Liturgische Elemente für einen Berggottesdienst

 

Dann tragen die Berge Frieden für das Volk

und die Höhen Gerechtigkeit.

(Ps 72,3)

 

 

Einstimmende Worte / Gedanken

Berge haben etwas Sperriges an sich. Sie wollen ergangen werden. Sie stellen von sich aus keine Aufstiegshilfen zur Verfügung. Sie fordern meine, unsere ganze Kraft, unsere ganze Ausdauer und unsere ganze Wachsamkeit. Berge sind eine ungeschminkte Herausforderungen auch an den Teamgeist einer Gruppe, einer Seilschaft. Viele Wege führen zu Gott, einer führt über die Berge. In den Bergen kann uns Gott unmittelbar begegnen: Gott im Gehen, Gott im Rasten, Gott in der Gefahr, Gott in der Gemeinschaft, Gott in seiner Schöpfung, … Weil uns nichts ablenkt, können wir uns ganz dem widmen, was gerade da ist, der Natur, unseren Kamerad/inn/en und in beiden Gott. Es gibt viele Wege, Gott dafür zu danken, einer davon ist die Eucharistie, die wir feiern.

 

 

Kyrielitanei:

Hektik und Überforderung bringen Unruhe und Unfriede in unseren Alltag. Du bist unser Friede.

Herr, erbarme dich unser.

 

Ehrgeiz, Neid und Profitgier gefährden den sozialen Frieden oft bis an die Wurzeln. Du allein bist unser Reichtum.

Christus, erbarme dich unser.

 

Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit führt oft dazu, dass wir unsere Umwelt verschmutzen. Du vertraust uns deine Schöpfung täglich neu an.

Herr, erbarme dich unser.

 

Vergebungsbitte

 

Tagesgebet

Gott aller Schöpfung!

Dein Wort dringt in unsere Herzen wie der Regen in die Erde. Es erleuchtet unseren Weg und sichert unseren Schritt. Öffne unsere Ohren und Herzen für Deine Worte hier und heute an uns. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Lesung: Jesaja 55,8-12.

Gottes Wort erreicht sein Ziel, sein Handeln macht frei.

 

8 »Meine Gedanken - sagt der HERR - sind nicht zu messen an euren Gedanken, und meine Möglichkeiten nicht an euren Möglichkeiten.

9 So hoch der Himmel über der Erde ist, so weit reichen meine Gedanken hinaus über alles, was ihr euch ausdenkt, und so weit übertreffen meine Möglichkeiten alles, was ihr für möglich haltet.

10 Wenn Regen oder Schnee vom Himmel fällt, kehrt er nicht wieder dorthin zurück, ohne daß er etwas bewirkt: Er durchfeuchtet die Erde und macht sie fruchtbar, so daß sie Korn für das tägliche Brot hervorbringt und Saatgut für eine neue Ernte.

11 Genauso ist es mit dem Wort, das ich spreche: Es kehrt nicht unverrichteter Dinge zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und führt aus, was ich ihm auftrage.« a

12 Unter Jubel werdet ihr den Weg in die Freiheit antreten, mit sicherem Geleit werdet ihr heimkehren. Berge und Hügel werden in ein Freudengeschrei ausbrechen, wenn sie euch sehen, und die Bäume der Steppe werden in die Hände klatschen. a

13 Wo ihr durchzieht, wachsen statt Dornbüschen Zypressen und statt Brennesseln Myrten. Dies alles geschieht, damit der HERR gerühmt und gepriesen wird. Er setzt sich damit ein Denkmal, das alle Zeiten überdauert. a

 

Antwortpsalm (Psalm 104)

 

Kehrvers

Deine Schöpfung, Herr, ist dir prächtig gelungen.

Oder: Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.

 

10 Du läßt Quellen entspringen und zu Bächen werden;

zwischen den Bergen suchen sie ihren Weg.

11 Sie dienen den wilden Tieren als Tränke,

Wildesel löschen dort ihren Durst.

Kv.

12 An den Ufern bauen die Vögel ihre Nester,

aus dichtem Laub ertönt ihr Gesang.

13 Vom Himmel schickst du den Regen auf die Berge

und gibst der Erde reichlich zu trinken.

Kv.

14 Du läßt das Gras sprießen für das Vieh

und läßt die Pflanzen wachsen,

die der Mensch für sich anbaut,

damit die Erde ihm Nahrung gibt:

Kv.

15 Der Wein macht ihn froh,

das Öl macht ihn schön,

das Brot macht ihn stark.

Kv.

 

Halleluja

Die Herrlichkeit des Herrn

bleibe immer bestehen;

der Herr freue sich an allem,

was er geschaffen hat!

Halleluja

 

 

Evangelium (Mt 5,1-12)

1 Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.

2 Dann begann er zu reden und lehrte sie.

3 Er sagte:

Selig, die arm sind vor Gott; / denn ihnen gehört das Himmelreich.

4 Selig die Trauernden; / denn sie werden getröstet werden.

5 Selig, die keine Gewalt anwenden; / denn sie werden das Land erben.

6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; / denn sie werden satt werden.

7 Selig die Barmherzigen; / denn sie werden Erbarmen finden.

8 Selig, die ein reines Herz haben; / denn sie werden Gott schauen.

9 Selig, die Frieden stiften; / denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

10 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; / denn ihnen gehört das Himmelreich.

11 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.

12 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

 

Fürbitten

Guter Gott!

Voll Vertrauen auf Dein Wirken in der Natur und im Herzen der Menschen bitten wir Dich:

  1. Schenke den Verantwortlichen unseres Landes ein feines Gespür dafür, wie sie Deine Schöpfung am besten pflegen und behüten können.

  2. Lass unsere Kirche nicht müde werden, sich für eine gerechte Verteilung dessen einzusetzen, was die Erde und wir Menschen hervorbringen.

  3. Ermutige und bestärke unsere Pfarren darin, das Berührende unseres Glaubens auch in deiner Schöpfung zu suchen und weiterzugeben.

  4. Entzünde in den Menschen, die in Großstädten wohnen, die Liebe zur Natur und schenke ihnen die Erfahrung deiner Nähe.

  5. Bitten in verschiedenen Anliegen der Gruppe (frei formuliert)

Deine Allmacht und Schöpferkraft sind unbegrenzt. Umso freudiger hoffen wir auf Dein segensreiches Wirken. Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Gabengebet

Barmherziger Gott!

In allem, was gedeiht und geschieht, begegnest Du uns. Du begegnest uns im Brot, Zeichen für den Aufstieg, den gewöhnlichen Alltag mit seinen Beschwernissen. Du begegnest uns im Wein , Zeichen für strahlende Gipfelerlebnisse, im Wein erfüllter Sehnsucht aber auch in den bitteren Tropfen, die uns das Leben zu trinken gibt. So kommst Du uns tagtäglich entgegen und bleibst treu mit uns auf unserem Weg. Wie Du Deine Schöpfung täglich erneuerst, so wandle auch uns und unsere Gaben von Brot und Wein. Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Schlussgebet

Allmächtiger Gott!

Im Brot und im Wein der Eucharistie bist du uns selbst begegnet und zutiefst nahe gekommen. Dankbar bitten wir dich, öffne uns für Dein Wirken um uns, in uns und durch uns. Schenke uns neue Lebensfreude, wenn wir heute Deine Schöpfung genießen. Begleite uns auch in den kommenden Tagen, wenn es gilt, die Herausforderungen des täglichen Lebens zu meistern. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Dr. Markus Bostl, St. Pölten, 2004

 

 
 
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Stand: 19. November 2010