Rorate-Andacht
Der Raum ist nur von Kerzen
erleuchtet. Auf dem Adventkranz brennen entsprechend der Zeit ebenfalls Kerzen.
Die Lesung sollte nach Möglichkeit aus einem Lektionar oder einer Bibel
vorgelesen werden, nicht von einem Zettel.
Vor dem Altar ist eine Schale mit
entsprechender Anzahl von Lebkuchensternen aufgestellt.
Zur Eröffnung:
Gotteslob 812 „Tauet Himmel, den Gerechten“
Kreuzzeichen
Lesung: Jes 45,1-8
Meditative Musik oder Stille
Gedanken zum Schrifttext
Lied mit
Sternenbezug (z.B.: Gotteslob 816 „Sieh, der Herr kommt in Herrlichkeit“
oder Gotteslob 818,1-2 „Ein Stern mit hellem Brande“ oder Ich&Ich „Vom
selben Stern“ oder Gotteslob 110 „Wachet auf“)
Segnung von Lebkuchensternen für die Mitfeiernden
Fürbitten
Vaterunser
Gebet
Segen
Entlassung
Lesung
L: Lesung aus dem Buch
Jesaja.

L: So spricht
der Herr zu Kyrus, seinem Gesalbten, den er an der rechten Hand gefasst hat, um
ihm die Völker zu unterwerfen, um die Könige zu entwaffnen, um ihm die Türen
zu öffnen und kein Tor verschlossen zu halten:
Ich selbst gehe vor dir her und ebne die Berge
ein. Ich zertrümmere die bronzenen Tore und zerschlage die eisernen Riegel.
Ich gebe dir verborgene Schätze und Reichtümer,
die im Dunkel versteckt sind. So sollst du erkennen, dass ich der Herr bin, der
dich bei deinem Namen ruft, ich, Israels Gott.
Um meines Knechtes Jakob willen, um Israels,
meines Erwählten, willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen; ich habe dir
einen Ehrennamen gegeben, ohne dass du mich kanntest.
Ich bin der Herr und sonst niemand; außer mir
gibt es keinen Gott. Ich habe dir den Gürtel angelegt ohne dass du mich
kanntest,
damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem
Untergang erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt. Ich bin der Herr und
sonst niemand.
Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel,
ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil. Ich bin der Herr, der das alles
vollbringt.
Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst
Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie
lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen.
L: Wort des lebendigen
Gottes!
A: Dank sei Gott
Segnung von Lebkuchensternen für
die Mitfeiernden

V: Der Name des Herrn sei
gepriesen!
A: Von nun an, bis in
Ewigkeit!
V: Lasst uns beten!
Stilles
Gebet
V:
Gott, der Du Dunkelheit machst als Zeit der Erholung und Licht erschaffst für
die Arbeit des Tages und die Freude des Festes: Segne + diese Lebkuchensterne,
die wir zu Deiner Ehre mit Freude verzehren werden. Lass uns Mitmenschen
begegnen, die uns zum Licht werden; lass allen Menschen Gerechtigkeit und Heil
aufstrahlen durch Jesus Christus, dessen Geburts(tags)fest
wird in diesen Tagen erwarten, Deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der
Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
A: Amen.
Fürbitten
V: Zum Gott der
Gerechtigkeit und des Friedens lasst uns rufen:
1. Für alle
Menschen, die sich hinter Türen und Toren verstecken: Gib ihnen Mut zu neuen
Begegnungen.
2. Für die
Kirche, die Deine Frohe Botschaft verkündigt: Ebne die Berge der Missverständnisse
ein, die sie behindern.
3. Für
alle, die arm, hungrig, durstig und ausgestoßen sind: Ruf sie beim Namen und
gib ihnen von Deinen verborgenen Schätzen.
4. Für
alle, die krank, verwundet, ängstlich oder voll Sehnsucht nach Heimat sind:
Lass ihnen Heil hervorsprießen.
5. Für die
in dieser Welt Gefallenen und Gestorbenen, die Du bei ihrem Namengerufen und zu
Dir geholt hast: Sättige sie beim himmlischen Festmahl.

Gebet
V: Lasst uns beten!
Stilles
Gebet
V:
Allmächtiger Gott, noch lastet die alte Knechtschaft auf uns, noch drückt uns
das Joch der Sünde. Schenke uns die wahre Freiheit und mach uns neu durch die
Geburt Deines Sohnes, auf die wir sehnsüchtig warten. Darum bitten wir durch
Ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht in alle
Ewigkeit.
A: Amen.
Segen
V:
Der barmherzige Gott hat uns den Glauben an das Kommen seines Sohnes geschenkt;
er segne und heilige euch durch das Licht seiner Gnade!
A: Amen.
V:
Er mache euch standhaft im Glauben, froh in der Hoffnung und eifrig in Werken
der Liebe.
A: Amen.
V:
Die erste Ankunft unseres Erlösers sei euch Unterpfand der ewigen Herrlichkeit,
die er uns schenken wird, wenn er wiederkommt auf den Wolken des Himmels.
A: Amen.
V:
Das gewähre euch der lichtschaffende Gott, der Vater und der Sohn und der
Heilige Geist.
A: Amen.

Mögliche Gedanken zum Schrifttext
Der Text beginnt mit einem sehr
umfassenden Bild von Gott: Er ist der, der Völker unterwirft, die bisherigen Könige
entwaffnet und Tore zerbricht; ein gewaltiger, starker, unaufhaltsamer Gott.
Zugleich ist er der Gott, der an
der Hand nimmt, der einen Weg ebnet, der gut gehütete Schätze öffentlich
verteilt und der beim Namen ruft.
Beide Bilder widersprechen sich
nicht, sie illustrieren die Gerechtigkeit Gottes: Den Gewaltherrschern, den
Finanzmagnaten und Einschüchterern antwortet er in ihrer Sprache: Er entkleidet
sie ihrer Macht, er zertrümmert ihre Panzer und Festungen, er verteilt ihren
vergötzten Besitz. Denen, die sich ihm anvertrauen – wie hier dem persischen
König Kyrus – verschafft er eine Position, von der aus sie Gutes tun können
– hier die nach Babylon deportierten Israeliten heimkehren und Jerusalem
wiederaufbauen lassen.
Auch uns ist hier der Auftrag
erteilt, Gewalt zu begrenzen, Wiederaufbau zu ermöglichen und zwischen
verfeindeten Parteien dauerhaften Frieden zu etablieren. Auch wir dürfen hier
auf die Unterstützung Gottes hoffen, Mut zum Handeln und Einsatz für
Gerechtigkeit zeigen.
Das Lied, das wir zu Beginn
gesungen haben, steht vor der Lesung, vor verschlossenen Toren, mit der Bitte um
den gerechten Tau. Gott greift bei Jesaja unser Flehen auf, antwortet in unserer
Sprache.
Die Lebkuchensterne – Symbole
für Licht, aber auch stärkende Süßigkeit und Erinnerung an die Vertrautheit
zuhause – die wir nun segnen, können ein Bild für unsere Hoffnung und ihre
Erfüllung sein: Was wir an Talenten und Möglichkeiten geschenkt bekommen
haben, das sollen wir nicht für irgendwann aufheben – Lebkuchen werden
schnell hart, wenn man sie offen herumliegen lässt – sondern hier und heute für
einander einsetzen.
Mag. Johann Stockhammer,
Liturgiereferent der Diözese Linz
