Wort-Gottes-Feier
am Fest der Darstellung des Herrn
(2. Februar)
Vorbemerkungen:
 |
Die Feier ist als Wort-Gottes-Feier der
Pfarrgemeinde am Abend, nach Einbruch der Dunkelheit konzipiert und soll von
einem/einer beauftragten Leiter/Leiterin gehalten werden. |
 |
Die Gläubigen versammeln sich entweder
an einem geeigneten Ort außerhalb der Kirche, von dem sie in Prozession zur
Kirche ziehen können, oder bereits in der noch dunklen Kirche. |
 |
In der Kirche werden das Lektionar,
Gotteslob (Liedzettel) und die weiteren Feiertexte vorbereitet. |
 |
Gotteslob-Bücher (Liedzettel) werden an
alle ausgeteilt |
 |
Nach Möglichkeit soll man sich bei
dieser Feier mit dem Kerzenlicht begnügen und auf elektrisches Licht (auch
in der Kirche) ganz verzichten. |
 |
Kerzen bringen die Gläubigen selbst mit
oder werden vor der Feier an alle ausgeteilt. |
 |
Wo die Kerzen nicht bis zum Ende der
Feier in den Händen gehalten werden können, wird (in der Mitte der Kirche
oder im Altarraum) ein Platz bzw. ein Sandbehälter für die Kerzen
vorbereitet. |
 |
Nach Abschluss der Feier können die
Kerzen heim mitgenommen werden. |

Aufbau der Feier
(A) Eröffnung
 |
Eröffnungslied |
 |
Kreuzzeichen |
 |
Einführung: |
 |
Entzünden der Kerzen |
(B) Lobpreis Gottes über das Licht -
Kerzenweihe
 |
Lobgebet |
 |
Lied |
(Prozession in die Kirche)
Tagesgebet
Entzünden der Kerzen in der Kirche
(C) Verkündigung des Wortes Gottes
 |
Erste Lesung
(Mal 3,1-4) |
 |
Antwortpsalm |
 |
Zweite Lesung
(Hebr 2,11-12.13c-18) |
 |
Ruf vor dem Evangelium |
 |
Evangelium (Lk
2,22-40) |
 |
Predigt |
(D) Gebetsteil
 |
Fürbitten |
 |
Vaterunser |
 |
Danklied |
(E) Abschluss
 |
Segensbitte |
 |
Entlassgruß |

Wort-Gottes-Feier
Eröffnung
 |
Eröffnungslied, z.B.: |
Licht, das uns erschien (GL 129),
oder: Jauchzet, ihr Himmel (GL 144,1-5)
 |
Kreuzzeichen |
 |
Einführung: |
Liebe Brüder und Schwestern:
Seit Weihnachten, dem Fest der Geburt des
Herrn, sind vierzig Tage vergangen. Heute feiern wir den denkwürdigen Tag, an
dem Jesus im Tempel Gott dargestellt wurde. Durch dieses Geschehen wurde nicht
nur das Gesetz erfüllt, sondern Christus begegnete zum ersten Mal seinem Volk,
das ihn im Glauben erwartete. Vom Heiligen Geist geführt kamen jene
gottesfürchtigen Menschen Simeon und Hanna zum Tempel. Sie erkannten in diesem
Kind Jesus ihren Herrn und Messias und verkündeten ihn voll Freude. Gleich
ihnen sind auch wir, vom Heiligen Geist geführt, zusammengekommen.
 |
Die Kerzen werden entzündet. |

Lobpreis Gottes über das Licht –
Kerzenweihe
 |
Die Leiterin/Der Leiter spricht den
Lobpreis Gottes über das Licht. |
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott!
Wir danken dir, Vater im Himmel, dass dein
geliebter Sohn als das wahre Licht in die Welt gekommen ist.
K: Wir loben dich.
A: Wir preisen dich.
Wir danken dir für sein Wort, das er in das
Dunkel der Zeit gesprochen hat.
K: Wir loben dich.
A: Wir preisen dich.
Wir danken dir für seine Auferstehung,
durch die er die Mächte der Finsternis besiegt hat.
K: Wir loben dich.
A: Wir preisen dich.
Lasset uns beten.
Gott, du bist das wahre Licht, das die Welt
mit seinem Glanz hell macht. Erleuchte auch unsere Herzen, damit alle, die heute
mit brennenden Kerzen in deinem heiligen Haus vor dich hintreten, einst das
ewige Licht deiner Herrlichkeit schauen. Darum bitten wir durch Christus,
unseren Herrn.
Oder: MB S 620
 |
Die brennenden Kerzen werden mit
Weihwasser besprengt |
 |
Lied: |
Nun Brüder sind wir frohgemut (GL 841,1-4)
oder: O Jesu Christe, wahres Licht (GL
643,1-5)
----------------------------------------------------------------------

Prozession in die Kirche
 |
Wo sich die Gläubigen außerhalb der
Kirche versammeln haben, lädt die Leiterin/der Leiter zur Prozession in die
Kirche ein: |
Lasst uns ziehen in Frieden, Christus, dem
Herrn entgegen.
 |
Bei der Prozession gilt folgende
Reihenfolge: |
Der Leiter/Die Leiterin, die weiteren
liturgischen Dienste und alle Gläubigen.
 |
Zur Prozession kann gesungen werden, z.
B.: |
Macht hoch die Tür (GL 107,1.3.5);
oder: Hebt euer Haupt, ihr Tore all (GL
566,1-2);
oder: Christusrufe (GL 564)
----------------------------------------------------------------------
 |
Soweit es möglich ist, behalten alle
ihre Kerzen in ihren Händen. |
 |
In der Kirche werden die Kerzen (am
Altar, beim Ambo) ebenfalls mit dem Licht der neu gesegneten Kerzen
entzündet. |
 |
Es folgt das Tagesgebet. |
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein eingeborener Sohn hat unsere
menschliche Natur angenommen
und wurde am heutigen Tag im Tempel
dargestellt.
Läutere unser Leben und Denken,
damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz
treten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit
dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
 |
Falls die Gläubigen ihre Kerzen nicht
bis zum Ende der Feier in den Händen halten wollen, stecken sie die Kerzen
. in den vorbereiteten Sandbehälter. |
Verkündigung des Wortes Gottes

 |
Soweit es notwendig ist, kann nun
elektrisches Licht eingeschaltet werden. |
 |
Erste Lesung: Mal 3,1-4 |
Dann kommt zu seinem Tempel der Herr, den
ihr sucht
 |
Antwortpsalm: |
Psalm 72A (GL 152)
Der Friedenskönig und sein Reich
oder: Psalm 24 (GL 122)
Hebt euch ihr Tore, unser König kommt
 |
Zweite Lesung: Hebr 2,11-12.13c-18 |
Er musste in allem seine Brüdern gleich
sein
 |
Ruf vor dem Evangelium: |
Halleluja (GL 807)
Vers: Ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für das Volk Israel!
Halleluja
 |
Evangelium: Lk 2,22-40 |
Meine Augen haben das Heil gesehen
 |
(Lese-)Predigt |
Lukas erzählt uns mit diesen Begegnungen,
wie sehnsüchtig das Gottesvolk des Ersten Bundes den Messias erwartete. Obwohl
die Verheißung, dass der Retter kommt, uralt ist und obwohl die Menschen mit
dieser Botschaft gealtert sind, ist die Sehnsucht ungebrochen, jugendlich,
überschwenglich, freudig. Die Gewissheit: "Er ist da!" tut gut,
erfüllt das Herz mit Freude, gibt die Sicherheit: Ich habe nicht umsonst
geglaubt, gehofft, gebetet und auf Gott zugelebt. So ist unser Evangelium eine
Geschichte erfüllter Hoffnung, gültig für alle Lebenswege. Der Retter ist da!
Das gilt auch, wenn das Kreuz seinen Schatten in die Szene und auf das eigene
Leben wirft.
So dürfen wir an diesem Festtag drei Dinge
von Simeon und Hanna lernen:
(1) Es gibt heute viele Menschen, denen
Sehnsucht und Hoffnung fremd sind. Viele sagen: "Mir fehlt nichts! Ich habe
alles! Worum sollte ich beten? Mein Leben ist gelebt! Ich bin zufrieden! Ich
kann mir viele Dinge leisten! Ich brauche niemand! Das Haus ist gebaut, die
Kinder versorgt, die Enkel tun gut! Was soll da noch kommen? Hoffentlich geht
alles so weiter!"
Diesen Menschen sagen Simeon und Hanna: Es
gibt mehr als all das. Es gibt mehr als du machen und schaffen konntest. Es gibt
ein großartiges Geschenk: Leben ohne Grenzen, Licht ohne Dunkel, Liebe ohne
Leistung, Freude mit verwandelten Tränen, unvorstellbare Fülle, Geborgenheit
und Ruhe in Gott, Frieden mit dir, gestillte Sehnsucht, weil ich so viel Heil,
so viel Güte sehen darf.
(2) Es gibt heute auch Menschen, die sehen
nur noch schwarz, nur noch Probleme. Deren Angst und Bedenken verstellen den
Blick auf die Zukunft, die nehmen nur noch Zerstörung und Begrenztheit wahr.
All denen sagt dieses Fest heute: Überseht
die kleinen Hoffnungszeichen nicht! Nehmt jedes Neugeborene wahr als Gottes
gewollte und durch Liebe geschenkte Zukunft! Achtet auf jedes neue
Lebenszeichen! Nehmt um euch herum wahr, wo sich Lebensknospen und
Hoffnungszeichen befinden, und bewertet sie nicht als Täuschung, sondern traut
ihnen zu, was in ihnen steckt!
(3) Die Hoffnung des Simeon und der Hanna
gründet in Gottes Wort, in seiner Verheißung. Und dieses Wort hat sie
durchgetragen durch all die Etappen und Wegabschnitte ihres Lebens. Dieses Wort
hatten sie bei sich auf den breiten Straßen des Erfolgs, auf den Pfaden der
Liebe, auf den mühsamen Treppen, in den Abgründen der Sorgen und den
Schluchten des Leids. Aber in diesem Wort war Gott gegenwärtig. Dieses Wort
haben sie in ihrem Herzen bewegt, auf ihr Leben abgefragt, vielleicht manchmal
verständnislos bedacht und gelesen, aber nicht vergessen. Und deshalb waren sie
so wach, als das Wort Gottes in Erfüllung ging, als er einlöste, was sein
Wille ist: Ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben!
Zu all dem, so glaube ich, wollen uns die
beiden heute bringen. Lassen wir sie zu uns reden. Freuen wir uns, dass wir,
dank ihnen, dabei sein dürfen und ihren Lobpreis mitsingen: Im Blick auf Dich
und im Hören auf Dein Wort wird unser Leben heil!
(Nach einer Predigt zum Fest
der Darstellung des Herrn
von Prälat Dr. Johannes Kohl,
Generalvikar Eisenstadt)
Gebetsteil

 |
Es folgen die Fürbitten und das
Vaterunser. Die Einleitung zu den Fürbitten und die Einladung zum
Vaterunser werden von der Leiterin/vom Leiter gesprochen, die einzelnen
Bitten von Mitfeiernden vorgetragen. |
(Version I)
Heute ist Jesus Christus seinem Volk
begegnet. Auf ihn setzen wir unsere Hoffnung und zu ihm beten wir:
K: Christus
höre uns. A: Christus erhöre uns.
 |
Für alle Menschen, die nur die
Dunkelheit in ihrem Leben bemerken: dass dein Licht ihnen eine neue
Sichtweise schenkt. |
K: Christus
höre uns. A: Christus erhöre uns.
 |
Für die ältere Generation: dass ihre
Lebenserfahrung ein Licht ist für die jungen Menschen, für alle Suchenden
und Zweifelnden. |
K: Christus
höre uns. A: Christus erhöre uns.
 |
Für alle Eltern und Erzieher: dass sie
das Licht des Glaubens überzeugend weitergeben. |
K: Christus
höre uns. A: Christus erhöre uns.
 |
Für unsere Kinder: dass ihr Leben durch
liebende Fürsorge licht und froh ist. |
K: Christus
höre uns. A: Christus erhöre uns.
 |
Für unsere Kranken: dass sie dir, dem
Licht der Welt vertrauen. |
K: Christus
höre uns. A: Christus erhöre uns.
 |
Für die Sterbenden: dass sie wie Simeon
in Zuversicht dem Ziel ihres Lebens entgegensehen. |
K: Christus
höre uns. A: Christus erhöre uns.
(Version II)
Herr Jesus Christus, Simeon hat in dir das
Heil gesehen, das Licht, das die Völker erleuchten wird. So tragen wir vor dich
die Sorgen und Anliegen der Menschen und bitten dich:
Lass sie dein Heil erfahren!
 |
Für alle; die sich mit dem Glauben
schwer tun. |
K: Jesus Christus, dich bitten wir: A:
Lass sie dein Heil erfahren!
 |
Für die Arbeitslosen und für alle, die
Angst um ihren Arbeitsplatz haben. |
K: Jesus Christus,
dich bitten wir: A: Lass sie dein Heil erfahren!
- Für die Kranken aus unserer Gemeinde und
für alle, die in Bedrängnis sind.
K: Jesus Christus, dich bitten wir: A:
Lass sie dein Heil erfahren!
Beten wir nun gemeinsam jenes Gebet, das uns
Jesus Christus selbst zu beten gelehrt hat:
Vater unser
 |
Danklied, z.B.: |
Lobe den Herren (GL 258,1.4)
oder: Nun singt ein neues Lied dem Herren
(GL 262,1-3)

Abschluss
 |
Segensbitte: |
Der Herr segne und behüte uns.
Er lasse sein Angesicht über uns leuchten
und sei uns gnädig.
Er schaue auf uns und schenke uns seinen
Frieden.
So segne uns Gott, der Vater und der Sohn
und der Heilige Geist.
A: Amen.
 |
Entlassgruß: |
Gehen wir hin in Gottes Frieden.
A: Dank sei Gott,
dem Herrn.
Nach Vorlagen von Pfarrer Mag.
Gottfried Pinter, Neudörfl (Diözese Eisenstadt);
2003 01
