Festliche Eucharistie zur Feier von Ehejubiläen

„Wir freuen uns und danken unserm Gott“

Vorschlag für ein Feierelement zur Bereitung des Altares am Beginn der Gabenbereitung

 

 

Allgemeine Hinweise:

Viele Pfarrgemeinden laden jährlich die Ehejubilare zu einer festlichen Eucharistiefeier.

Der Gottesdienst erhält sein besonderes Gepräge auch durch die Art und Weise, wie die Jubelpaare in die Vorbereitung und konkrete Gestaltung eingebunden werden. Im Allgemeinen wird man zwar darauf achten, dass sich die Jubelpaare in die Feier „fallen lassen“ dürfen, ohne durch die Gestaltung angestrengt zu werden; für alle Mitfeiernden ist es aber wertvoll, wenn persönliche Erfahrungen aus dem gemeinsamen Lebensweg in die Feier einfließen. In diesen Lebensbeispielen werden auch die Mitfeiernden Spuren ihrer eigenen Lebensgeschichte erkennen.

Die Einbindung der Jubilare kann in sehr unterschiedlicher Weise geschehen. Besonders unter den jüngeren Paaren (vielleicht auch mit ihren Kindern) finden sich immer wieder Leute, die gerne besondere Aufgaben übernehmen, etwa: in der musikalischen Gestaltung, sie formulieren Texte zur Besinnung und tragen sie vor, sie legen ihre persönlichen Gedanken zum Schriftwort vor (manchmal auch im Dialog), ... .

 

Feierelement „Bereitung des Altares“:

Am Beginn der Eucharistiefeier (nach den Fürbitten) wird zuerst “als Mittelpunkt der ganzen Eucharistiefeier der Altar, der Tisch des Herrn, bereitet“. Es ist wünschenswert, dass die Gläubigen daran mitwirken, besonders im Bringen der Gaben von Brot und Wein. (Vgl. Allg. Einführung in das Messbuch Nr. 49 u. 101)

Im Folgenden wird ein Baustein dargestellt, der vertraute Zeichen aus der Trauungsliturgie einbringt. Sie werden gedeutet im Rückblick auf die Hochzeit und  mit Blick auf die Zukunft.

Die Hochzeitskerze (als alleinige Altarkerze), der weiße Tuchstreifen („Brautkleid“; als Altartuch; ca. 50 cm breit), zwei Ringe (als Blumengesteck gestaltet) sowie Brot und Wein sind vor dem Gottesdienst auf einem Gabentisch inmitten der Gemeinde vorbereitet. Sie werden nach den Fürbitten von Jubelpaaren zum Altar gebracht und zur Altar- und Gabenbereitung verwendet.  Bevor sie dem Priester oder Diakon übergeben werden, wenden sich die Paare der Gemeinde zu, zeigen das Symbol und deuten es mit dem vorgesehenen Text (Funk- oder Standmikrofon!).

Umformulierungen der Texte und sonstige Anpassungen sind erwünscht. So kann statt des Tuchstreifens ein ganzes weißes Altartuch verwendet werden. Der Tuchstreifen, der so über den Altar gelegt wird, dass er an der Gemeindeseite gut sichtbar ist, wirkt aber deutlicher.

Bis zur Gabenbereitung sind am Altar keinerlei Gegenstände: kein Altartuch,  keine Blumen, und es sind auch keine Altarkerzen entzündet. Es können aber die Osterkerze und ggf. eine Kerze beim Ambo brennen. 

 

Leitgedanken für die Zeichenhandlung:

Wir bringen mit den Symbolen der Trauungsliturgie unser bisheriges gemeinsames Leben und unsere Hoffnungen vor die Gemeinde und vor Gott. Dankbar bitten wir Gott, unser Leben anzunehmen und uns mit Christus immer tiefer in seine Gemeinschaft hinein zu nehmen.

 

Ruf: z. B.: Taizé: „Confitemini Domino“ (mit Schola oder Chor auch mehrstimmig)

Oder: Wechselnde Pfade, z. B. in Liederquelle 294

Oder: Siehe, wir kommen, GL 808

 

 

 

Hochzeitskerze (nach Möglichkeit Originalkerze eines Jubelpaares)

Vor 25 (40, 50, ...) Jahren haben wir unsere Hochzeitskerze entzündet. Sie bezeichnet für uns Wichtiges: Wie Christus für unsere Partnerschaft Licht sein will, so sind auch wir eingeladen – damals wie heute – einander das Leben aufzuhellen.

Wir danken Gott für die vielen Lichtstrahlen in unserem gemeinsamen Leben und in unserer Familie. Wir bitten Gott um einen lichten Lebenshorizont für die Jahre vor uns.

 

 

Weißer Tuchstreifen (vgl. Brautkleid; Taufassoziationen)

Mit der weißen Farbe des Brautkleids sind wir am Hochzeitstag in die gemeinsame Lebenszeit gestartet: frei, froh, ohne große dunkle Verletzungen.

Das Weiß erinnert uns auch an das Kleid der Taufe. Es lässt uns immer wieder hoffen, dass alles, was zwischen uns verschmutzt ist,  vergeben und gut werden kann.

Wir bringen ein weißes Tuch, um den Altar zu decken. Mit diesem Zeichen danken wir Gott für jede Tischgemeinschaft, an der wir tiefer zueinander gefunden haben. Wir bitten auch heute noch um das Weiß der Lebensfreude, des unbeschwerten Miteinanders und des Gottvertrauens.

 

Zwei Ringe (Blumenschmuck des Altares)

Zwei Ringe begleiten uns seit 50 (40, 25 ...) Jahren. Liebe und Treue haben wir uns zugesagt: Sie wurden uns geschenkt, wir haben um sie gerungen und sie immer wieder gefunden.
Wir danken, dass wir die Liebe und die Treue bewahren konnten. Wir bitten um die Gnade, einander bis zum Lebensende lieben und treu bleiben zu können.

 

 

Ruf

 

Brot und Wein (die eucharistischen Gaben)

Wir bringen das Brot für die Eucharistie: die Frucht der Erde, ein Zeichen des Miteinander.
Wir danken Gott, dass wir immer genug Brot hatten und Kraft zur Arbeit. Wir danken für alle Menschen, deren Liebe und Verbundenheit für uns Lebens-Mittel waren.

Wein, Zeichen der Freude, Zeichen des Lebens: Wir danken, dass wir auch Leben weiterschenken durften.
Wir danken für alles, was in unserem Leben gelungen ist, für alle frohen Stunden.

Wir bitten, dass Gott mit diesen Gaben uns alle verwandeln möge in eine Gemeinschaft, in der seine Liebe zu allen Menschen spürbar ist.

 

 

Ruf

 

 

Zum weiteren Fortgang der Gabenbereitung folgt Instrumentalmusik; der Priester kann die Gaben und den gedeckten Altar inzensieren; die Bereitung schließt mit dem Gabengebet.

 

Mag. Hans Stockhammer, Pfarre St. Konrad/Linz 2005

 

 

 
 
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an:  oeli@liturgie.at
Stand: 25. August 2008