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Totengebet – TotenwacheEin Behelf aus dem Liturgiereferat
Linz. Mit einem Textausschnitt wird hier die Unterlage vorgestellt. Franz
Küllinger, Herausgeber:
Liturgiereferat, Pastoralamt Linz, 2005 Ringmappe,
110 A5Blätter; Preis: Euro 14.90 Bestelladresse: Behelfsdienst des Pastoralamtes
Linz, A-4020 Linz, Kapuzinerstraße 84; Inhalt: 1)
Biblisches Totengebet (3 Andachten) 2) Totengebet „Symbole des Lebens“
(Rose / Kerze /
Samenkorn): siehe unten
3) Totengebet
„Lebenslicht“ 4) Totengebet „Musik“ 5) Totengebet „Bilder“
(Bilder: „Friedhof im Schnee“, „Friedhof
mit Regenbogen“, „Jüdischer Friedhof“; als
Folie beigelegt) Anhang: Wechselgebete, Hoffnungstexte, Psalmgebete, Bilder zum Totengebet „Bilder“
Aus
dem Vorwort des Verfassers:
Ich schätze
das Rosenkranzgebet. Auch als Totengebet. Doch oft ist dieses Gebet nur bedingt
geeignet. Eine Reihe von
Totengebeten ist so entstanden, die eine andere Sprache versuchen. Bildreich die
einen. Andere um Symbole gruppiert. Wieder andere entlang biblischer Gedanken. Versuche sind
es, dort, wo die Sprache an ihre Grenze gerät, Sprechhilfen zu finden. Trauer
und Leid wollen zur Sprache gebracht werden. Aber auch unsere christliche
Hoffnung über den Tod hinaus soll zum Ausdruck kommen. Wichtig ist
mir, dass die Andachten vom gemeinsamen Gebet durchwirkt sind. Wechselgebete und
Psalmvariationen habe ich deshalb immer wieder eingefügt bzw. im Anhang
gesammelt. Damit sie gemeinsam gebetet werden können, sind sie entweder für
alle Mitfeiernden zu vervielfältigen oder als Overheadfolie vorzubereiten. Bei allen
Gebetsvorschlägen sind auch Hinweise auf persönliche Akzente angedeutet, die
im Blick auf den/die jeweilige/n Verstorbene/n gefüllt werden können. Doch
nicht nur an diesen Stellen sind die vorgeschlagenen Andachten offen für persönliche
Gestaltung. Ich lade ausdrücklich ein, dem Totengebet ein ganz persönliches
Gesicht zu geben. Das kann auch dadurch geschehen, dass Angehörige eingeladen
werden, im Totengebet Aufgaben zu übernehmen (Musik, Texte, persönliche Worte,
...). Als Hilfen
verstehen sich die vorgeschlagenen Andachten, dem Totengebet eine breitere
Vielfalt zu eröffnen. Ich halte das Totengebet für einen sehr bedeutenden Ort
lebendigen Glaubens, der große Beachtung verdient. Ich hoffe, dass diese
Sammlung von Andachten diesem Anliegen dient. Mag. Franz Küllinger Pfarrassistent,
Treffling bei Linz Beispiel:
Totengebet
„Symbole des Lebens“
Vorbemerkung: Diese
Andachten arbeiten mit ganz einfachen Symbolen, die dem Gebet Ordnung und
Anregung geben. Wählen Sie für eine Andacht unbedingt nur ein
Symbol aus, ansonsten überfrachten Sie das Gebet. Die
symbolischen Handlungen sollen gut sichtbar an einem geeigneten Ort geschehen.
Sie sollen auch zeitlich Platz haben und nicht neben Texten stattfinden. Gut ist
es, wenn sie nicht der/die Vorbeter/in ausführt. Eventuell könnte dies jemand
aus der Trauerfamilie tun. Bei
den Gebeten habe ich mich um eine sehr prägnante Formulierung bemüht. Lassen
Sie die Gebete wirken durch deutliches und ruhiges Sprechen. Und geben Sie ihnen
auch Raum durch stille Zeiten. Gut
ist es auch, wenn Meditationen und Gebete von zwei verschiedenen Personen
vorgetragen werden. Eröffnung:
Augenscheinlich
unterbricht der Tod den Fluss des
Lebens. Radikal und
endgültig. Im Glauben aber
kann erahnbar werden, dass das Leben
neu aufbricht, auch jenseits
der Grenze des Todes. In
solchem Glauben haben wir uns versammelt, um für Herrn
N. N. [für Frau N. N.] zu
beten. Im Zeichen
dieses Glaubens beginnen wir: Im Namen des
Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes. Amen. „Die Huld des
Herrn ist nicht erschöpft, sein Erbarmen
ist nicht zu Ende. Neu ist es an
jedem Morgen; Groß ist seine
Treue.“
Klagelieder
3,22f Kyrieruf:
Der Herr ist
dein Hüter, der Herr gewährt
dir Schatten. Er steht dir
zur Seite: Herr,
erbarme dich. Der Herr behütet
dich in seinem
Herzen. Er ist Hilfe
dem, der Hilfe braucht: Herr,
erbarme dich. Der Herr gibt
Heimat deinem Leben, er wacht über
Eingang und Ausgang, jetzt und über
alle Zeit hinaus: Herr,
erbarme dich. Dir, Gott,
befehlen wir unsere Wege. Du wirst es fügen, uns neue Wege
zu zeigen. Amen. nach
Psalm 121 Meditation
zur 1. Rose:
Wir legen eine
Rose zum Bild des [der] Verstorbenen in Dankbarkeit
für seinen [ihren] Glauben. (Eine
Rose wird zum Bild gelegt – in Stille.) Wir danken für
einen Glauben, den er [sie] selbst gelebt hat. Einen Glauben
aber auch, den er [sie] weiter gegeben hat, den er [sie] uns geschenkt hat. Einen Glauben
an das Gute. Auch an das
Gute im Menschen. Einen Glauben
an den guten Gott. Ein Vertrauen, das uns leben lässt. Ein Grund, der uns Halt
gibt. Ein Weg, der weiter führt. Für seinen [ihren] Glauben danken wir. Um diesen
Glauben beten wir. Oder: Meditation
zur 1. Kerze:
Wir
entzünden eine Kerze nahe dem Bild
des [der] Verstorbenen. Eine kleine
unscheinbare Kerze. Kaum spürbar
im ausgeleuchteten Raum der Kirche. Eine Kerze für
die Kraft des Glaubens, die dem [der] Verstorbenen geschenkt war. (Eine
Kerze wird entzündet – in Stille.) Aller
Dunkelheit zum Trotz hat der [die] Verstorbene diesem Licht getraut. In allen düsteren
Wegstrecken hat er [sie] auf diesen Schein gebaut. Und
mag dieses Licht auch nur unscheinbar
klein flackern, so trägt es
doch hindurch durch die
letzte Dunkelheit des Todes. Funke ist es,
der das Große zu entfachen vermag: das Licht des
Lebens in Ewigkeit. Danken wir für
dieses Licht des Glaubens. Beten wir um
dieses Licht des Glaubens. Oder: Meditation
zum 1. Samenkorn
... Schriftlesung
(z. B. alttestamentlich)
oder
literarischer Text
Gemeinsames
Gebet:
Rosenkranzgeheimnis:
„Jesus, der in uns den Glauben vermehre“Eventuell
ergänzt durch die 1. Str. „Herr, ich glaube“, GL 830 oder
Psalm-Gebet oder
Wechsel-Gebet oder
Lied Gebet:
Glaubend wagen
wir es, über den Tod
hinaus zu denken, das scheinbar
endgültige Ende im Wunder eines
neuen Anfangs zu deuten.
Gott!
Deine Hand ist es, die uns nicht fallen lässt. Und dein Wille
ist es, dass wir leben. Lass deinen
Willen geschehen im Geschenk des
neuen Lebens für Herrn N.
N. [Frau N. N.] Denn
dein ist das Reich und die Kraft und
die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Meditation
zur 2. Rose:
Oder: Meditation
zur 2. Kerze:
Eine
zweite Kerze entzünden wir. Wir
entzünden sie auf Hoffnung hin. (Eine
zweite Kerze wird entzündet – in Stille.) Es
liegt im Geheimnis der Kerzen, dass
sie das in uns wachrufen, was
an tiefen Sehnsüchten in uns grundgelegt ist. Nie
haben diese Sehnsüchte unsere[n]
Verstorbene[n] ganz verlassen. Nie
aber sind sie auch ganz erfüllt worden. Stoßen
sie doch Zeit unseres Lebens immer
auch an Grenzen. Dabei
sind Sehnsüchte Süchte, die,
wie andere eben nicht, dem
Leben ausnahmslos gut tun, die
es vorantreiben, die Mut zu Neuem machen. Was
wäre nicht auch im
Leben des [der] Verstorbenen undenkbar ohne
diese Kraft der Sehnsucht? In
der Hoffnung sind unsere Sehnsüchte nach
Leben beheimatet und genährt. Um
diese Hoffnung beten wir. Oder: Meditation
zum 2. Samenkorn:
... Schriftlesung
(z. B. neutestamentliche Briefliteratur)
oder
literarischer Text
Gemeinsames
Gebet:
Rosenkranzgeheimnis:
„Jesus, der in uns die Hoffnung stärke“Eventuell
ergänzt durch die 2. Str. „Herr, ich glaube“, GL 830 oder
Psalm-Gebet oder
Wechsel-Gebet oder Lied Gebet:
Die Hoffnung trägt
uns weiter, auch wenn der
Abschied in diesen Tagen schwer auf uns lastet.
Gott! In deinen Gedanken sind wir bewahrt, und in deiner Güte
begleitet auf all unseren
Wegen. Vollende in
deinem Segen das Lebenswerk Denn
dein ist das Reich und die Kraft und
die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Meditation
zur 3. Rose:
Oder: Meditation
zur 3. Kerze:
Wenn wir eine
dritte Kerze entzünden, sei daran
gedacht, dass Kerzen
einen Raum ausleuchten. Schwach und
zaghaft vielleicht, aber eben doch. (Eine
dritte Kerze wird entzündet – in Stille.) Kerzen können
Wege sichtbar machen, und in der
Dunkelheit Orientierung ermöglichen. Sie lassen Möglichkeiten
erahnen, die ohne sie im
Dunklen blieben. Wie die Liebe,
die Wege zu finden vermag, wo andere Kräfte
am Ende sind. Die Lichtspuren
ahnend freilegt, die ohne sie
undenkbar blieben. Von
Liebe waren auch die Lebenswege Nicht immer
eindeutig erkennbar, aber eben doch. Von Liebe auch
war sein [ihr] Blick auf uns erfüllt. Danken wir für
diese Liebe. Beten wir um
diese Liebe. Oder: Meditation zum 3. Samenkorn: ......Schriftlesung
(z. B. Evangelientext)
oder
literarischer Text
Gemeinsames
Gebet:
Rosenkranzgeheimnis:
„Jesus,
der in uns die Liebe entzünde“
Eventuell
ergänzt durch die 3. Str. „Herr, ich glaube“, GL 830 oder
Psalm-Gebet oder Wechsel-Gebet oder Lied Gebet:
Die Liebe
verbindet, was der Tod
auseinander reißt. Und die Liebe
vollendet, was der Abschied offen lässt.
Gott! Dein Name ist über uns ausgerufen. Aus deinem JA
kommt unser Leben. Vollende dieses
dein JA und führe
Herrn N.N. [Frau N.N.] herauf ins neue Leben
bei dir. Denn
dein ist das Reich und die Kraft und
die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Abschluss
(Rosen):
umgeben von den Boten
des Lebens; umhüllt vom Segen des
Dreifaltigen. In
diesem Segen mit unseren
Toten. In diesem Segen Hoffnung und
Zuversicht atmen. Oder: Abschluss
(Kerzen):
Drei
Kerzen haben wir im Blick auf
den [die] Verstorbene[n] entzündet. Kerzen, die von
Glaube, Hoffnung und
Liebe erzählen. Kerzen, die
jenen Weg ausleuchten, den Jesus uns
eröffnet hat. Kerzen sind
daraus geworden, die das Bild
des [der] Verstorbenen in neuem Licht
erscheinen lassen. Kerzen, mit
denen wir den [die]
Verstorbene[n] in dieses neue Licht „hineingebetet“
haben. Diesem neuen
Licht können wir getrost auch alles
Fehlerhafte und Halbe anvertrauen. In diesem Licht
ist es geläutert und erlöst. Glücklich, wer
aus diesem Licht sein Leben zu gestalten weiß. Oder: Abschluss
(Samenkörner): ...
Segen:
unter diesen
Segen, und rufen: Mit seinem
Licht erfülle Gott unsere Dunkelheit. Mit seinem Wort
erlöse er unsere Sprachlosigkeit. Mit seiner
Liebe befreie er unsere Ohnmacht: So
segne uns Gott Amen.
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