

Eine Auswahl geeigneter Texte und Lieder wird in vielen Buchhandlungen angeboten.

 

Das Adventblasen:

 

Auf einen Hirtenbrauch in der vorweihnachtlichen Zeit zurückgehend werden, wie beim Turmblasen, Choräle und besinnliche Weisen zur Einstimmung in den Advent vorgetragen.

 

Das Krippenbauen:

 

Die Weihnachtskrippe hat einen hohen Stellenwert im Leben einer Familie. Der Advent ist die Zeit, in der die Krippe (nach Möglichkeit) von der ganzen Familie aufgebaut werden soll. In manchen Gegenden wird das Aufstellen der Weihnachtskrippe mit Adventliedern, religiösen Texten und Erzählungen, mit Gebeten oder auch Beschreibung der einzelnen markanten Krippenfiguren begleitet.

 

Das Weihnachtsgebäck:

 

Zum Brauchtum des Advents gehört auch das Backen des Weihnachtsgebäcks, an dem sich die ganze Familie beteiligen soll.

 

 

Dr. Gustav Pirich, Hollabrunn - 2003

 

 

 
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Stand: 19. November 2010