Klaus Vellguth / Katja Heidemanns (Hrsg.): Gott feiern in der Einen Welt. Liturgische Modelle und Bausteine. München 2000, Bernward bei Don Bosco / missio, Seiten 136, € 13,15, ISBN 3-7698-1241-7

Die 10 verschiedenen Autoren und Autorinnen haben die in der Luft liegende Idee aufgegriffen und den dynamischen Reichtum der jungen Kirchen sowie die spirituellen Erfahrungen asiatischer Religionen in Gottesdienstformen für europäische Gemeinden einfließen lassen. Die 13 verschiedenen Gottesdienstmodelle bzw. –module sind fertig ausgearbeitet und zum direkt übernehmen gedacht. Das ist natürlich im Blick auf örtliche Begebenheiten immer relativ zu bewerten. Einige Details sind im Sinne der Praktikabilität besonders hervorzuheben, nämlich die gut zu brauchenden Skizzen für Tanzschritte, Gebärden, Kopierunterlagen für Bildbetrachtungen, Bastelvorlagen oder Zeichen. Die Formen der Gottesdienste sind entweder aus anderen Religionen genommen (chassidische Erzählung, Waschungsritus aus dem Islam, Bildbetrachtung über die Hindu-Gottheit Shiva, Zeichengebet aus dem tibetanischen Buddhismus) oder aus liturgischen Erfahrungen von christlichen Gemeinden anderer Kontinente (Indien: Gebärden zum Sonnengebet, Afrika: Lieder, Methoden für das Bibel-Teilen, u.a.). Andere Gottesdienste wiederum versuchen den Blick der Europäer auf die Lebenssituationen von Menschen anderer Kontinente zu lenken (z.B. Andacht für Eine-Welt-Gruppen, Wortgottesdienst zu Erfahrungen von Frauen aus den Ländern des Südens). Auffallend ist auch die ausgewogene Aufteilung von Zielgruppen für diese Gottesdienste, z.B. Wortgottesdienst mit Familien, Morgenlob für Frauengruppen, Jugendgottesdienst mit Bibel-Teilen, Wortgottesdienst mit Rollenspiel für Kinder, u.a.).

Einzelne Elemente von Gottesdiensten können zwar für Sonntagsgottesdienste verwendet werden. Vier der Gottesdienstmodelle sind Eucharistiefeiern, die anderen neun sind andere Wortgottesdienstformen bzw. Andachten. Ein bereicherndes Buch für die Liturgiekreiskreisbibliothek einer Pfarre.

Zielgruppen: Liturgiekreise, Religionslehrer/-innen

Erwin Löschberger

 

Guido Fuchs: Den Sonntag eröffnen. Lieder – Texte – Riten. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2003, 48 Seiten mit CD-ROM, € 23.50, ISBN 3-7917-1880-0.

 

Der Sonntag, Urfeiertag der Christen und gemeinsames Kulturgut Europas, ist durch gesellschaftlichen Druck, immer mehr arbeiten, kaufen oder sich vergnügen zu müssen ins Wanken geraten. Das von Guido Fuchs zusammengestellt und eingeleitete Buch samt CD-ROM zum praktischen Übernehmen in Gottesdienstvorlagen ist ein Gegengewicht, ein Denk- und Praxisbuch für die Erhaltung dieser christlichen Gabe an die europäische Gemeinschaft.

 

Die Vorschläge für eine Feier der Sonntagseröffnung sind als private Feier, in Verbindung mit einer Vorabendmesse, einer Wort-Gottes-Feier, einer Vesper oder als eigenständige Feier konzipiert. Die Qualität der Melodien und Liedtexte zum Sonntag ist sehr unterschiedlich. Man vermisst wirklich poetische bzw. "heutige" Texte. Die von Guido Fuchs verfassten Gebete zu den Schriftstellen und die Beispiele für einen Sonntagslobpreis und Segen atmen den aufrichtenden und befreienden Geist der Auferstehung.

 

Zielgruppe: Priester, Wortgottesdienstleiter/innen, Christen, die zu Hause den Sonntag feiern wollen

 

Erwin Löschberger

 

 

 

Claudia Hofrichter und Albrecht Reiner (Hrsg.): Wir bauen Brücken. Alternative Gottesdienstmodelle. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2003, 166 Seiten, € 16.10, ISBN 3-460- 08106-7

 

Entstanden ist die Idee, alternative ökumenische Bibelgottesdienste zu feiern im deutschen Ergenzingen. Die konfessionsverbindenden Ehepaare hatten das Bedürfnis nach einem ergänzenden ökumenischen Gottesdienstangebot. Diese Brücke sollte die bereits gelebte Ökumene der Paare, Familien und Gemeinden stärken und mit allen Sinnen das Leben mit seinen verschiedenen Facetten in Dialog zum Evangelium bringen. Was ist nun alternativ an diesen Gottesdiensten?

Weil es den Einladenden besonders um die Erfahrbarkeit des Glaubens geht sind einige Elemente wichtig geworden: das Eintreten und persönlich begrüßt werden im Raum und die Raumatmosphäre. Außerdem bekommen die Mitfeiernden meist auch einen Gegenstand zum fühlen oder riechen in die Hand, der mit dem Thema zusammenhängt und den sie auch mit nach Hause nehmen können. Mindestens ein Bibeltext wird vorgelesen, aber auch andere literarische Texte werden vorgetragen und häufig musikalisch unterlegt oder in Szene gesetzt. Auf Orgel wird zugunsten verschiedener Musikgruppen verzichtet. Weltliche Musik hat ebenso Platz wie religiöses Liedgut. Nach jedem Gottesdienst wird zu einem Imbiss geladen. Interessant sind auch die eigenen Rollen für diese Gottesdienste: Moderator/in (führt durch den Gottesdienst, leitet Körperübungen), Liturgin/Liturg (spricht Texte der "klassischen" liturgischen Elemente: Votum, Gebete, Bibeltexte und Segen), Sprecher/in, Darsteller/in von szenischen Spielen und Pantomimen, Verantwortliche/r für technische Hilfsmittel.

Ein fantastischer Praxisimpuls, der das Leben als Geschenk Gottes in Erfahrung bringen kann. Überzeugend ist das große Engagement der vorbereitenden Gruppe, der konsequente thematische Ansatz bei modernen Lebenserfahrungen die in moderner Form in Verbindung zur Botschaft der Bibel und dem Vertrauen in Gott gebracht wird sowie die Achtsamkeit auf den Umgang mit Zeichen und Symbolen.

 

Zielgruppe: Engagierte Christen verschiedener Konfessionen, die gemeinsam Feiern des Glaubens entwickeln wollen.

Erwin Löschberger

 

 
 
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Stand: 24. März 2010