Wort-Gottes-Feier
Sonntag, 7. September 2003
23. Sonntag im Jahreskreis B
(1) Eröffnung
Einzug
Gesang zu Eröffnung
GL 517,1-4.8: Herr, Jesus, öffne unsern
Mund
oder:
GL 520, 1-3: Liebster Jesu, wir sind hier
Kreuzzeichen
Liturgischer Gruß
Einführung
Manchmal verschlägt es uns die Sprache,
manchmal sind wir nicht recht ansprechbar, manchmal hören wir und hören doch
nicht. Wir sind wie behindert; Sprachlosigkeit und Stummheit voreinander - und
auch zu jener Adresse hin, die wir Gott nennen - sind gar nicht so selten.
Gott begegnet uns in Jesus Christus als ein
befreiender Gott;
einer der von Befangenheit frei machen kann;
einer der innere Blockaden lösen kann;
ein Gott, der aus Enge in die Weite führt.
Wenden wir uns ihm zu und rufen wir.
Kyrie-Rufe
GL 401: Kyrie eleison
Eröffnungsgebet
Lasset uns beten.
Gütiger Gott,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
Durch ihn sind wir deine Söhne und Töchter
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus
glauben
und schenke ihnen die wahre Freiheit und das
ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus
unseren Herrn und Heiland.
A Amen.
(2) Verkündigung des Wortes Gottes
Erste Lesung
Jes 35, 4-7a
Lektionar II S. 337
Der Prophet Jesaja verheißt denen, die
voller Enttäuschung und Resignation sind neue Hoffnung. Gott wird ihre
Lebenswüste und innere Leere wieder zum Blühen bringen. Augen und Ohren sind
dafür wach zu halten.
Antwortpsalm
GL 627, 1: Mein
Leben lobsinge Gott, dem Herrn
dazu: Verse aus Psalm 146 (Lektionar
II S. 338)
Zweite Lesung
Jak 2, 1-5
Lektionar II S. 338
Wir sind alle gleichwertig, aber nicht alle
in gleicher Weise vom Leben begünstigt. Eine christliche Gemeinde soll diese
Unterschiede nicht verschärfen, sondern überwinden.
Ruf vor dem Evangelium
GL 530, 7: Halleluja
dazu: Vers MT 4,32b (Lektionar
II S. 339)
Evangelium
Mk 7, 31-37
Lektionar II S. 339
"Er hat alles gut gemacht" -
damals; auch heute möchte uns Jesus heilsam berühren.
Lesepredigt
"Er hat alles gut gemacht"
Wer jemanden kennt, der taub oder stumm oder
gar beides ist, der weiß, wie schwer es ein so Behinderter hat, nicht aus der
Gemeinschaft mit anderen herauszufallen. Als Menschen leben wir ja davon, dass
wir uns austauschen, dass wir miteinander reden und einander zuhören. Wer das
nicht kann, wer nicht auf das hören kann, was andere sagen, wer sich anderen
nicht mitteilen kann, der steht außerhalb der zwischenmenschlichen
Kommunikation und damit irgendwo außerhalb der menschlichen Gemeinschaft. Wo
heute technische Hilfen dieses Manko wenigstens zum Teil auffangen können, war
in früheren Zeiten schiere Hilflosigkeit.
Wenn daher im heutigen Evangelium von der
Heilung eines Taubstummen die Rede ist, dann greift diese Geschichte tiefer, als
es auf den ersten Blick den Anschein hat. Hier geht es nicht nur um ein
körperliches Gebrechen. Die Behinderung hat auch eine soziale und religiöse
Dimension. Darum umfasst die Heilung, die Jesus schenkt, den ganzen Menschen.
Sie gibt ihm nicht nur die körperliche Unversehrtheit wieder, sondern führt
ihn auch zurück in die menschliche Gemeinschaft.
Unsere Lesungen, die ja auf das Evangelium
als den Höhepunkt des Wortgottesdienstes hinfuhren, lassen das gleiche Thema
anklängen. Der Prophet Jesaja spricht in eine Situation hinein, die das Volk
Israel auf einem Tiefpunkt seiner Geschichte sieht: Die Israeliten sind besiegt
und in die babylonische Gefangenschaft verschleppt worden. Resigniert geben sie
die Hoffnung auf Rückkehr auf. Da verkündet Jesaja: Gott selbst wird kommen
und euch erretten. Dann bricht die Zeit des Heiles an, dann werden Blinden die
Augen und Tauben die Ohren geöffnet, Lahme springen und Stumme reden, Bäche
fließen in der Wüste, die Steppe wird zum Teich, Menschen leben in
Gemeinschaft miteinander und mit Gott.
Diese Zukunftsvision des Propheten erfüllt
sich jetzt. Wenn Jesus heilt, dann zeigt sich darin Gottes Kraft und Stärke. In
Jesus Christus ist Gott selber gegenwärtig zur Rettung seines Volkes. Damit
wird die Heilung, die Jesus vollzieht, zum Zeichen dafür, dass er der wahre
Messias ist, der Retter, den Gott seinem Volk verheißen hat. Dieser Messias
setzt neue Maßstäbe.
Der Jakobusbrief redet davon. Er bietet eine
neue Sicht dessen, was Reichtum ausmacht: Nicht mehr die goldenen Ringe, nicht
mehr die prächtige Kleidung, sondern die Erwählung durch Gott. Der Weg zu Gott
führt also nicht über die Anhäufung irdischer Güter, sondern über den
Glauben an ihn, über den Glauben an den, der in seinem Namen gekommen ist und
über die Nachfolge auf seinem Weg.
Nun schließt sich der Kreis. Jesus Christus
wusste sich zuerst zu den Armen gesandt, wie unser Evangelium von heute
erzählt. Und wer könnte ärmer sein als ein Taubstummer, der von jeder
menschlichen Gemeinschaft ausgeschlossen ist? Ihm hat er geholfen, ihn hat er
nicht nur körperlich geheilt, sondern hat, ihm die menschliche Gemeinschaft
wiedergegeben.
Damit aber muss unser Weg der Nachfolge Jesu
immer auch dorthin führen, wo es gilt, menschliche Gemeinschaft möglich zu
machen. Dazu müssen wir aber zuerst die eigenen Ohren öffnen und die eigene
Zunge lösen. Dazu müssen wir auch wieder lernen, mit den Augen des Herzens zu
sehen und mit den Ohren des Herzens zu hören. Erst dann wird uns die
vielfältige Not um uns herum aufgehen.
Dabei denke ich noch nicht einmal zuerst an
die vielen Menschen, deren Schicksal in den Krisen- und Kriegsgebieten dieser
Weit uns jeden Tag begegnet. Ich denke zunächst an die Menschen, die uns
besonders nahe stehen: an unsere Familien, an Freunde, Bekannte, Kolleginnen, an
unsere Nachbarn: Nehmen wir deren Not, vor allem deren innere Not wahr? Und wenn
ja, lösen wir unsere Zunge, um auf sie zuzugehen, für sie Stellung zu
beziehen, sie herauszuholen aus ihrer Ecke, um ihnen ihren Platz in unserer
Gemeinschaft zu geben?
Nach der Heilung des Taubstummen durch Jesus
sagten die Menschen: "Er hat alles gut gemacht." Es wäre schön, wenn
man das ab und an auch über uns sagen könnte. Amen.
(3) Antwortelemente
Glaubensbekenntnis
Friedensgebet
Herr, öffne uns die Augen, dass wir sehen,
was zu sehen ist.
Öffne uns die Ohren, dass wir hören, was
zu hören ist.
Öffne uns die Hände, dass wir ändern, was
zu ändern ist.
Öffne uns die Zukunft, lass erscheinen in
der Welt dein Reich.
Einladung zu einem Zeichen des Friedens
Kollekte
(4) Lobpreis und Bitte
"Jesus Christus ist der
Herr zur Ehre Gottes des Vaters" – Lobpreis und Dank für Jesus Christus
Die folgende Akklamation wird beim ersten
Mal vorgesungen und dann von allen wiederholt. Sie kann auch jeweils gesprochen
werden.
K: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters. (GL 174)
A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters.
L: Menschenfreundlicher Gott,
Vater unseres Herrn Jesus
Christus,
so sehr hast du die Welt
geliebt,
dass du uns deinen
einzigen Sohn gabst,
damit jeder, der an ihn
glaubt,
nicht zugrunde geht,
sondern das ewige Leben
hat.
(K)/A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters.
L: Wir preisen dich, Vater,
für die Menschwerdung
deines Sohnes,
für seine Geburt aus der
Jungfrau Maria,
für sein Leben in
unserer Mitte.
(K)/A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters.
L: Wir preisen dich, Vater,
für Jesu Leben in
Nazaret,
für die Offenbarung
deines Sohnes
am Jordan,
für seinen Sieg
über den Versucher in
der Wüste.
A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters.
L: Wir preisen dich, Vater,
für jedes Wort aus dem
Munde Jesu,
für sein heilendes
Wirken,
für die Zeichen seiner
Herrlichkeit.
A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters.
L: Wir preisen dich, Vater,
für das Abendmahl deines
Sohnes,
für sein Leiden und
Sterben,
für seine Grabesruhe
und seine Auferstehung.
A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters.
L: Wir preisen dich, Vater,
für alle Macht,
die du Christus gegeben
hast,
im Himmel und auf Erden,
für seine Auffahrt zu
dir,
für die Sendung des
Heiligen Geistes.
A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters.
L: Wir preisen dich, Vater,
dass dein Sohn uns nicht
allein lässt;
dass er gegenwärtig ist,
wo zwei oder drei
in seinem Namen
versammelt sind;
dass er alle Tage bei uns
ist
bis zum Ende der Welt.
A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre
Gottes des Vaters.
L: Wir preisen dich, Vater,
Herr des Himmels und der
Erde,
in Dankbarkeit, in
Ehrfurcht und in Liebe
durch deinen Sohn im
Heiligen Geist
und stimmen ein in das
Loblied der himmlischen Chöre:
Hymnus
GL 444: Ehre sei Gott in der Höhe
Fürbitten
Herr, oft scheint es als seiest du weit weg,
dort, wo wir nicht sind.
Doch wir lassen nicht ab von dir, wir bitten
und hoffen.
Ruf: GL 526, 5: Herr, erhebe dich, hilf uns
und mach uns frei.
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Hilf den Menschen die das Leben
fürchten, den Ruhelosen ohne Perspektive, den Sehnsüchtigen auf dem Weg,
den Verbitterten am Wegrand. |
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Hilf denen, die den Mund nicht mehr
aufbringen, denen, die das hören und Zuhören verlernt haben. |
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Herr, allen sag, was hoffen lässt auf
deine Nähe. |
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Begegne auch uns dort, wo wir weinen und
lachen, Erfolg haben und schuldig werden, damit wir leben und dein Kommen
nicht übersehen. |
Vaterunser
Danklied
GL 279: Dreifaltiger verborgener Gott
(5) Abschluss
Mitteilungen
Segensbitte
Der Herr segne uns und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht über uns
leuchten
und sei uns gnädig.
Der Herr wende uns sein Angesicht zu
und gewähre uns Heil.
So segne uns der barmherzige und treue Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige
Geist.
A Amen.
Entlassung
Auszug
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