Advent – den Glauben feiern

Lichtfeier mit Lichtsprüchen

 

Anregungen zur Gestaltung der Eröffnung von adventlichen Gottesdiensten

 

Hinführung

Wie die österliche Bußzeit auf das Hochfest der Auferstehung vorbereitet, so tut es der Advent auf das Geburtsfest des Herrn. Die Entwicklung des Advents bis zur heutigen Gestalt war eine sehr unterschiedliche und vielfältige. Im Advent, wie wir ihn heute feiern, spiegeln sich Elemente der Kirche Roms und Galliens wieder. Die Grundordnung des Kirchenjahres sieht die Bedeutung des Advents einerseits als Vorbereitungszeit auf das Geburtsfest des Herrn und andererseits als Erwartung des wiederkehrenden Christus.

 

Von daher unterscheiden wir auch in der liturgischen Feier zwei Abschnitte: in der Zeit bis zum 16. Dezember wird die Wiederkunft Christi in den Vordergrund gerückt und in den Tagen vom 17. – 24. Dezember geschieht die Hinwendung zum nahen Weihnachtsfest. Das vielfältige Brauchtum des Advents ist meist mit der Erwartung des Weihnachtsfestes verbunden oder es entspringt altem germanischen Brauchtum. Unsere Zeit hat dem Advent ein neues bzw. wieder entdecktes Element gegeben: die Hauskirche. In dieser Zeit sind die Familien eingeladen, sich daran zu erinnern, dass sie Kirche sind; Gemeinschaft, die gemeinsam betet, singt, die Heilige Schrift liest und ihren Glauben bedenkt und so stärkt.

 

Die Anregung zur Hauskirche geht davon aus, dass der Advent zwar keine Bußzeit, so aber doch eine stille und besinnliche Zeit ist. Der Sinnentleerung der kirchlichen Feste und Zeiten durch einen lauten Festrummel, durch die Kommerzialisierung, das Konsum- und Freizeitverhalten sowie damit einhergehende Ausdünnung unseres Glaubens könnte so ein bewusstes Zeichen entgegengesetzt werden.

 

Der Advent ist die Einladung sein, bewusster als Mensch und Christ zu leben.

Für uns Christen ist es wesentlich, dass wir unseren Glauben feiern.

Seine Feier ist der Prüfstand der Echtheit und Lebendigkeit. Von daher ist es von großer Bedeutung den Sinn des Advents und den religiösen Reichtum herauszustreichen.

Der Advent mit seinem reichen Brauchtum:

Adventkranz, Adventkalender, Rorate, Herbergsuche, die Feier des Heiligen Nikolaus und der Heiligen Luzia, ... bieten viele Möglichkeiten zur Gestaltung in Familie, in Gruppen und bei den Gottesdiensten in den Pfarren.

Siehe auch: Brauchtum im Advent und Lichtgebete/Lichtpräfationen.

 

Das folgenden Anregungen für einfache Lichtfeiern können die Gestaltung und Vertiefung des Advents erweitern:

 

a) Lichtfeier bei einer Eucharistie und bei einer Wortgottesfeier

Einzug in Stille (Alle, die liturgische Dienste innehaben, ziehen mit dem Priester ein.)

Der Vorsteher (Der/Die Leiterin) trägt die brennende Kerze mit , wendet sich der Gemeinde zu, hebt die Kerze empor und spricht den Lichtspruch des Tages.

Die Gemeinde singt nun den entsprechenden Ruf – währenddessen werden die Kerze(n) am Adventkranz und danach die übrigen Kerzen angezündet.

Es folgen Begrüßung, Kyrie, Tagesgebet.

 

b) Lichtfeier beim Tagzeitengebet

Einzug mit dem Licht in die dunkle Kirche

Eröffnungsruf

Lichtspruch des Tages und Ruf der Gemeinde

Nach dem Anzünden der Kerzen folgt der Psalm.

c) Lichtfeier beim Gebet in der Familie

Alle sitzen um den Adventkranz, die Kerze wird angezündet und der Lichtspruch gesprochen. Es folgt ein Adventlied, ein Text aus der Bibel, z. B. das Evangelium des Sonntags

Stille

Psalm

Engel des Herrn

Musik

Hilfen für die Gestaltung findet man

Im Gotteslob

in Texten zur Feier der Hauskirche (Herausgeber sind die Diözesen – Pastoralämter): "Vom Licht berührt", Linz; "Als aber die Zeit erfüllt war", Wien;

vom Deutschen Liturgischen Institut in Trier: ‚Rorate – Gottesdienste im Advent; Morgenlob im Advent, Abendlob im Advent.

Adventkalender 2003 "Find das Kind" – Bistum Essen;

Für die biblischen Texte: der Schott (Lesejahr C)

Liederbücher: "Du wirst ein Segen sein"; "David"; Rolf Krenzer: "Die Weihnachtsmusikanten"

 

 

 

Lichtsprüche im Advent 2003

 

Im Advent kann man jeden Gottesdienst (am Abend oder am Morgen) mit der Lichtfeier beginnen.

 

Einzug in Stille durch die Kirche

Der Vorsteher (Der/Die Leiterin) trägt die brennende Kerze, wendet sich der Gemeinde zuhebt die Kerze empor uns spricht den Lichtspruch
danach wird die Kerze auf einen Leuchter gesteckt.
Wenn man das Licht als Zeichen der Wegweisung durch den Advent versteht, kann auch ein/e Ministrant/in die Kerze tragen und als erste/r der Prozession vorangehen.

Die Gemeinde singt nun ein Lied oder einen Ruf;
währenddessen werdenam Adventkranz die Kerze(n) angezündet;
hernach auch andere Kerzen im Kirchenraum.
Künstliches Licht wird nur soviel als nötig verwendet.

Begrüßung / Kyrie / Tagesgebet

 

Samstag, 29. 11. 2003 Zur Adventkranzsegnung

Wenn Gott uns heimbringt aus den Tagen der Wanderschaft, das wird ein Fest sein.

GL 115/1,4 Wir sagen euch an den lieben Advent

 

Erster Adventsonntag, 30. 11. 2003

Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.

GL 719/1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil

(GL 115/1,4 Wir sagen euch an den lieben Advent; wenn die Adventkranzsegnung stattfindet)

 

Montag, 1. 12. 2003

Ich mache dich zum Licht der Völker, spricht der Herr;

Bis ans Ende der Erde soll man meine rettende Hilfe erfahren.

GL 719/1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil.

 

Dienstag, 2. 12. 2003

Christus ist das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet.

GL 719/1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil

 

Mittwoch, 3. 12. 2003 Franz Xaver

Bei dir, Herr, ist die Quelle des Lebens; in deinem Licht schauen wir das Licht.

GL 719/1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil

 

Donnerstag, 4. 12. 2003 Barbara

Stadt Gottes, du wirst leuchten in hellem Licht. Alle Enden der Erde werden vor dir niederfallen. Die Völker kommen zu dir von Ferne.

GL 719/1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil

 

Freitag, 5. 12. 2003

Blinde leiten dich auf Wegen, die sie nicht kennen. Ich bin das Licht der Welt! Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis gehen. Ich mache die Finsternis vor ihnen zu Licht.

GL 719/1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil

 

Samstag, 6. 12. 2003 Nikolaus

An jenem Tag sehen die Augen der Blinden im Dunkeln und Finstern; die Armen Jubeln über den Heiligen Israels.

GL 719/1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil.

 

Zweiter Adventsonntag, 7. 12. 2003

Wer die Wahrheit tut, kommt ans Licht. Damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott getan sind.

GL 115/1+2 Wir sagen euch an den lieben Advent

Montag, 8. 12. 2003

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm. Wenn wir aber im Lichte leben, haben wir Gemeinschaft miteinander.

GL 722/1 Freut euch wir sind Gottesvolk

 

Dienstag, 9. 12. 2003

Ohne dich, Herr, umgibt uns dunkle Nacht.

Wenn dein Licht mir aufgeht, lebe ich wieder auf.

Bleibe bei uns, bis die Finsternis weicht.

GL 722/1 Freut euch, wir sind Gottesvolk

 

Mittwoch, 10. 12. 2003

Über dir Jerusalem erstrahlt der Herr; er geht auf über dir gleich der Sonne.

GL 722/1 Freut euch wir sind Gottesvolk

 

Donnerstag, 11. 12. 2003

Gott, richte uns wieder auf. Lass dein Angesicht über uns leuchten.

GL 722/1 Freut euch, wir sind Gottesvolk

 

Freitag, 12. 12. 2003

Dankt dem Vater mit Freude!

Er hat euch der Macht der Finsternis entrissen und in das Reich seines geliebten Sohnes aufgenommen.

GL 722/1 Freut euch, wir sind Gottesvolk

 

Samstag, 13. 12. 2003 Luzia

Wacht auf, ihr Schläfer! Steht auf von den Toten! Christus wird euer Licht sein.

GL 722/1 Freut euch, wir sind Gottesvolk

 

Dritter Adventsonntag – Gaudete, 14. 12. 2003

Der Herr ist mein Licht und mein Heil; wen sollte ich fürchten? Er wird mich hinausführen ans Licht. Ich werde sein Heil schauen.

GL 115/1 bis 3 Wir sagen euch an den lieben Advent

Montag, 15. 12. 2003

Steht auf und preist den Herrn, die ihr im Staube wohnt; denn der Tau des Lichtes ist der Tau des Herrn.

GL 712/1 Du führst mich hinaus ins Weite

 

Dienstag, 16. 12. 2003

In Christus war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

GL 712/1 Du führst mich hinaus ins Weite

 

Die Zeit vom 17. 12. bis 24. 12.

 

Mittwoch, 17. 12. 2003

Kommen wird er, den alle Völker erwarten. Und das Haus des Herrn wird erfüllt mit Herrlichkeit.

GL 816 Sieh der Herr kommt in Herrlichkeit

 

Als Alternative für die Zeit vom 17. 12. bis 24. 12.

GL 112 Herr, send herab uns deinen Sohn

 

Donnerstag, 18. 12. 2003

Unser König, das Licht der Welt, wird kommen: Christus, das Lamm, das Johannes uns ankündet.

GL 816 Sieh der Herr kommt in Herrlichkeit

 

Freitag, 19. 12. 2003

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

GL 816 Sieh der Herr kommt in Herrlichkeit

Samstag, 20. 12. 2003

Aus der Wurzel Jesse wächst ein Zweig hervor. Die Welt erstrahlt im Licht des Herrn. Und alle Menschen erfahren Gottes Heil.

GL 816 Sieh, der Herr kommt in Herrlichkeit

 

Vierter Adventsonntag, 21. 12. 2003

Bald wird kommen der Herrscher, der Herr. Sein Name ist Immanuel: Gott mit uns.

GL 115/1-4 Wir sagen euch an den lieben Advent

 

Montag, 22. 12. 2003

Sende aus dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten. Sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg.

GL 816 Sieh, der Herr kommt in Herrlichkeit

 

Dienstag, 23. 12. 2003

Tauet, ihr Himmel, von oben!

Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten! Lass leuchten dein Licht über uns.

GL 816 Sieh, der Herr kommt in Herrlichkeit

 

Mittwoch, 24. 12. 2003 Heiliger Abend

Du Morgenstern, Glanz des unversehrten Lichtes, der Gerechtigkeit strahlende Sonne: Erleuchte, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes.

GL 816 Sieh der Herr kommt in Herrlichkeit

 

Von: Pfarrer Mag. Othmar Posch, Hainburg/Donau (2003)

 

 

 
 
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Stand: 19. November 2010