Baustein für den Sonntag
der Pfarrgemeinderatswahl am 17. März 2002
5. Fastensonntag, Lesejahr A
1. Lesung: Ezechiel 37,12b-14 Ich hauche euch meinen Geist ein,
dann werdet ihr lebendig.
2. Lesung: Römer 8,8-11 Der Geist dessen, der Jesus von den Toten
auferweckt hat, wohnt in euch.
Evangelium: Johannes 11,1-45 Ich bin die Auferstehung und das
Leben, wer an mich glaubt, wird leben.
Vorbemerkungen:
Der Wahlsonntag ist für eine Pfarrgemeinde, die ihre Mitglieder ernst nimmt,
ein entscheidender Tag. Wesentliche Impulse für ein lebendiges Pfarrleben
kommen vielerorts aus dem Pfarrgemeinderat. Für die meisten Gemeinden ist es
wohl selbstverständlich, dass die Wahl auch im Sonntagsgottesdienst einen
angemessenen Platz erhält. Die folgenden Anregungen verstehen
"angemessen" in der Weise, dass die Feier des Gottesdienstes und die
am 5. Fastensonntag vorgesehene Verkündigung des Gotteswortes konkret
ermutigen; dass sie Hoffnung und Zuversicht in den Prozess der
Einbindung und der Mitverantwortung aller für das Leben der Gemeinde einbringen;
dass sie die geistliche Dimension der Wahl bzw. des Engagements im PGR erschließen.
Impuls:
A) Kyrie – Predigt/Glaubenszeugnis: Leitgedanke: "Du machst uns
lebendig."
Kyrierufe:
V Jesus Christus, du bist gekommen, damit wir Leben haben - über den Tod
hinaus.
V(Kantor/Kantorin)/A Herr, erbarme dich.
V Du willst uns Menschen auferwecken und lebendig machen.
V(Kantor/Kantorin)/A Christus, erbarme dich.
V Du berufst uns, Anwalt zu sein für das Leben.
V(Kantor/Kantorin)/A Herr, erbarme dich.
Zum Evangelium:
"Die Auferweckung des Lazarus" will über keine medizinische
Sensation berichten, noch einen historischen Tatsachenbericht liefern. Der
"Zeichenbericht" soll Menschen zum Glauben führen:
"Auferstehung" ereignet sich nicht irgendwann und irgendwo, sondern
für den mit Christus Verbundenen auch schon im Jetzt und Hier. Dieses
Evangelium ist auch eine "Entscheidungsgeschichte". "Viele der
Juden ... kamen zum Glauben an ihn".
Dialogpredigt / Glaubenszeugnisse
Das Evangelium will Menschen zum Glauben führen. Das heißt: mit Christus
verbinden.
Und wer ihm begegnet, in den strömt Leben ein. Glauben meint so "lebendig-sein,
lebendig-werden".
Zwei bis vier kurze Zeugnisse von bisherigen Mitgliedern des PGR
erzählen von Ihren persönlichen Erfahrungen und/oder von den gemeinsamen
Bemühungen im PGR: Wo habe ich (haben wir) wahrgenommen, dass Leben wächst?
Was haben wir versucht und ist gelungen? Neues? Altes, das wieder wie neu
geworden ist? Wo sehe ich Spuren in meinem Leben / in unserem gemeinsamen
Bemühen in der Pfarre, dass Christus im Wort Gottes, in Menschen um uns uns
ganz nahe ist, ... lebendig mit uns gegangen ist ... ? Wo sehen /sahen wir, dass
uns Gott geholfen hat (Lazarus heißt "dem Gott hilft"), Binden,
Fesseln zu entfernen, um wieder frei zu werden für ...
B) Zeichenhandlung – Weihrauchgabe / Berufen zum lebendigen Volk Gottes
Gabenbereitung:
Weihrauch zählte zu den kostbarsten Schätzen im alten Orient. Weihrauch
verströmt seinen Duft und ist darin Symbol für die Verehrung Gottes und für
die Anliegen, die das betende Volk an Gott heranträgt. In der christlichen
Liturgie gilt die Ehre des Weihrauchs immer Christus in den Dingen und Menschen,
die seine Gegenwart zeichenhaft darstellen: Heilige Schrift, Altar, Brot und
Wein, Priester, Versammlung aller Gläubigen.
Stellvertretend für die Gemeinde bringt eine Gruppe (z. B. die ehemaligen
Mitglieder des Pfarrgemeinderates oder die Kandidatinnen und Kandidaten für die
Neuwahl, die liturgischen Dienste, VertreterInnen der verschiedenen Ortschaften
oder VertreterInnen einzelner pfarrlicher Gruppen, usw.) Weihrauchkörner aus
einer Schale im Gemeinderaum zu einem Glasgefäß beim Altar. Jede/r bringt ein
paar Körner. Abschließend folgen die Gaben von Brot und Wein. Alle drei Gaben
werden gemeinsam dem Vorsteher übergeben.
Während der Gabenprozession deutet ein Kommentar die Handlung
– Textvorschlag:
Sprecher/Sprecherin: Vertreterinnen und Vertreter
unserer Pfarrgemeinde (ggf. die Gruppe konkret benennen) bringen
Weihrauchkörner zum Altar. Kleine Körnchen aus seltenen Baumharzen, kostbare
Gaben der Schöpfung. Sie alle sind verschieden groß. Jedes Korn wird seinen
ganz eigenen Duft verströmen, wenn es auf die glühende Kohle gegeben wird.
Die Körner können wir so als Zeichen sehen für unsere je
eigene Berufung im Volk Gottes: Jeder und jede von uns hat ganz persönliche
Gaben und Begabungen: einmalig, unaustauschbar.
Gemeinsam mit allen, die sich heute für unseren
Pfarrgemeinderat zur Wahl stellen, bringen wir in diesem Zeichen des
Weihrauchs unsere Berufung und unsere Sendung vor Gott. Möge uns Gott immer
wieder verwandeln zu Freundinnen und Freunde Gottes und der Menschen.
Wenn alle Körner gemeinsam verbrennen, steigt eine Wolke
des Wohlgeruchs auf, der die ganze Kirche erfüllt. Sie kann ein schönes
Zeichen sein , dass wir gemeinsam für die Menschen unserer Zeit – wie es
der Apostel Paulus formulierte – "den Duft der Erkenntnis Christi an
allen Orten verbreiten". Es ist der Duft von Leben, das sich in der Nähe
Gottes entfaltet.
Zusammen mit einem Ruf der Gemeinde (z. B.: GL 808 Siehe, wir
kommen) kann der Priester den vorgesehenen Lobgebeten zur
Gabenbereitung (zu den Gaben von Brot und Wein) ein ähnlich gestaltetes
Gebet voranstellen.
Gepriesen bist du, Herr unser Gott, Schöpfer der Welt. Du
schenkst uns das Harz der Bäume und das Öl der Pflanzen, damit der Duft den
Menschen erfreue und ihn belebe. Wie dieser Weihrauch aufsteigt und Wohlgeruch
verbreitet, so wandle unser Leben, damit dich die Menschen als Gott der Freude
und des Lebens erkennen.
Unmittelbar anschließend gibt jemand von den besonderen Diensten (etwa
der/die Sprecher/Sprecherin) den Weihrauch in eine Schale mit glühender Kohle,
die am Beginn der Gabenbereitung vor den Altar gestellt wurde. (Oder sie steht
vor dem Vortrage-Kreuz, vor dem Taufbecken ... - je nach der örtlichen
Situation.) Zum Stiftungsgedächtnis (Wandlung) und zum Schlusssegen kann
Weihrauch ergänzt werden.
Hinweis:
Jede Pfarrgemeinde hat eine Wahlmappe zur Pfarrgemeinderatswahl
erhalten. Sie enthält auch einen Gottesdienstbaustein zum Wahlsonntag – in
der Mappe zur Öffentlichkeitsarbeit, Seite 42:
- Textvorschlag für das Eröffnungswort
- eine Fürbitte.
Zusammenstellung: Hans Stockhammer, Linz; 01
2002